Märkte am Morgen: Ölsaaten

China verfüttert weniger Soja

Neue Richtlinien sollen in der Volksrepublik dafür sorgen, dass der Proteingehalt im Futter sinkt. Raps schließt an der Matif erneut im Minus.

Sojakomplex: In Chicago setzte sich der seit zwei Wochen anhaltende Abwärtstrend am Montag fort. Die Bohne verlor 6 Cent auf 8,39 US-$/bushel und notiert heute Morgen bei 8,40 US-$/bushel (271 €/t) leicht im Plus. Sojaschrot legte um 90 Cent auf 308,20 US-$/short tons (297,50 €/t) zu. Sojaöl verlor knapp 1 Prozent auf 27,89 Cent/pound (540 €/t).

In der Woche bis zum 25. Oktober exportierten die USA 1,3 Mio. t Sojabohnen, das waren knapp 8 Prozent mehr als in der Vorwoche, aber fast die Hälfte weniger als vor einem Jahr. Ein Schiff, das mit US-Sojabohnen für China beladen war, änderte seinen Kurs und lieferte die Ware nun nach Vietnam. 176.000 t Sojabohnen exportieren die USA nach Argentinien, wo die Ölmühlen nach einer Missernte nicht ausgelastet sind.


Die Ernte in den USA ist zu 72 Prozent abgeschlossen, was etwas über den Erwartungen des Handels liegt. In der vergangenen Woche betrug der Fortschritt beachtliche 19 Prozent, heißt es im NASS-Report vom Montag. Das Tempo liegt nun nur noch 9 Prozent unter dem Durchschnitt.

In China sorgen neue Standards für die Produktion von Tierfutter für Diskussionen. Der chinesische Verband der Futtermittelindustrie hatte am vorigen Freitag neue Richtlinien veröffentlicht, mit denen der Proteingehalt im Schweine- (minus 1,5 Prozent) und Geflügelfutter (minus 1 Prozent) gesenkt werden soll. So könnten der jährliche Sojabohnenverbrauch um 14 Mio. t reduziert und die Umweltauswirkungen der Tierhaltung gemindert werden, ergänzte das Landwirtschaftsministerium.

Laut einer Umfrage unter Reuters-Analysten steht Brasilien vor einer erneuten Rekordernte. Die durchschnittlichen Erwartungen liegen bei 120,39 Mio. t, das wären 0,9 Prozent mehr als im bisher besten Jahr 2018. Die Anbaufläche soll auf ein neues Allzeit-Hoch von 36,12 Mio. ha steigen.

Raps: Trotz des schwachen Euros steht Raps an der Matif weiter unter Druck. Der November verlor am Montag 2,25 auf 371,75 €/t. Unter dem Einfluss schwächerer Sojanotierungen in Chicago gab Canola in Winnipeg um 1,20 auf 481,90 kan-$/t nach.

Palmöl: Nach den Verlusten der vergangenen Woche konnte sich Palmöl in Kuala Lumpur am Montag erholen. Der meistgehandelte Januar-Kontrakt schloss mit einem Plus von 1,8 Prozent bei 2.187 MYR/t, notiert heute Morgen aber wieder mit einem Minus von 17 Ringgit bei 2.170 MYR/t. Unterstützend wirkte gestern ein schwächerer Ringgit.

Rohöl: Rohöl: Der Ölmarkt gab am Montag weiter nach, kann sich über Nacht aber leicht erholen. Heute Morgen notiert das Fass Brent bei 77,14 US-$, WTI wird mit 67,09 US-$ gehandelt. Eine hohe Förderung in den USA, Russland und Saudi-Arabien hat die Furcht vor Engpässen durch das Embargo gegen den Iran reduziert.

Euro/US-Dollar: Die Ankündigung Angela Merkels, nicht wieder für den CDU-Parteivorsitz kandidieren zu wollen, setzte den Euro am Montag unter Druck. Die Gemeinschaftswährung fiel bis auf 1,1371 US-$ und kann sich heute Morgen nur leicht auf 1,1381 US-$ erholen.

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