Märkte am Morgen: Ölsaaten

China verschärft Standards für US-Sojaexporte


Herber Schlag für die erfolgsverwöhnte US-Sojabohnenexportwirtschaft. Die chinesischen Behörden senken den Fremdbesatzanteil in Sojabohnenpartien.

 

Sojakomplex: Sojabohnenlieferungen, die in China eintreffen und bis zu 1 Prozent Fremdmaterial enthalten, bleiben ohne Beanstandung. Partien mit einem Besatz von mehr als 1 Prozent werden beprobt, kündigt die USDA-Gesundheitsbehörde an. China verlangt die verschärfte Spezifikationen hauptsächlich wegen des zunehmenden Anteils von Unkrautsamen in den Lieferungen.

Die Qualitätsspezifikationen für gelbe Sojabohnen Nr. 2 - die in den US-Exportverträgen am häufigsten vorkommen - ermöglichen bis zu 2 Prozent Fremdmaterial. Die verschärften Standards dürften den US-amerikanischen Getreidehändlern, die angesichts der weltweiten Rekordmengen an Sojabohnen bereits mit sinkenden Gewinnmargen konfrontiert sind, weitere Kopfschmerzen bereiten. Mit den neuen Auflagen dürften die USA einige Geschäfte mit China verlieren, sagen Händler. Die Lieferanten müssten Aufschläge bezahlen für Partien, die die hohen Standards erfüllen. An Ware aus Brasilien und Argentinien werden keine Anforderungen von den Chinesen gestellt. Um sicherzustellen, dass die Partien nur 1 Prozent Fremdbesatz enthalten, müssen Exporteure und Verarbeiter mit Aufschlägen von rund 15 Cents/bushel für Reinigungskosten rechnen.

China werde wahrscheinlich aus Südamerika kaufen, um mögliche Verzögerungen beim Entladen zu vermeiden, vermuten Händler. Aber sie werden auch US-Soja importieren, verbreiten sie Zuversicht. 2016 kaufte China im Wert von rund 14 Mrd. US-$ Sojabohnen in den USA. Zuletzt hatten im Juli 2017 Vertreter aus China und den USA einen Liefervertrag über 12,53 Mio. t Sojabohnen abgeschlossen. 

Nach diesem Paukenschlag sanken die Notierungen an der Chicagoer Börse um 2 Cents auf 9,54 US-$/bushel für den Januar-Kontrakt und damit auf ein Drei-Monats-Tief. Sojaschrot steigt auf 316,40 US-$/short tons zum Dienstag. Wir müssen vorwärts denken und die Wünsche Chinas erfüllen, sagte ein Exporteur. Gegenüber Soja aus Argentinien und Braslien gibt es keine Auflagen von chinesischer Seite.

Raps: Deutliche Kursverluste gab es am Mittwoch an der Euronext für Raps. Der Februar-Frontmonat rutschte um 4,50 auf 351,50 €/t. 

Aufatmen in Kanada: Kanadischer Raps erfüllt die verschärften Klimaauflagen der EU-Kommission zur Herstellung von Biodiesel. Die EU verlangt bisher, dass Rohstoffe, die zur Herstellung von Biodiesel verwendet werden, 35 Prozent weniger Treibhausgase ausstoßen als fossile Brennstoffe. Dieser Wert wird ab 2018 auf 50 Prozent erhöht. Die EU-Kommission bescheinigte am Dienstag, dass Kanada diese Vorgaben erfüllt. Kanada exportierte Rapssaat im Wert von 325 Mio. can.$ im Jahr 2016 in die EU, vorwiegend um daraus Biodiesel herzustellen. Angesichts der positiven Meldungen von der EU stieg der Canola-Kurs für Januar an der Börse in Winnipeg auf 494,80 can-$/t.

Palmöl: Die Futures für Palmöl an der Börse in Kuala Lumpur starteten hoffnungsvoll mit Gewinnen, doch mussten die Kurse wegen des starken Ringgits und technischen Verkäufen diese wieder im Börsenverlauf abgeben. Damit verteuert sich Palmöl aus Malaysia im Export. Zunächst beflügelten Berichte über niedrigere Produktionszahlen den Handel. Der März-Future gibt um kanpp 1 Prozent auf 2.499 Ringgit (umgerechnet 613,85 US-$/t) nach. Denn die neuesten Exportberichte machten die Runde. Demnach sind in den ersten zehn Dezembertagen die Verschiffungen von Palmöl aus Malaysia um 16 Prozent zurückgegangen gegenüber November. 

Rohöl: Der Rückgang der US-Rohölbestände fiel höher als erwartet aus. Das private API-Institut hatte vorab einen Rückgang der in den USA gelagerten Ölmengen um 5,2 Mio. barrel (159 Liter) ausgewiesen und verhalf damit dem Ölpreis in etwas höhere Regionen. Der WTI-Kontrakt zur Lieferung im Januar stieg auf 57,49 US-$/barrel. Nordseeöl der Sorte Brent für Februar steigt auf 63,98 US-$/barrel. 

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