Märkte am Morgen: Ölsaaten

USA machen Strafzölle wahr


Alle Verhandlungen waren umsonst. Zum heutigen Freitag erheben die USA Strafzölle auf chinesische Produkte im Handelswert von 50 Mrd. US-$. Die Chinesen wollen mit Zöllen auf US-Sojabohnen reagieren.


Der internationale Währungsfonds IWF warnt vor einem Handelskrieg. Laut Regierungskreisen hat US-Präsident Donald Trump bereits ein Dekret unterzeichnet. Damit treten die Zölle auf chinesische Waren heute in Kraft. China hat US-Sojabohnen im Visier als Gegenmaßnahme. 

Sojakomplex:
Sojabohnen für Juli an der Chicago Board of Trade (CBoT) rutschen unter die 10-US-Dollar-Marke und sinken für Juli auf 9,27 US-$/bushel (umgerechnet 294,30 €/t). Schrot notiert bei 343,20 US-$/short tons (umgerechnet 326,66 €/t). Sollten die USA Importzölle erheben, wird China mit großer Sicherheit Zölle auf US-Sojabohnen einführen. Damit könnte die Ware in Südamerika und Kanada gekauft werden. Der Handelskonflikt kommt nicht überraschend. Seit Wochen war an der CBoT über die Folgen der Zölle auf beiden Seiten spekuliert worden und damit auch in die Notierungen eingepreist.

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) gibt wöchentliche US-Sojabohnenexporte bekannt für die alte Ernte von 500.000 t und die neue Ernte von 300.000 t. China war unter den Käufern nicht dabei.

Raps: Der Juli-Kontrakt für Canola schließt am Donnerstag um 2 auf 517,30 kan-$/t fester. Der kanadische Dollar verliert mehr als einen halben Cent im Verhältnis zum US-$. Dadurch steigen die Verarbeitungsmargen und machen Canola aus Kanada wettbewerbsfähiger auf dem Weltmarkt. Aber es gibt auch Druck auf die Kurse. Die Wetterbedingungen in den Prairies sind optimal und der Sojakomplex in Chicago gibt ein schwaches Bild ab.

Wenn China als Gegenreaktion auf die US-Zölle wiederum Einfuhrzölle auf US-Sojabohnen erheben wird, was frühestens am 22. Juni möglich ist, könnte es für die EU schwieriger werden, Raps einzuführen. Denn Kanada und die Ukraine könnten mit Ware nach China einspringen. Solche Modelle scheinen die Rapskurse an der Euronext in Paris zu beflügeln. Zumindest am Donnerstag gibt es ein Plus beim Erntemonat August um 2,25 auf 351,75 €/t.

Palmöl: An der Börse in Kuala Lumpur konnte sich Palmöl zur Lieferung im August von seinem schweren Rückschlag am Mittwoch wieder etwas erholen. Die Benchmarke zur Lieferung im August steigt auf 2.336 Ringgit (umgerechnet 586,20 US-$/t). Die Festtage im Land dürften zu dem Anstieg verholfen haben. Das EU-Parlament hat beschlossen, den Einsatz von Palmöl in Biokraftstoffen bis 2030 auslaufen zu lassen. Allerdings soll über die Begrenzung mit Malaysia und Indonesien noch verhandelt werden.

Rohöl: Die Ölpreise sind am Donnerstag gefallen. Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete 76,11 US-$/Barrel (159 Liter), 63 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Juli fiel um 11 Cent auf 66,53 US-$/Barrel. Ein steigender US-Dollar belastet die Ölpreise.  Das Versprechen der Europäischen Zentralbank (EZB), ihre Zinsen bis Sommer 2019 nicht anzuheben, hatte den Euro belastet und den US-Dollar gestützt. In der kommenden Woche wird auf dem Treffen der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) in Wien über die bestehende Förderbeschränkung gesprochen. Saudi-Arabien und Russland wollen ihre Fördermengen eventuell erhöhen.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats