Märkte am Morgen: Getreide

Zügige Aussaat in Russland


Ohne große Aufregung haben die Börsen den Wasde verdaut. In Russland wird viel Frühlingsweizen gedrillt. Im den USA verzögert ein Schneesturm die Aussaat.

Weizen: Nach der Veröffentlichung des April-Wasde haben die Weizennotierungen in Chicago nachgegeben. Soft Red Winter verlor 5,75 Cent auf 459,5 Cent/bushel und notiert heute Morgen bei 458,5 Cent/bushel (149,60 €/t) leicht darunter. In Paris bewegte sich der Markt erneut kaum. Am Vormittag attackierte Weizen erneut den Widerstand bei 190 €, schloss am Abend aber mit einem Minus von 25 Cent bei 189,25 €/t. Die neue Ernte ließ mehr Federn. Der Dezember gab um 1,00 auf 180 €/t nach.

Bärisch wirkte die Anhebung der blobalen Endbestände um 5,08 auf 275,61 Mio. t. Besser sind die Silos auf Seiten der Exporteure in den USA, Argentinien und der EU gefüllt. Bei den Importeuren sehen die USDA-Analysten im Mittleren Osten und in Nordafrika zum Ende des Wirtschaftsjahres 2018/19 größere Vorräte.


Während sich die Aussaat von Sommergetreide im Norden der USA weiter verzögert, konnten die Landwirte im Süden Russlands ihre Frühjahrsbestellung unter günstigen Witterungsbedingungen beginnen. Der Fortschritt sei derzeit deutlich größer als im Vorjahr, liegt aber noch unter den fünfjährigen Durchschnitt, berichtet UkrAgroConsult. Das russische Landwirtschaftsministerium rechnet mit einer Sommerweizenfläche von 12,17 Mio. ha, das wären 1,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die gesamte Weizenfläche könnte in Russland so ein Zehn-Jahres-Hoch erreichen.

In Nebraska, South Dakota, Minnesota und Wisconsin wird ein Frühlingssturm heute und Morgen für bis zu 40 cm Neuschnee sorgen. Zwar soll danach wieder Tauwetter folgen, für die bereits wassergesättigten Böden sind die Niederschläge derzeit aber ungünstig.

Ägypten lehnte eine Weizenlieferung aus Frankreich ab. Begründet wurde die Entscheidung mit zu hohen Mutterkorn-Anteilen. Der Grenzwert von 0,05 Prozent sei mit 0,1 Prozent überschritten worden. Das Schiff mit 63.000 t Weizen liegt im Hafen von Safaga. Ein Löschen der Ladung wurde untersagt. Käufer des Weizens ist die staatliche Handelsagentur GASC.

In Frankreich veröffentlicht FranceAgriMer heute den neuen monatlichen Bericht. Nach den guten Exportgeschäften der vergangenen Wochen erwarten Händler, dass die Prognose für das laufende Wirtschaftsjahr erneut angehoben wird. Kurzfristig könnte eine neue Ausschreibung Algeriens die Nachfrage beleben.

Das französische Landwirtschaftsministerium sieht in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht die Weichweizenfläche des Landes bei 5,01 Mio. ha, das sind 2,8 Prozent mehr als vor einem Jahr und entspricht weitgehend früheren Schätzungen.

Mais: Der Chicagoer Maismarkt reagierte kaum auf den neuen Wasde. Der Anstieg der globalen und der US-Bestände war erwartet worden. Größere Sorgen bereiten derzeit die ungünstigen Aussaatbedingungen im Corn Belt. Institutionelle Anleger nutzten deshalb die Gelegenheit und lösten einen Teil ihrer Short-Positionen auf, was den Kursen Halt gab. Der Mai schloss an der CBoT unverändert bei 360 Cent/bushel und notiert heute Morgen bei 361 Cent/bushel (126,18 €/t) leicht fester. In Paris legte Mais um 25 Cent auf 170,50 €/t zu.

Euro/US-Dollar: Zolldrohungen des US-Präsidenten gegen die EU sorgten am Dienstag für einen schwächeren Euro. Die Brexit-Debatte entspannte sich etwas. Derzeit wird eine erneute Verschiebung des Austrittstermins für wahrscheinlicher gehalten als ein ungeregelter Brexit am 12. April. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs gestern auf 1,1277 (Montag: 1,1246) US-$ fest. Heute Morgen notiert der Euro bei 1,1260 US-$.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats