Märkte am Morgen: Ölsaaten

Argentinien erhöht Biodiesel-Zoll


Biodiesel aus Argentinien wird ab dem 1. Juli mit einem höheren Zoll belastet. Nach dem Feiertag am Montag steigen die Sojanotierungen in Chicago.

Sojakomplex: Sojabohnen starten heute Morgen mit Gewinnen in die neue Woche. Gestern war die Börse in Chicago wegen eines Feiertags geschlossen. Im frühen Handel steht die Bohne mit 6,75 Cent bei 10,48 US-$/bushel (311,23 €/t) im Plus. Sojaschrot legt um 383,30 US-$/short tons (362,04 €/t) zu und Sojaöl steigt leicht auf 31,38 Cent/pound (595,00 €/t).

Argentinien wird die Exportsteuern auf Biodiesel zum 1. Juli von 8 auf 15 Prozent anheben. Mit dem Schritt soll die Angleichung der Steuersätze für Biodiesel und Sojabohnen fortgesetzt werden, begründete die Regierung in Buenos Aires den Schritt. Außerdem sollen so Löcher im Staatshaushalt gestopft werden, denn mit der jüngsten Abwertung des Pesos befindet sich Argentinien wieder in einer schwierigen finanziellen Lage. Das Land ist mit 1,65 Mio. t (2017) einer der weltweit wichtigsten Exporteure von Biodiesel. Die Produktion im Land wird indirekt durch hohe Exportzölle für Sojabohnen gefördert. Zwar wurden die Zölle für Bohnen seit dem Amtsantritt von Präsident Mauricio Macri schrittweise gesenkt, mit derzeit 27,5 Prozent sind sie aber noch immer deutlich höher als jene für Biodiesel. Die Zölle für Sojaschrot und Sojaöl liegen aktuell bei 25,5 Prozent. Nachdem die USA im vergangenen Jahr Strafzölle auf argentinischen Biodiesel verhängt hatten, gehen in diesem Jahr 90 Prozent der Exporte in die EU.


Die Lkw-Fahrer in Brasilien erreichen mit ihren Protesten gegen die gestiegenen Dieselpreise einen Erfolg. Staatspräsident Michel Temer kündigte an, die Dieselpreise in den kommenden 60 Tagen zu subventionieren, leere Lkw von der Maut zu befreien und eine Mindestfrachtrate für Lkw-Fahrer einzuführen. Die Trucker hatten seit einer Woche mit Straßenblockaden den Güterverkehr behindert.

Raps: Die Rapsnotierungen in Paris haben gestern leicht nachgegeben. Der August verliert 75 Cent auf 362,50 €/t. Weil Anregungen aus Chicago fehlten, blieben die Umsätze gering. Mit den schwächeren Euro, dem festen Wochenstart an der CBoT und der Biodiesel-Entscheidung in Argentinien im Rücken bleibt das Umfeld für Matif-Raps freundlich.

Palmöl: Die malaysischen Palmöl-Futures haben gestern um knapp 2 Prozent nachgegeben. Der August-Kontrakt fiel auf 2.418 MYR/t. Heute ist die Börse wegen eines Feiertags geschlossen. Nachdem die Notierungen zuletzt stark gestiegen waren, erfolgt nun eine Korrektur, die durch die sinkenden Rohölnotierungen zusätzlichen Schub erhält.

Rohöl: Die Ölpreise haben gestern noch einmal deutlich nachgegeben. Brent verlor mehr als 1,14 US-$ auf 75,30 US-$/Barrel. WTI fiel um 83 Cent auf 76,88 US-$/Barrel. Der Markt rechnet damit, dass Russland und Saudi-Arabien ihre Produktion ausweiten, um einen zu starken Anstieg der Preise zu vermeiden.

Euro/US-Dollar: Die unsichere politische Lage in Italien belastet weiter den Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs gestern bei 1,1644 (Freitag: 1,1675) US-$ fest. Heute Morgen notiert der Euro bei 1,1630 US-$.

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