Märkte am Morgen: Ölsaaten

Brasilien sticht die USA aus

Brasilien wird in diesem Jahr so viele Sojabohnen exportieren wie nie zuvor. Die Ausfuhren der USA nach China sinken deutlich.

Sojakomplex: Nachdem die Juli-Bohne gestern zwischenzeitlich unter die 10-US-Dollar-Marke gefallen war, konnten sich die Notierungen wieder erholen. Der Schlusskurs von 10,01 US-$/bushel (313,75 €/t) lag nur um 0,5 Cent niedriger als am Montag. Über Nacht kann der Juli-Future um 6 Cent zulegen. Sojaschrot verlor am Dienstag 1,60 US-$ auf 367,30 US-$/short tons (345,83 €/t) und Sojaöl verlor leicht auf 30,79 Cent/pound (581,87 €/t).

Nach wie vor sorgt der Handelsstreit zwischen den USA und China bei den Händlern für Verunsicherung. Bärisch wirkt die bisher gute Entwicklung der Bestände in den USA. Die entscheidende Wachstumsphase für die Sojaerträge steht aber noch bevor. Der US-Bauernverband American Farm Bureau Federation berichtet unter Berufung auf Daten aus dem US-Agrarministerium, dass die Sojaexporte aus den USA nach China stark rückläufig sind. Im aktuellen Wirtschaftsjahr seien 27 Mio. t nach China verkauft worden, das sind 20,5 Prozent weniger als im Vorjahr.


In Brasilien rechnen die Experten von Safras & Mercado mit einem neuen Rekord bei den Soja-Ausfuhren. Das Land könnte im Wirtschaftsjahr 2018/19 (Februar bis Januar) 70,8 Mio. t Sojabohnen exportieren. Die vorherige Prognose wurde damit um 300.000 t angehoben. Gegenüber dem vorangegangenen Jahr würde die Menge um 3 Prozent steigen. Im Mai erreichten die Exporte mit 12 Mio. t einen neuen monatlichen Rekord. Die hohe Menge überraschte, weil die Logistik durch einen landesweiten Streik der Lkw-Fahrer zum Monatsende stark beeinträchtigt war.

Die Soja-Verarbeitung in Brasilien wird auf 43,2 Mio. t (plus 4 Prozent) geschätzt. Dabei sollen 32,9 Mio. t Sojaschrot und 8,5 Mio. t -öl produziert werden. Bei den Schrotexporten sieht Safras & Mercado einen Zuwachs von 21 Prozent auf 16,8 Mio. t. Der Sojaöl-Export soll unverändert bei 1,2 Mio. t liegen. Die Endbestände an Sojabohnen könnten um zwei Drittel auf 6,2 Mio. t steigen.

Raps: Die geringen Aktivitäten in Chicago steckten auch den Rapsmarkt an der Euronext an. Der August-Future legte um 1,00 € auf 356,50 €/t zu. Canola schloss mit einem Plus von 30 Cent bei 525,60 kan-$/t.

Palmöl: Die Palmölnotierungen in Malaysia gaben am Dienstag weiter nach und stehen heute Morgen leicht im Plus. Der August-Future verlor gestern 9 Ringgit auf 2.402 MYR/t und notiert heute Morgen bei 2.405 MYR/t. Laut einer Reuters-Umfrage erwarten Marktbeobachter, dass die Palmölexporte Malaysias im Mai um 9,2 Prozent auf 1,4 Mio. t fallen, das wäre der schlechteste Wert seit drei Monaten. Für die kommenden Monate wird mit keinem Umschwung gerechnet. Als Hauptgrund für das schwache Geschäft wird die Abwertung der indischen Rupie gesehen. Unterstützung könnten die Notierungen durch sinkende Lagerbestände erhalten. Sie sollen laut der Umfrage im Mai um 3,8 Prozent auf 2,09 Mio. t gefallen sein.

Rohöl: Brent gab gestern bis auf 74 US-$/Barrel nach, konnte sich am Abend aber erholen. Heute Morgen wird das Fass der Nordseesorte mit 75,77 US-$ gehandelt. WTI notiert bei 65,83 US-$/Barrel. Berichte, wonach die US-Regierung von großen Ölförderländern wie Saudi-Arabien gefordert habe, die Produktion auszuweiten, hatten den Markt unter Druck gesetzt.

Euro/US-Dollar: Die zaghafte Erholung des Euros setzte sich am Dienstag fort. Nach einem Rückfall bis auf 1,1666 US-$ am frühen Dienstagnachmittag konnte der Euro wieder zulegen und steht heute Morgen bei 1,1727 US-$.

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