Märkte am Morgen: Ölsaaten

Blockaden sorgen für Sojarally


Sojabohnen sind für US-Farmer lukrativer als Mais.
-- , Foto: USDA
Sojabohnen sind für US-Farmer lukrativer als Mais.

Proteste von LKW-Fahrern in Argentinien sorgen in Chicago für einen Kurssprung. Die Rohölnotierungen geben weiter nach.

Sojakomplex: Wochenlang war das Wetter in Südamerika Hauptthema auf dem Sojamarkt. Nun sorgen Proteste von LKW-Fahrern in Argentinien für Schlagzeilen. Straßenblockaden behindern seit einer Woche die Transporte von Soja, Mais und Weizen in die Exporthäfen. Die Getreidebörse in Rosario teilt mit, dass die Zahl der LKW-Transporte zu den Seehäfen gegenüber der Vorwoche um rund zwei Drittel zurückgegangen sei. Laut argentinischen Medienberichten wird damit gerechnet, dass sich die Abfertigung von 65 Schiffen verzögern wird.

Zu den Protesten hat eine Organisation der Getreidetransporteure aufgerufen. Sie will für landesweit geltende Löhne durchsetzen und fordert die Regierung zu Verhandlungen auf. Die Proteste werden von gewalttätigen Auseinandersetzungen überschattet. Fahrer, die sich nicht beteiligen, werden gezwungen, ihre Ladung zu vernichten, ihnen werden die Reifen aufgeschnitten oder sie werden an der Weiterfahrt gehindert. Die Börse in Rosario verurteilte die Gewalt und forderte, die Proteste zu beenden.


Die Sojanotierungen in Chicago zogen wegen der Probleme in Argentinien gestern deutlich um 13 bis 16,5 Cent an. Die März-Bohne legte um 16,5 Cent auf 9,86 US-$/bushel (292,65 €/t) zu. Sojaschrot schloss mit einem Plus von 4,70 US-$ bei 331,70 US-$/short ton (294.32 €/t). Sojaöl verbuchte Gewinne von 0,66 Cent auf 33,16 Cent/pound (590,39 €/t).

Vom morgigen Wasde erwarten Analysten eine Anhebung der Sojaernte in Brasilien um 1,5 Mio. t auf 111,5 Mio. t und eine Absenkung der Sojaernte in Argentinien von 2,2 Mio. t auf 53,8 Mio. t. Die Weltendbestände könnten um 270.000 t auf 98,3 Mio. t leicht nach unten korrigiert werden.

Raps: Von den steigenden Sojanotierungen profitierte auch der Rapsmarkt. An der Matif schloss Raps mit einem Plus von 2,75 € bei 348,25 €/t. Canola legte 4,90 Can-$ auf 499,80 Can-$/t (318,37 €/t) zu. Die Kurse in Winnipeg und Paris wurden zudem von einem stärkeren Dollar untertützt.

Palmöl: Der südostasiatische Palmölmarkt steht unter dem Eindruck fallender Aktienkurse. Malaysische Aktien gaben am Dienstag um 3,1 Prozent nach, das war der größte Tagesverlust seit fast fünf Jahren. In diesem Umfeld verlor der umsatzstärkste April-Future gestern 0,8 Prozent auf 2.470 MYR/t. Die steigenden Sojaölnotierungen in Chicago sorgten über Nacht für eine Trendwende. Heute Morgen steht Palmöl mit 2.495 MYR/t wieder im Plus und kann die Vortagesverluste mehr als wettmachen.

Rohöl: Der Ölmarkt steht weiter unter Druck. Das Fass Brent verbilligte sich gestern um 76 Cent auf 66,86 US-$, das war der tiefste Stand seit dem 2. Januar. WTI gab um 76 Cent auf 63,39 US-$/Barrel nach.

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