Märkte am Morgen: Ölsaaten

Brasiliens Exporte wachsen weiter


Für Ölmühlen in Brasilien ist es attraktiver, Bohnen nach China zu verkaufen als sie zu verarbeiten. Die Rohölpreise stehen unter Druck.

Sojakomplex: Bessere Erntebedingungen in den USA und eine schnelle Aussaat in Brasilien ziehen den Sojamarkt ins Minus. In Chicago gab die Bohne am Dienstag um 1 Cent auf 8,57 US-$/bushel nach und notiert heute Morgen mit 8,56 US-$/bushel (274 €/t) ebenfalls leicht schwächer. Sojaschrot verlor 2,10 US-$ auf 310,70 US-$/short tons und steht heute Morgen bei 310,30 US-$/short tons (297 €/t). Für Sojaöl ging es am Dienstag um 0,39 Cent auf 28,76 Cent/pound (552,50 €/t) nach unten. Heute Morgen notiert der Dezember-Future unverändert.

Trockenes Wetter in den wichtigsten Anbaustaaten soll in dieser und in der kommenden Woche die Erntearbeiten in den USA beschleunigen und dabei helfen, den bisherigen Rückstand aufzuholen. In Brasilien werden Sojabohnen weiter in einem hohen Tempo gepflanzt. Safras & Mercado berichtet, dass bis zum vergangenen Freitag bereits 27,5 Prozent der Flächen bestellt waren, das sind fast 10 Prozent mehr als im Durchschnitt.


Brasilien exportiert weiter riesige Mengen an Sojabohnen. Im Oktober seien bereits 4 Mio. t verschifft worden, berichtet Agricensus. Die von der brasilianischen Regierung prognostizierte Exportmenge von 76 Mio. t könnte bereits Mitte November erreicht werden, zweieinhalb Monate vor dem Ende des Wirtschaftsjahres (Februar bis Januar). Brasilianische Händler halten nun eine Menge von 80 Mio. t für möglich (Oktober-Wasde: 75 Mio. t). Sie verweisen darauf, dass sich die Margen für die brasilianischen Ölmühlen wegen der durch die chinesische Nachfrage gestiegenen Preise für Sojabohnen verschlechtert haben. Für die Verarbeiter könnte es deshalb attraktiver sein, ihren bereits bezogenen Rohstoff nach China weiterzuverkaufen. Die Verkaufsbereitschaft der Farmer ist dagegen gesunken. Der in den vergangenen drei Wochen um 12 Prozent gestiegene Real schmälert die Erlöse. Die Erzeuger wollen deshalb abwarten, wie sich die Stichwahl um das Präsidentenamt am Sonntag auf die weitere Kursentwicklung auswirkt.

Raps: Die Rapsnotierungen an der Matif gaben am Dienstag um 1,25 bis 2,00 € nach. Der November schloss mit einem Minus von 1,50 bei 371,75 €/t. In Winnipeg verlor Canola 3,50 auf 488,00 kan-$. Bessere Erntebedingungen sorgten für größere Verkäufe und setzten die Kurse in Kanada unter Druck. Begrenzt wurden die Verluste durch Prognosen, nach denen sich das Wetter zum Wochenende wieder verschlechtern soll.

Palmöl: Ein schwächerer Ringgit sorgte am Dienstag zunächst für steigende Notierungen in Kuala Lumpur. Fallende Sojaölnotierungen in Chicago und steigende Produktionserwartungen in Südostasien zogen den Markt später nach unten. Der Januar-Future schloss mit einem Minus von 0,9 Prozent bei 2.218 MYR/t und steht heute Morgen bei 2.202 MYR/t erneut im Minus.

Rohöl: Fallende Aktien-Kurse und die Furcht vor einem schwächeren globalen Wirtschaftswachstum bescherten am Dienstag dem Ölmarkt heftige Verluste. Die Notierungen brachen um fast 5 Prozent ein. Heute Morgen kann sich der Markt leicht erholen. Das Fass Brent wird mit 76,78 US-$ gehandelt. WTI kostet 66,61 US-$.

Euro/US-Dollar: Trotz des ungelösten Streits der EU-Kommission und der Regierung in Rom um den italienischen Haushaltsplan kann sich der Euro halten. Die Gemeinschaftswährung notiert heute Morgen bei 1,1470 US-$.

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