Märkte am Morgen: Ölsaaten

Iran-Krise treibt Rohöl in die Höhe

Eine Woche vor der Veröffentlichung des Wasde-Reports gehen Händler kein Risiko mehr ein. Die Gewinne im Sojakomplex fallen moderat aus.

 

Sojakomplex: Die Soja-Futures verzeichneten am Donnerstag an der Chicagoer Börse (CBoT) nur leichte Gewinne. Die Wettervorhersagen für Argentinien sind günstiger als noch vor ein paar Tagen und es ist Regen in Sicht. Das führte dazu, dass Händler einige der Wetterprämien aus dem Markt genommen hatten, die sich in letzter Zeit wegen den anhaltenden Hitzeproblemen aufgebaut hatten.

Zudem wirft der in einer Woche am 12. Januar anstehende Wasde-Report seine Schatten voraus. Chart-basierte spekulative Verkäufe dominieren den Handel, weil Händler vor dem Januar-Report über den weltweiten Ölsaatenmarkt ihre Positionen platzieren wollen. Die Januar-Bohne legt leicht auf 9,59 US-$/bushel zu, Sojaschrot verbessert sich auf 315 US-$/short tons.

Raps: An der Pariser Börse Euronext bleibt es zunächst bei steigenden Kursen. Der Februar-Termin verbessert sich erneut um 2,25 auf 357,75 €/t. Von einer Trendwende zu sprechen halten Marktbeobachter bei Raps noch etwas für verfrüht.

Die Canola-Kontrakte an der kanadischen ICE-Börse in Winnipeg verzeichneten einen regen Handel mit soliden Zuwächsen. Nur der Januar bleibt mit 490,30 can.$/t unverändert gegenüber Mittwoch. Die übrigen Futures profieren von einigen spekulativen Käufen und konnten bis zu einer gewissen Grenze nach oben mithalten.

Die Abgabebereitschaft von Canola in der kanadischen Landwirtschaft ist gering. Hingegen ist die Nachfrage der Verarbeiter solide, was die Kurse insgesamt stützt.

Palmöl: Technische Korrekturen und Gewinnmitnahmen beenden kurzfristig den Höhenflug von Palmöl. Zudem wird ein Anstieg der Bestände erwartet, was an der Börse in Kuala Lumpur auf die Gemüter schlägt. Palmöl zur Lieferung im März fällt erstmals nach drei Tagen um 0,8 Prozent auf 2.585 Ringgit/t, umgerechnet 645,44 US-$/t.

Rohöl: Die Ölpreise bleiben wegen  der Iran-Krise auf einem hohen Niveau. Im Vergleich zum Vortag stieg der Preis der Nordseesorte Brent um 13 Cent auf 67,97 US-$/Barrel (159 Liter). Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Februar verteuerte sich auf 61,93 US-$/Barrel.

Die politische Krise im Iran treibt die Ölpreise derzeit an. Am Markt wird befürchtet, dass bei einer weiteren Eskalation auch die iranischen Öllieferungen beeinträchtigt werden könnten. Das Land am Persischen Golf fördert etwa 3,8 Mio. Barrel Rohöl pro Tag und ist damit der drittgrößte Produzent der Organisation erdölexortierender Länder (Opec).
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