Märkte am Morgen: Ölsaaten

Brasilien rechnet mit mehr Soja


Optimistische Prognosen machen in Brasilien Hoffnung auf eine erneute Rekordernte. Die Aussetzung der Exportsteuer in Malaysia sorgt auf dem Palmölmarkt für Turbulenzen.

Sojakomplex: Mit kleinen Gewinnen von 1 bis 3 Cent verabschiedete sich die Bohne am Freitag aus der ersten Handelswoche des Jahres. Der Januar-Future legte um 2,25 Cent auf 9,61 US-$/bushel zu. Sojaschrot stieg um 2,10 US-$ auf 317,90 US-$/short ton, Sojaöl notierte bei 33,65 Cent/pound leicht im Minus.

Aus Südamerika kommen unterschiedliche Nachrichten. In Brasilien entwickeln sich die Bestände so gut, sodass mit einer Erntemenge gerechnet wird, die nur wenig unter dem Rekordergebnis des Vorjahres liegt. In Argentinien behindert dagegen weiter Trockenheit die Aussaat.

Der Durchschnitt von 11 Prognosen für die brasilianische Sojaernte liegt nach einer Analyse von Reuters aktuell bei 110,2 Mio. t. Gegenüber einem früheren Vergleich aus dem November 2017 ist das ein Anstieg um rund 760.000 t. Damit würde zwar das Rekordergebnis von 114 Mio. t aus dem Vorjahr verfehlt. Die Ernte 2018 würde aber als die zweitbeste aller Zeiten in die Geschichte eingehen.

Die Sojafläche erreicht in diesem Jahr einen Rekord von 34,9 Mio. ha (2017: 33,9 Mio. ha). Bei der Fläche liegen die Schätzungen bei 34,5 Mio. ha (Rabobank) und 35,5 Mio. ha (Safras & Mercado) nahe beieinander. Die Analysten von Rabobank und Safras &Mercado liegen auch bei den Ernteprognosen am unteren und oberen Ende der Schätzungen. Die Rabobank rechnet nur mit 107 Mio. t, während Safras & Mercado sogar eine weitere Rekordernte von 114,6 Mio. t für möglich hält.

Raps: Matif-Raps kann sich weiter aus dem Tal des 22-Monats-Tiefs vom 28. Dezember herausarbeiten. Der Februar schloss am Freitag bei 358,25 €/t mit einem Plus von 25 Cent zum fünften Mal in Folge im grünen Bereich. Seit dem jüngsten Tiefststand konnte Raps um 10 €/t zulegen.

In Winnipeg sorgten Gewinnmitnahmen und ein stärkerer Kanadischer Dollar für leicht sinkende Kurse. Der März gab um 70 Cent auf 498,20 Can-$/t nach.

Palmöl: Nach der leichten Korrektur von Donnerstag schloss Palmöl am Freitag mit einem Plus von 28 Ringgitt bei 2.570 MYR/t. Innerhalb einer Woche hat Palmöl damit rund 5 Prozent zugelegt. Heute Morgen sind die Vorzeichen in Malaysia tiefrot. Der Januar steht mit 40 Ringgit im Minus.

Um die Exportnachfrage zu beleben und die hohen Lagerbestände abzubauen, setzte Malaysia am Freitag für maximal drei Monate die Exportsteuer auf Palmöl aus. Sie soll erst wieder eingeführt werden, wenn die Palmölbestände von derzeit 2,7 auf 1,6 Mio. t gefallen sind. Diese Maßnahme hatte die Kurse zunächst gestützt. Eine Aufwertung des Ringgit gegenüber den US-Dollar hat die positiven Effekte überlagert und sorgt am Montagmorgen für eine Korrektur. In den kommenden Monaten wird die Aussetzung der Exportsteuer den Druck auf dem internationalen Pflanzenölmarkt erhöhen.

Rohöl: Der Ölpreis hat am Freitag leicht nachgegeben und auch zum Beginn der Woche sind die Vorzeichen rot. Heute Morgen notiert Brent bei 67,65 US-$/barrel. WTI wird mit 61,52 US-$ gehandelt.

Euro/US-Dollar: Der Euro bleibt gegenüber dem US-Dollar stark, notiert heute Morgen bei 1,2016 US-$ aber etwas schwächer als am Freitag.

 

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