Märkte am Morgen: Getreide

Weniger Winterweizen in den Plains

Mögliche Auswinterungsschäden und eine kleinere Abbaufläche in den USA stützen die Notierungen in Chicago. Matif-Weizen profitiert von einem schwächeren Euro.

Weizen: Nach vier Sitzungen in Folge mit rückläufigen Kursen konnte sich Weizen in Chicago am Dienstag erholen. Der März-Future schloss mit einem Plus von 4,5 Cent bei 4,32 US-$/bushel. An der Matif ging es noch einmal 50 Cent nach oben. März-Weizen schloss bei 161,50 €/t, das sind 3 € mehr als beim Zwischentief am Dienstag vergangener Woche.

Höhere Temperaturen und Regenfälle haben in den südlichen Plains die Bedingungen für den Winterweizen verbessert. Allerdings steht die nächste Kältewelle bereits bevor. Insgesamt bleiben deshalb die Befürchtungen bestehen, dass die extremen Wetterbedingungen Auswinterungsschäden hinterlassen könnten. Der Markt schaut auf den neuen Wasde, den das USDA am Freitag veröffentlicht wird. Dann sollen auch Angaben zur Winterweizenfläche in den USA gemacht werden. Analysten erwarten, dass die Fläche gegenüber dem Vorjahr um 562.500 ha auf 12,67 Mio. ha geschrumpft ist.


Bei einer Ausschreibung der GASC kaufte Ägypten gestern 113.000 t Weizen in Russland. Das Landwirtschaftsministerium kündigte am Dienstag an, die Regeln der ägyptischen Quarantänebehörde von einem Expertengremium überarbeiten zu lassen. Probleme bei der Einfuhr von Getreide, wie eine Nulltoleranz gegen Mutterkorn, hatten in den vergangenen Jahren den internationalen Agrarhandel wiederholt verunsichert.

In der Ukraine entwickeln sich die Winterungen dank relativ milder Temperaturen gut.

Mais: Auch beim Mais konnte in Chicago die Talfahrt der vergangenen Tage gestoppt werden, die Kursgewinne blieben aber bescheiden. Der März konnte um 1,75 Cent auf 3,49 US-$/bushel zulegen. An der Matif stand gestern Abend ein ebenfalls bescheidenes Plus von 25 Cent auf 159 €/t. Die EIA wird heute Zahlen zur Ethanolproduktion für die Woche bis zum 5. Januar veröffentlichen.

Vom Wasde am Freitag erwarten Analysten keine Überraschungen zur abgeschlossenen US-Maisernte. Bei den Erträgen und Endbeständen wird nicht mit größeren Korrekturen gerechnet. Spannend bleibt die Frage, wie das USDA die Situation in Südamerika bewertet, wo Trockenheit zu Einbußen führen könnte. Analysten sehen die brasilianische Maisernte nur noch bei 93,0 bis 93,5 Mio. t. Im Dezember-Wasde wurden 95 Mio. t ausgewiesen.

Der physische Markt in den USA wird weiter durch Probleme im Schiffsverkehr beeinflusst. Eisgang auf den großen Flüssen im Nordwesten behindert den Transport, worunter auch die Bioethanolwerke leiden.

Euro/US-Dollar: Der Euro hat gestern nachgegeben und notiert heute Morgen bei 1,1929 US-$.

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