Märkte am Morgen: Ölsaaten

Ängste in Brasilien steigen


Der Sojamarkt bleibt auf das Thema Handelsstreit fixiert. Hitze und Trockenheit in Südamerika werden in Chicago ignoriert.

Sojakomplex: Die Sojakurse in Chicago geben am Mittwoch wieder nach. Die Januar-Bohne schloss mit einem Minus von 7,75 Cent bei 900,00 Cent/bushel und steht heute Morgen bei 897,00 Cent/bushel (289,34 €/t) erneut im Minus. Eine Meldung des USDA über ein Geschäft mit China über 1,2 Mio. t Sojabohnen konnte die Stimmung am Mittwoch nicht aufhellen. Vom wöchentlichen Exportbericht des USDA erwarten Analysten eine Menge von 2,0 bis 2,5 Mio. t in diesem und 100.000 bis 200.000 t im kommenden Wirtschaftsjahr. Beim Sojaschrot liegen die Prognosen bei 100.000 bis 400.000 t.

Die chinesische Nachfrage bleibt weiter hinter den Erwartungen des Markts zurück und reicht nicht aus, die großen Bestände in den USA abzubauen. Gerüchte, dass China die Exportsteuer für eine begrenzte Menge an US-Importen aussetzen könnte, bestätigten sich bisher nicht. Nach dem frühen Erntebeginn in Brasilien besteht zudem die Befürchtung, dass China bald wieder den kompletten Bedarf in Südamerika decken könnte.


Die Händler in Chicago bleiben weiter auf das Thema Handelsstreit fokussiert. Wettermeldungen aus Südamerika, die in früheren Jahren für Kursausschläge gesorgt haben, werden dagegen ignoriert. Im Süden Brasiliens ist es weiter zu trocken und zu heiß und die Hitzewelle breitet sich langsam in das Zentrum des Landes aus. In dieser Woche soll es in Zentralbrasilien trocken bleiben, aber für die kommende Woche sind Niederschläge vorhergesagt. Unter der Trockenheit leiden die Bundesstaaten Parana und Mato Grosso do Sul sowie das Nachbarland Paraguay besonders. Betroffen sind vor allem die früh bestellten Flächen, auf denen die Pflanzen beginnen, die Schoten zu füllen. Derzeit werden von Analysten vor Ort für diese Bundesstaaten Ertragseinbußen von rund 10 Prozent befürchtet.   

Raps: Bei kleinen Umsätzen bleibt der Rapsmarkt in Paris bärisch gestimmt. Der Februar schloss an der Matif mit einem Minus von 1,00 bei 366,75 €/t so niedrig wie zuletzt am 26. November. Die Canola-Kurse in Winnipeg konnte sich am Mittwoch behaupten. Der Januar legte um 10 Cent auf 480,40 kan-$/t zu. Höhere Sojaölnotierungen in Chicago und ein vor den Feiertagen zurückgehendes Angebot der kanadischen Farmer auf dem physischen Markt stützten die Notierungen.

Palmöl: Die Palmölkurse in Malaysia erholen sich weiter und stiegen am Mittwoch auf ein Acht-Wochen-Hoch. Der meistgehandelte März-Kontrakt legte um 2 Prozent auf 2.198 MYR/t zu. Gewinnmitnahmen sorgen heute Morgen für ein Minus von 9 Ringgit. Steigende Sojaölnotierungen in Chicago und Dalian stützen die Pflanzenölmärkte. An der CBoT hatte Sojaöl gestern mit einem Plus von 0,05 Cent bei 28,46 Cent/pound geschlossen. Heute Morgen notiert es bei 28,34 Cent/pond (548,53 €/t) ebenfalls schwächer.

Rohöl: An den Rohölmärkten herrscht weiter Nervosität. Nach den jüngsten Verlusten zogen die Notierungen am Mittwoch wieder deutlich um 2 Prozent an. Ein leichter Rückgang der Bestände in den USA reichte aus, um die Bullen zurückzuholen. Brent kletterte bis auf über 58 US-$/Barrel, gab anschließend aber wieder nach und notiert heute Morgen bei 56,55 US-$/Barrel. Dass Fass WTI wird am Donnerstagmorgen mit 47,96 US-$ gehandelt.

Euro/US-Dollar: Die US-Notenbank hat am Mittwoch wie erwartet den Leitzins um 0,25 auf 2,50 Prozent angehoben. Es war bereits der vierte Zinsschritt in diesem Jahr. Für 2019 wurden zwei weitere Zinsschritte in Aussicht gestellt. Die FED tritt damit etwas auf die Bremse, denn bisher waren drei Anhebungen signalisiert worden. Der Euro konnte gestern kurzzeitig wieder die Marke von 1,1400 US-$ überspringen. Heute Morgen notiert der Euro bei 1,1387 US-$ knapp darunter.  

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats