Märkte am Morgen: Ölsaaten

Sojakurse in der Klemme


Die Berg- und Talfahrt bei den Sojabohnen geht weiter. Die weitere Kursentwicklung am Markt für Sojabohnen bleibt stark von der weiteren Entwicklung im Handelskonflikt bestimmt.

Strafzoll Sojakomplex: "Die Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China hat den Sojabohnenpreis unter Druck gesetzt", kommentierten Rohstoffexperten der Commerzbank den Handelstag am Freitag. Mittlerweile wird auch Kritik am Verhalten Chinas laut. Es mache keinen Sinn, dass die Chinesen Sojabohnen mit Zöllen belegen, sagte ein Händler. Immerhin ist das Land der größte Importeur von Sojabohnen. Er setzt deshalb auf die noch ausstehenden Verhandlungen von Regierungsvertretern.

Zölle bremsen Weltwirtschaft aus

US-Präsident Donald Trump hat vor dem vergangenen Wochenende seine Behörden angewiesen, die Auswirkungen von Strafzöllen auf chinesische Produkte im Wert von 100 bis 150 Mrd. US-$ zu prüfen. Diese erneuten Drohgebärden führten kurzfristig zu einem starken Einbruch vor allem bei den Ölsaaten in Chicago. Denn China erwiderte die Pläne in Washington mit harten Gegenmaßnahmen. Für Sojabohnen, Mais, Weizen und Baumwolle kündigte China Strafzölle von 25 Prozent an, sollte Trump sein Vorhaben umsetzen. Obwohl bislang noch kein Zeitpunkt für den Beginn der Zölle bekannt ist und noch keine Verhandlungen geführt wurden, sind die internationalen Börsen in Alarmstimmung. Analysten fürchten, dass die Auseinandersetzungen den internationalen Welthandel lähmen könnten und beispielsweise den Rohölhandel bremsen.

 

Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, äußerte gegenüber dpa die Sorge, dass die Landwirtschaft in den Handelsstreit der USA mit China und der EU, bei dem es eigentlich um Industriegüter gehe, hineingezogen werde. Der Bauernverband hofft, dass es der EU-Kommission gelingt, mit den USA zu einer Einigung zu kommen. Die USA hatten die EU bis Mai vorübergehend von Zöllen auf Stahl und Aluminium ausgenommen.

Am Freitagmorgen fiel der Sojabohnen-Preis zur Lieferung im Mai zeitweise mehr als zwei Prozent bis auf 10,06 US-$. Im weiteren Handelsverlauf erholten sich die Notierungen etwas und am Ende notieren die Sojabohnen zur Lieferung im Mai am vergangenen Freitag mit 10,33 US-$ (umgerechnet 309 €/t) etwas über Vortag. Sojaschrot verbessert sich auf 386,30 US-$/short tons (umgerechnet 346,30 €/t).

Neuer Wasde am Dienstag

Fundamentale Nachrichten wie Meldungen über geringere Produktionsmengen am Sojamarkt werden derzeit von dem Handelskonflikt zurückgedrängt. In Argentinien steuert alles auf eine niedrigere Sojabohnenernte hin. Und die US-Exportzahlen sind ungeachtet des Handelskonfliktes in der Osterwoche erfreulich gelaufen. Das USDA berichtet von Lieferungen über 130.000 t Sojabohnen nach Mexiko sowie fast 500.000 t an eine „unbekannten“ Destination.

Am kommenden Dienstag veröffentlichte das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) seinen Wasde-Report für April über das weltweite Angebot und den Verbrauch von Ölsaaten.

Raps: Fest präsentieren sich die Canola-Kurse in Kanada. An der ICE Börse in Winnipeg klettert der Mai-Futures am Freitag um 2,80 auf 531,80 Kan-$/t. Die ungünstige Wetterlage in den Anbaugebieten mit Frost und Trockenheit sowie spekulative Käufe untermauern die derzeit feste Tendenz. Sollte das Wetter den Farmern weiterhin einen Strich durch die Anbaupläne machen, könnte der verspätete Aussaatbeginn eine kurzfristige Umstellung auf andere Kulturen bedeuten.

Raps an der Pariser Börse Euronext hielt sich am vergangenen Freitag wacker und schließt für den Mai-Termin unverändert bei 352,50 €/t.

Palmöl: Die Regierung in Malaysia will die Steuerbefreiung auf Palmölexporte um einen weiteren Monat im April verlängern. Die Futures an der Börse in Kuala Lumpur zur Lieferung im Juni steigen am vergangenen Freitag um 1,3 Prozent auf 2.505 Ringgit/t (umgerechnet 647,62 US-$/t).

Rohöl: Der Handelsstreit zwischen den USA und China belastet den Rohölmarkt sehr. Am Freitag sank der Kurs der Nordseesorte Brent zur Auslieferung um 92 Cent auf 67,40 US-$/Barrel (159 Liter). Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Mai fiel um 1,23 auf 62,30 US-$/Barrel. Eine Eskalation des Handelskonflikts  könnte nach Ansicht von Rohstoffexperten der Commerzbank die Weltwirtschaft bremsen und zu einem Rückgang der Ölnachfrage führen. 

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats