Märkte am Morgen: Ölsaaten

USA in neuen Gesprächen mit China und der EU

Wichtige politische Treffen in dieser Woche werden die Ölsaatenmärkte beeinflussen. Händler gehen zunächst in Wartestellung.

 

Vertreter von EU und den USA wollen nun mit der Ausarbeitung des „Deals“ zwischen EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und US-Präsident Donald Trump beginnen, der unter anderem höhere Einfuhren von US-Sojabohnen in die EU umfasst. Im Verlauf der Woche soll zudem eine chinesische Delegation in Washington eintreffen, um den Handelskonflikt zu entschärfen. Beobachter sind optimistisch, dass es zu einer Annäherung kommen könnte, da im November in den USA die Zwischenwahlen stattfinden. Trump darf mit den Strafzöllen nach China nicht zu viele Wähler wie die Farmer verprellen.

Sojakomplex: An der CBoT verlieren die Sojabohnen am Freitag für September in der Spitze bis zu 15 Cent/Bushel. Doch wenige Minuten vor Handelsschluss erholten sich die Kurse,  was am Ende die Verluste auf 4 Cent auf 8,81 US-$/bushel (umgerechnet 283 €/t) schmälerte. Nachdem sie am Donnerstag stark gestiegen waren, kam es vor dem Wochenende zu Gewinnmitnahmen, die die Preise fast den ganzen Tag belasteten. Sojaschrot notiert bei 330,10 US-$/short tons (umgerechnet 318 €/t). Im Mittleren Westen der USA sind Regenfälle angekündigt, was das Pflanzenwachstum beschleunigen könnte.

Raps: Die ICE-Futures für kanadischen Canola schlossen am Freitag mit kleinen Gewinnen, nachdem es an der CBoT bei Sojabohnen kurz vor Handelsschluss zu einer technischen Unterstützung kam. Die Sorgen über Hitze und Trockenheit in vielen Canola-Anbaugebieten im Westen des Landes reißen nicht ab. Zudem erwarten Händler für dieses Jahr eine große Ernte, die es zu vermarkten gilt. Eine starke kanadische Währung und die Vermutung, Canola sei auf dem Weltmarkt zu teuer im Vergleich zu anderen Ölsaaten, machte gewisse Hoffnungen wieder zunichte. Mit 510,90 kan.-$/t geht der November-Kontrakt an der ICE-Plattform ins Wochenende. Raps an der Euronext gibt sich mit einem bescheidenen Zuwachs am Freitag zufrieden und endet bei 383,75 €/t.

Palmöl: Die Benchmarke für Palmöl am Freitag an der Börse in Kuala Lumpur stieg um 1 Prozent bis  auf 2.244 Ringgit/t (umgerechnet 547,05 US-$/t ). Die Ministerin für Industrie in Malaysia, Teresa Kok, wird in dieser Woche Premierminister Tun Mahathir bin Mohamad nach China begleiten, um für Palmöl und Kautschuk aus Malaysia zu werben. Geplant ist die Unterzeichnung von drei Abkommen. Die Delegation spricht mit Wirtschaftsvertretern über eine Kooperation für Zusammenarbeit in diesen Sektoren.

Rohöl: Am Freitag kostete die Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober 71,68 US-$/Barrel (159 Liter). Das waren 25 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im September stieg um 31 Cent auf  65,77 US-$/Barrel. Verantwortlich für die zuletzt schwache Entwicklung der Ölpreise ist ein überraschender Anstieg der US-Rohöllagerbestände sowie der Handelsstreit zwischen den USA und China, der die globale Ölnachfrage belasten könnte.

 

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