Märkte am Morgen: Ölsaaten

Rohöl erklimmt höchsten Stand seit 2014


Die Märkte für Ölsaaten und Rohöl reagieren empfindlich auf den sich zuspitzenden Konflikt zwischen den USA und Russland in Syrien. Der Sojakomplext steht unter Druck.

Sojakomlex: Die vom US-Landwirtschaftsministerium (USDA) leicht zurückgenommenen US-Sojabestände im jüngsten Wasde-Report verhinderten einen stärkeren Rückgang der Sojabohnen-Notierungen am Mittwoch. Die Mai-Bohne rutscht um 2,25 auf 10,47 US-$/bushel (umgerechnet 311 €/t) herab. Technische Verkäufe setzten ein.

In Argentinien ist der Streik von Arbeitern in zwei Ölmühlen von Cargill beendet. Die vorübergehend abgeschalteten Werke verarbeiten wieder Sojabohnen.

Raps: Raps an der Euronext hat den fundamentalen Faktoren derzeit kaum etwas entgegenzusetzen. Der Mai-Kontrakt verliert am Mittwoch um 1,75 auf 347,25 €/t. Neue Anbauzahlen in der EU lassen auf eine größere Fläche schließen. Nach Angaben der Ufop könnte sich der Anbau in Deutschland und Polen aufgrund regionaler Auswinterungen in Ostdeutschland und Westpolen sowie schlechter Aussaatbedingungen in Norddeutschland gegenüber dem Vorjahr rückläufig entwickeln. Demgegenüber haben die Erzeuger in Frankreich und Rumänien den Rapsanbau ausgeweitet. In den meisten EU-Ländern habe es wegen des  überwiegend milden Winters kaum Schäden an den Kulturen gegeben, so die Ufop weiter.

Auch die Canola-Futures an der ICE-Börse in Winnipeg geraten in den Sog des schwachen Sojaöls (31,53 US-Cent/pound, umgerechnet 56,25 €/t). Es kommt ebenfalls zu technischen Verkäufen. Ein starker kanadischer Dollar schwächt die Wettbewerbsfähigkeit von Canola im internationalen Handel. Canola sollte eventuell für US-Sojabohnen einspringen, sollte sich der Handelskonflikt zuspitzen. Mittlerweile beherrscht vielmehr die Sorge eines militärischen Eingreifens der USA in Syrien die Gespräche. Der Mai-Futures für Canola schließt um 3,70 auf 523,40 kan.-$/t niedriger als am Vortag. Der umsatzstarke Juli-Kontrakt fällt auf 530 kan.-$/t. Auch in Kanada könnte das kalte Wetter die Farmer dazu veranlassen, auf den für Canola vorgesehenen Flächen andere Kulturen zu säen.

Palmöl: Auf Rückzug begeben sich derzeit die Palmölnotierungen in Malaysia. Der Markt nimmt sich eine Pause nach den früheren Entwicklungen und bewegt sich in einer Spanne von 2.400 und 2.400 Ringgit/t, sagte ein Händler. Am dritten Verlusttag angesichts der Schwäche am gesamten Pflanzenölmarkt in Chicago fällt die Benchmarke zur Auslieferung im Juni an der Börse in Kuala Lumpur am Mittwoch um 0,1 Prozent auf 2,431 Ringgit/t (umgerechnet 627,68 US-$/t).

 

Rohöl: Die Ölpreise sind am Mittwoch angesichts einer wachsenden geopolitischen Unsicherheit stark gestiegen. Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kletterte auf 72,53 US-US-$/barrel (159 Liter). Das waren 1,45 US-$/barrel mehr als am Dienstag und so hoch wie zuletzt Ende 2014. Der Preis für ein barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Mai stieg um 1,50 US-$ auf 67,02 US-$/barrel. So hat Saudi-Arabien Raketen aus dem Jemen über der Hauptstadt Riad abgefangen. Für Verunsicherung sorgen Aussagen von US-Präsident Donald Trump gegenüber Russland, ein Militärschlag in Syrien stehe unmittelbar bevor. Die überraschend gestiegenen Rohöllagerbestände in den USA um 3,3 auf 428,6 Mio. barrel geraten dadurch zur Nebensache und wirken sich nicht auf den Kursverlauf aus.

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