Märkte am Morgen: Ölsaaten

China bleibt vorsichtig

Trotz der Einigung im Handelsstreit mit den USA will China seine Sojaerzeugung steigern und die Importe auf eine breitere Basis stellen. In Europa ist der Rapsmarkt fest gestimmt.

Sojakomplex: Nach den hohen Gewinnen vom Montag hat sich der Sojahandel in Chicago am Dienstag etwas beruhigt. Die meisten Kontrakte schlossen mit einem Plus von 5 bis 6 Cent. Der Juli legte um 5,25 Cent auf 10,30 US-$/bushel (329,24 €/t) zu. Sojaschrot gab um 1,60 US-$ auf 377,50 US-$/short tons (354,14 €/t) nach. Sojaöl schloss nach minimalen Gewinnen bei 31,51 Cent/pound (588,74 €/t).

Bestimmendes Thema bleiben die Verhandlungen zwischen China und den USA. Ungeachtet der Zusage, mehr Agrarprodukte aus den USA importieren zu wollen, soll der Anbau von Sojabohnen in China ausgedehnt werden. Chinesische Medien berichten, dass die Farmer weiterhin aufgerufen werden, die Anbaufläche zu vergrößern. Auch die Diversifizierung bei den Lieferanten mache Fortschritte, betont heute die South China Morning Post. So seien die Einfuhren aus Russland in diesem Jahr auf 850.000 t Sojabohnen gestiegen, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.


In Brasilien werden die Sojaimporte durch einen Streik von Lkw-Fahrern beeinträchtigt. 

Raps: Von den höheren Sojanotierungen profitiert auch Raps. In Paris legte der August um 2 € auf 358,25 €/t zu und nähert sich damit weiter dem Hoch von Ende Februar bei 360,25 €/t. Bei Canola verhindert ein starker Kanadischer Dollar größere Gewinne. Der Juli schließt bei 532,70 kan-$/t (351,73 €/t) mit einem Plus von 30 Cent. Gestützt wird der europäische Rapsmarkt von den aktuellen Ertragsaussichten. Der Prognosedienst Mars erwartet Erträge von 3,19 t, das sind 4,2 Prozent weniger als vor einem Monat erwartet.

Palmöl: Die Palmölnotierungen in Malaysia stiegen am Dienstag auf ein Sechs-Wochen-Hoch. Der umsatzstärkste August-Kontrakt schloss mit einem Plus von 28 Ringgit bei 2.477 MYR/t. Gewinnmitnahmen sorgen heute Morgen für ein Minus von 9 Ringgit. Nachdem die Rohölpreise auf ein Drei-Jahres-Hoch gestiegen sind, erhoffen sich die Händler eine stärkere Nachfrage für Biodiesel auf Palmölbasis. Zudem stützen das feste Sojaöl und die Erwartung einer sinkenden Palmölproduktion im Mai den Markt.

Rohöl: Die verschärften Sanktionen der USA gegenüber dem Iran und Venezuela verstärken die Furcht, dass die Ölförderung in den beiden Ländern sinken könnte. Die Rohölnotierungen bewegen sich deshalb weiter auf einem hohen Niveau. Heute Morgen wird das Fass Brent mit 79,07 US-$ etwas schwächer gehandelt als gestern Nachmittag. WTI notiert aktuell bei 71,92 US-$/Barrel.

Euro/US-Dollar: Die Politik der neuen italienischen Regierung setzt den Euro weiter unter Druck. Gestern konnte sich die Gemeinschaftswährung zunächst etwas erholen. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs bei 1,1795 (Montag: 1,1759) US-$ fest. Heute Morgen fällt der Euro auf 1,1762 US-$.

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