Märkte am Morgen: Ölsaaten

Handelsstreit bremst Ölpreis aus


Am Freitag traten chinesische Zölle im Wert von 34 Mrd. US-$ in Kraft. Die Vergeltungszölle zielen vor allem auf die amerikanische Landwirtschaft. Die Reaktionen an den Börsen sind vielfältig.

Sojakomplex: Deckungskäufe am vergangenen Freitag lassen auf einen überkauften Markt schließen, heißt es in den US-Börsenanalysen. Der Markt suchte nach den Verlusten der Vorwoche und vor dem Inkrafttreten der Zölle nach Orientierung. Lange Zeit war nicht klar, wie sehr sich die Strafzöllle Chinas auf Angebot und Nachfrage von US-Sojabohnen auswirken werden. Dazu kamen am Freitag aktuelle Ernteschätzungen des Analystenhauses Informa. Informa erhöht den Ertrag von Sojabohnen in den USA auf 49,8 bushels/acre. Das ist etwas mehr als noch zuvor geschätzt.
Allerdings dürsten in einigen Regionen im Mittleren Westen die Pflanzen nach Wasser, während in anderen Teilen die Bestände im Wasser stehen. Die unterstützenden Impulse haben zum Wochenede überwogen. An der Börse in Chicago können die Sojabohnen für den September-Termin auf 8,77 US-$/bushel (umgerechnet 274,40 €/t) zulegen. Das Schrot steigt ebenfalls um 11,70 auf 338,10 US-$/short tons (317,30 €/t).

Am kommenden Donnerstag gibt es weitere Zahlen, dann wird das US-Landwirtschaftsministerium seinen Wasde-Report zum weltweiten Handel mit Agrarprodukten veröffentlichen.

Raps: Die Canola-Kontrakte an der ICE-Börse in Winnipeg befestigen sich am Freitag. Sie  bekommen einen kräftigen Schub von soliden Gewinnen bei Soja- und Palmöl. Händler stellten vor dem Wochenende Positionen glatt. In weiten Teilen Westkanadas herrscht heißes Sommerwetter. Die Lage bleibt bis zur kommenden Woche wohl unverändert. Der November-Futures endet am Freitag im Plus bei 511,20 kan.-$/t.

Am Freitag galt mit dem Inkrafttreten der Strafzölle von den USA und China die Börsenregel: „Verkaufe bei Gerüchten und kaufe, wenn die Fakten auf dem Tisch liegen." Nur die Stärke des kanadischen Dollarkurses macht Canola in anderen Ländern teuer.

Palmöl: Die Palmöl-Futures an der Börse in Kuala Lumpur tendierten am Freitag seitwärts, nach drei abwärts gerichteten Börsensitzungen zuvor. Die Benchmarke zur Lieferung im September stieg am Freitag mittag um 0,2 Prozent auf  2.289 Ringgit/t (umgerechnet 566,30 US-$/t).

Der Handel ist vorsichtig und beobachtet zunächst die Auswirkungen der Strafzölle, mit denen sich die USA und China gegenseitig abstrafen.

Rohöl: Die Ölpreise haben am Freitag keine klare Richtung gezeigt. Nachdem sie zunächst noch an die Verluste vom Vortag anknüpfen konnten, zeigten sie sich zuletzt uneinheitlich. Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kostete 77,10 US-$/Barrel (159 Liter) und damit 29 Cent weniger als am Vortag. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im August stieg um 66 Cent auf 73,60 $/Barrel. Am frühen Montagmorgen sinkt der Kurs auf 77,04 US-$/Barrel. Die jüngste Zuspitzung im Handelsstreit zwischen den USA und China mit Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft dürfte die Ölpreise belasten.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats