Märkte am Morgen: Ölsaaten

Närrischer Rosenmontag in Chicago

Wettermärkte lösten eine Rally in Chicago aus. Raps stabilisiert sich. Rohöl wird wieder teurer.

Sojakomplex: Eine rasante Fahrt der Sojabohnennotierungen fand am Montag in Chicago statt. Die Sorgen über die Auswirkungen der Trockenheit in Argentinien verdrängten für kurze Zeit die Nachricht aus dem US-Landwirtschaftsministerium (USDA), dass private Exporteure den Verkauf von 455.000 t US-Sojabohnen nach China stornierten. Gleichzeitig enthüllte das USDA Verkäufe an ein „unbekanntes Einfuhrland“  über 198.000 t Sojabohnnen für die laufende Saison, plus weitere 116.000 t für 2018/19. Händler bewerten die Absage deshalb als ein Kündigungs- und Ersatzgeschäft. Die Ware soll jetzt Brasilien liefern.

Die Sojabohnen-Futures für März an der CBoT endeten am Montag 1,9 Prozent höher bei 10,00 US-$/bushel, umgerechnet 299,32 €/t. Doch mit dem Erreichen der 10-US-$-Marke war dann auch Schluss an diesem Montag. Da derzeit nicht wirklich nennenswerte Mengen an Sojabohnen verkauft werden, kommt jeder zusätzliche Überhang wie die aktuelle Stornierung zu diesem Zeitpunkt des Wirtschaftsjahres 2017/18 schlecht, schildert ein Händler die Situation. Denn schon jetzt erreichen die Sojabohnen-Bestände in den USA zum Ende des Wirtschaftsjahres 2017/18 Höchststände.
 
Und dann gibt es die anhaltenden Sorgen über die Trockenheit in Argentinien, wobei ein Wetterdienst bestätigte, dass die Regenschauer am Wochenende in Cordoba und Santa Fe unterdurchschnittlich abschnitten, aber im nördlichen Teil von Cordoba, Entre Rios und im Norden von Buenos Aires zu Verbesserungen führten. Doch für diese Woche ist wieder Sonnenschein angesagt, was die Entwicklung von Mais und Soja hemmt.

Private Handelshäuser erwarten jetzt schon eine Sojabohnenproduktion in Argentinien um die 45 Mio. t , wenn sich die Wetterlage nicht bald ändert. Das USDA hatte im Februar-Wasde die argentinische Sojabohnenernte auf 54 Mio. t taxiert. Ein solcher Rückgang könnte nur bedingt durch einen Anstieg der brasilianischen Produktion ausgeglichen werden.
 
Während Sojabohnen durch die Stornierung der chinesischen Bestellungen etwas Gegenwind verspürten, waren es die Sojaschrot-Futures, die um 4,2 Prozent auf 357,80 US-$/short ton für den März kletterten, umgerechnet 321,09 €/t. Dies ist der höchste Wert für einen Frontmonat seit 18 Monaten.

Raps: Chart-basierte Käufe festigen den Kursverlauf von Canola an der Börse von Winnipeg in Kanada. Ein Kursfeuerwerk fand auch dort am Montag statt, ähnlich wie in Chicago. Die anhaltende Schwäche des kanadischen Dollars steuerte noch seinen Teil dazu, dass der Frontmonat nun 499,30 can.$/t erreicht, sein bestes Level seit Dezember 2017. Nur die Schwäche des Sojaöls hielt einen weiteren Anstieg auf.

An der Euronext berappelt sich der Februar-Termin für Raps auf 352,50 €/t. Bei überschaubarem Handel war das ein Zuwachs von 2,50 €/t.


Palmöl: Eine Delegation von Handelsvertretern aus Kuala Lumpur ist in dieser Woche erneut auf Tour in der EU. Sie versuchen über das vom EU-Parlament beschlossene Verbot von Palmöl als Basis von Biokraftstoffen ab 2021 zu verhandeln. Der Frontmonat April an der Börse von Kuala Lumpur verbessert sich auf 2.543 Ringgit/t (umgerechnet 645.92 US-$/t) und erreicht damit den größten Gewinn innerhalb der vergangenen 14 Tage.

Rohöl: Die Ölpreise konnten sich am Montag von den hohen Verlusten der Vorwoche erholen. Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete 63,29 US-$/barrel. Das waren 50 Cent mehr als am Freitag. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im März stieg um 69 Cent auf 59,89 US-$/barrel. Mit einer Förderung von mittlerweile mehr als 10 Mio. barrel (159 Liter)  je Tag sind die USA zu einem der weltgrößten Ölförderer aufgestiegen.

Vor diesem Hintergrund hat die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ihre Prognose für das Rohöl-Angebot aus Förderländern außerhalb des Kartells zum dritten Mal in Folge angehoben. Das Kartell rechnet mit  einem Anstieg um durchschnittlich 1,4 Mio. barrel pro Tag, wie aus dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht der Opec für Februar hervorgeht. Die neue Prognose liegt damit um etwa 250.000 barrel pro Tag über der Prognose aus dem Vormonat.

stats