Märkte am Morgen: Ölsaaten

China will Importe reduzieren


Das USDA rechnet mit weiter steigenden chinesischen Sojaeinfuhren. Aus Peking kommen jedoch andere Signale. Die Rohölpreise ziehen weiter an.

Sojakomplex: Wie von Analysten erwartet, blieb der gestern veröffentlichte Wasde für das laufende Wirtschaftsjahr ohne große Überraschungen. Beim Blick auf 2018/19 wurden Analysten von der vorsichtigen Ertragsschätzung für die US-Ernte überrascht. Dadurch sinkt die Produktionsmenge um 1,8 Mio. t. Weil gleichzeitig die Exportmengen leicht angehoben wurden, schmilzt der Endbestand in den USA deutlich stärker, als im Vorfeld prognostiziert. Auch bei den weltweiten Endbeständen fällt der Abbau stärker als vorhergesagt aus. Die ist vor allem auf den steigenden Importbedarf Chinas zurückzuführen. Das USDA erwartet chinesische Importe von 103 Mio. t, das wären 6 Mio. t mehr als im aktuellen Wirtschaftsjahr.

Das chinesische Landwirtschaftsministerium machte gestern allerdings eine andere Rechnung auf. Danach werden die Einfuhren 2018/19 nur noch 95,65 Mio. t betragen, das wären 0,3 Prozent weniger als im laufenden Wirtschaftsjahr. Die Importmenge würde erstmals seit Jahren sinken. Die eigene Sojaproduktion soll um 4,9 Prozent auf 15,27 Mio. t steigen. Das USDA erwartet dagegen nur 14,1 Mio. t. Als Hauptgrund für den sinkenden Importbedarf nennt das Landwirtschaftsministerium der Volksrepublik jedoch eine geringere Verfütterung von Sojaschrot. Wegen der niedrigen Schweinepreise werde der Einsatz des teuren Sojaschrots im Futter reduziert.


In Argentinien drohen weitere Ertragseinbußen. Starke Regenfälle und Stürme haben die Erntearbeiten unterbrochen. Die Getreidebörse in Buenos Aires hält noch an ihrer bisherigen Prognose von 38 Mio. t (USDA: 39 Mio. t) fest. Es sei aber sehr wahrscheinlich, dass die Menge nach unten korrigiert werden muss, wenn nach Wiederaufnahme der Ernte das Ausmaß der Schäden beurteilt werden kann, warnen die Analysten der Börse in ihrem wöchentlichen Bericht.

Die Mai-Bohne schloss gestern in Chicago mit einem Plus von 6 Cent bei 10,13 US-$/bushel (312,42 €/t) und steht heute Morgen mit knapp 5 Cent im Minus. Mai-Sojaschrot legte am Donnerstag um 1,30 US-$ auf 390,50 US-$/short ton (360,11 €/t) zu und notiert heute Morgen mit 40 Cent im Plus. Spätere Termine geben um bis zu 3,00 US-$/short ton nach. Sojaöl kann die Gewinne von gestern halten und notiert heute Morgen bei 31,15 Cent/pound (576,38 €/t).

Raps: Raps erhielt am Donnerstag vom Wasde etwas Rückenwind. Kurz vor Börsenschluss konnten die Notierungen in Paris zulegen und schlossen schließlich bei 353,50 €/t mit einem Plus von 1,25 €. Auch für Canola waren die Vorzeichen grün. Der Mai-Future legte um 2,80 Can-$ auf 532,70 Can-$/t zu. Unterstützung erhielt Canola auch von den zögerlichen Verkäufen aus der Landwirtschaft und dem zu trockenen Wetter in Teilen der östlichen Prärien.

Palmöl: Die Börse in Malaysia war gestern wegen eines Feiertages geschlossen. Auf dem europäischen Markt zogen die Preise beeinflusst von den hohen Rohölnotierungen weiter an.

Rohöl: Auf den internationalen Rohölmärkten haben die Bullen wieder das Kommando übernommen. Nach der leichten Korrektur am Dienstag stiegen die Notierungen am Mittwoch und Donnerstag wieder deutlich an. Heute Morgen notiert das Fass Brent bei 77,39 US-$ und WTI bei 71,35 US-$. 

Euro/US-Dollar: Der Euro wurde am Donnerstag nach anfänglichen Gewinnen nahezu unverändert gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1878 (Mittwoch: 1,1879) US-$ fest. Heute Morgen notiert der Euro bei 1,1918 US-$ etwas fester.

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