Märkte am Morgen: Ölsaaten

Sojaschrot dreht ins Plus


Der Wasde-Report für Februar setzt den Sojabohnen zu. Nur Sojaschrot entgeht der schwachen Stimmung. Rohöl wird billiger.


Sojakomplex:
Die Sojaernte in Argentinien ist das beherrschende Thema an der Börse in Chicago. Öl ins Feuer goss das US-Landwirtschaftsministerium (USDA), das die Produktion 2017/18 im Wasde-Report vergangene Woche herabgestuft hat. Üblicherweise beginnt die Sojaernte in Argentinien Mitte April. Deshalb halten es Marktbeobachter für zu früh zu bestimmen, in welchem Ausmaß die Trockenheit Schaden angerichtet hat. Ferner sind Niederschläge in den kommenden Wochen angekündigt.


Argentiniens Soja-Zyklus ist mit dem der USA zu vergleichen. August-Regenfälle werden oft als die wichtigsten für die Sojabohnenerträge in den USA angesehen, und im Vergleich dazu fällt der argentinische "August" zwischen Mitte Februar und Ende März. Normalerweise ist die Sojaernte Anfang Juni beendet.

Am vergangenen Freitag schließen die März-Bohnen an der CBoT mit 9,83 US-$/bushel im Minus, umgerechnet sind das 294,99 €/t. Nur das Schrot kann sich ins Plus retten und verbessert sich um 2,10 auf 343,80 US-$/short ton, umgerechnet 309,52 €/t. Dieser Anstieg beim Schrot verhinderte einen stärkeren Abstieg der Bohnen.

Raps: Die Rapskurse an der Euronext halten sich wacker und schließen am Freitag bei überschaubarem Handel unverändert bei 154,25 €/t zur Lieferung im März.

Hingegen geraten die Canola-Futures an der Börse in Winnipeg in den Sog von Sojaöl und -bohnen. Mit 497,90 can-$/t ging der Frontmonat an der ICE in das Wochenende. Herausragend ist eine stabile Nachfrage nach Canola von Seiten der Ölmühlen.

Palmöl: Eine Befestigung ist bei Palmöl erkennbar. Die Notierungen zur Lieferung im April erholten sich im Handelsverlauf am Freitag. Sie konnten an der Börse in Kuala Lumpur um 0,8 Prozent auf 2.514 Ringgit/t (umgerechnet 638,56 US-$/t) zulegen. Das war der dritte Tag im Plus in Folge. Unterstützung brachte ein schwacher Ringgittkurs, der Palmöl für ausländische Einkäufer verbilligt. Zudem stehen die Zeichen gut, dass die Exporte wieder zunehmen. Danach sah es im Januar mit einem Rückgang von 8 Prozent auf 1,3 Mio. t nicht aus.


Rohöl:
Die Ölpreise setzen ihre seit Beginn des Monats andauernde Talfahrt fort. Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete am Freitag 63,29 US-$/Barrel (159 Liter). Das waren 1,52 US-$ weniger als am Vortag. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im März fiel mit 59,73 US-$/Barrel erstmals wieder unter die Marke von 60 US-$/Barrel. Unter anderem haben heftige Kursverluste an den Aktienbörsen die Ölpreise mit nach unten gezogen. Spekulative Finanzanleger dürften sich von ihren Long-Positionen verabschieden. Die Zahl der US-Bohrlöcher ist erneut gestiegen.


 

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