Märkte am Morgen: Ölsaaten

US-Soja in Hülle und Fülle


Die beiden Landwirtschaftsministerien in den USA und Kanada geben heute ihre aktuellen Flächenschätzungen bekannt. Überraschungen und damit Börsenreaktionen sind nicht auszuschließen.

Sojakomplex: Der Donnerstag war ein verhältnismäßig unaufgeregter Handelstag an der CBoT. Die Futures endeten schwächer; Händler stellten vorwiegend ihre Positionen vor der Veröffentlichung der Anbauflächen am heutigen Freitag glatt. Die Juli-Bohne rutscht auf 8,61 US-$/bushel (umgerechnet 273,75 €/t). Schrot gibt um 2,50 auf 331,40 US-$/short tons nach; beide für den Juli-Kontrakt, der Mitte kommenden Monats ausläuft.

Die allgemeinen Erwartungen im Vorfeld der USDA-Schätzung gehen von einem Anstieg der Sojabohnenflächen in den USA um etwa 500.000 acres gegenüber der vorigen Schätzung aus. Zu Lasten der Notierungen dürften  Befürchtungen sein, wonach die Bestände ebenfalls über dem Vorjahresniveau liegen.

Das USDA berichtet von wöchentlichen US-Sojabohnenexporten in Höhe von 360.000 t alterntiger Ware. Sie liegen damit am unteren Ende der Handelserwartungen. Die Exporte neuer Ernte fallen mit 640.000 t erfreulicher im Zeitraum vom 12. bis 20. Juni aus. Im Mittleren Westen der USA verlaufen die Erntearbeiten noch reibungslos. Allerdings mehren sich Berichte, wonach es in einigen Gebieten feucht und nass zu werden droht.

Raps: Die Canola-Kontrakte an der ICE-Börse im kanadischen Winnipeg schlossen  am Donnerstag um 2,50 auf 510,40 kan.-$/t schwächer. Die größten Verluste fuhren die alten Erntekontrakte ein. Die meisten Teilnehmer stiegen aus dem Frontmonat aus. Für die Prämie alte Ernte gibt es angesichts der bevorstehenden großen Ernte in Kanada keinen Grund mehr, sagten Händler. Der November-Termin wurde stärker gehandelt und liegt gleichauf wie der Juli.

Die Stärke des kanadischen Dollars, der im Vergleich zum US-Dollar um etwa einen halben Prozentpunkt gestiegen ist, trug zu dem sanfteren Ton bei Raps bei. Wie in den USA wird das kanadische Statistikamt am heutigen Freitag die Flächenschätzungen veröffentlichen. Bis dahin ist der Markt verhalten.

Raps an der Pariser Börse Euronext lässt sich von der Schwäche in Übersee derzeit nicht beeindrucken. Der Erntemonat hat die 360-Euro-Marke im Blick und schiebt sich am Donnerstag auf 359 €/t vor.

Palmöl: Die Palmöl-Futures steigen am Donnerstag um mehr als 1 Prozent und damit auf ihren höchsten Stand seit zwei Wochen. Der Ringgit-Kurs notiert schwächer und leistet Unterstützung, da Palmöl günstiger auf dem Weltmarkt angeboten wird. Ferner berichten Händler von einem Vorschlag der US-Umweltschutzbehörde, das Mandat für Palmöl in der Beimischungsquote zu erhöhen.

Rohöl: Die Ölpreise sind am Donnerstag gestiegen. Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete 77,97 US-$. Das waren 35 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) kletterte um 93 Cent auf 73,69 US-$.

Händler begründeten den Preisanstieg mit Lieferausfällen aus Libyen. Die östlichen Häfen sind in der Hand eines regionalen Militärführers. Die Rechte für die Ölexporte wurden an eine von der nationalen Ölgesellschaft unabhängige Gesellschaft übertragen. Die USA, Großbritannien, Frankreich und Italien lehnen jedoch Geschäfte mit dieser ab. Libyen ist das Land mit den größten Rohölvorräten in Afrika. Nach Angaben des US-Energieministeriums waren die Rohölvorräte der Vereinigten Staaten in der vergangenen Woche so stark gefallen wie seit September 2016 nicht mehr. Dies spricht für ein knapper werdendes Angebot, was die Preise steigen lässt.

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