Märkte am Morgen: Ölsaaten

Trump zeigt kein Einlenken im Handelsstreit


Der Sojakomplex steht in der Falle. Die Notierungen können sich von ihrem Abwärtstrend nicht lösen. Zu groß sind die Nachwirkungen der USDA-Ertragsschätzungen für US-Sojabohnen, was eine Rekordernte 2018 bescheren dürfte.

 

Sojakomplex: Zudem schütteten am Donnerstag Aussagen von US-Präsident Donald Trump weiteres Öl ins Feuer, er stehe nicht unter Druck, mit den Chinesen ein Handelsabkommen auf den Weg zu bringen. Er zeigt sich unnachgiebig und bescheinigt China eine kollaborierende Wirtschaft. Dieser Tweet beendete alle Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Handelsstreits. Marktbeobachter führten den Preisrückgang bei Soja auf Signale für eine mögliche Zuspitzung im Handelsstreit zwischen den USA und China zurück. Dies hatte zuvor sogar zu einer gewissen Festigkeit im Börsenverlauf geführt. Denn die US-Farmer, die auf Soja gesetzt haben, leiden enorm unter den Folgen des Handelsstreits. Schließlich ist China der größte Käufer von Sojabohnen. Die November-Bohne gibt am Donnerstag erneut 6,75 Cent auf 8,33 US-$/bushel (umgerechnet 262 €/t) ab. Schrot steht am Ende bei 312,40 US-$/short tons (umgerechnet 294,60 €/t).

Raps: An der Euronext kam es beim Raps zu einem kleinen Umkehrschwung. Der November-Kontrakt für Raps kann sich sogar leicht auf 368,25 €/t am Donnerstag verbessern. In Deutschland wird ein Anbaurückgang um 20 Prozent befürchtet. Die Trockenheit verhindert eine reibungslose Aussaat, zum Keimen gibt es keinen Tropfen Wasser. An der ICE-Plattform in New York schließt der kanadische Canola-Futures für November unverändert bei 489,90 kan-$/t.

 

Palmöl: Die Palmöl-Futures konnten am Donnertag an der Börse in Kuala Lumpur zulegen. Die Benchmarke zur November-Lieferung steigt um 0,3 Prozent auf 2.243 Ringgit/t (umgerechnet 541,40 US-$/t). International sind die Ölsaatenmärkte schwach gestimmt, was den Auftrieb von Palmöl begrenzte, bewerten Händler den Börsenverlauf. Eine höhere Nachfrage hat den Markt in Malaysia angeregt. Vor allem die Exporte dürfte anlaufen, nachdem die Exportsteuer auf Palmöl auf null gesetzt wurde, nach 4,5 Prozent im August.

 

Rohöl gibt stark nach

Rohöl: Am Donnerstag kostete die Nordseesorte Brent zur Lieferung im November 78,52 US-$/Barrel (159 Liter). Das waren 1,22 US-$ weniger als am Vortag. Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) zur Oktober-Lieferung fiel um 1,48 auf 68,89 US-$/Barrel. In den USA sinken unerwartet stark die Ölreserven. Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt vor einem Anstieg der Ölpreise aufgrund von Produktionsausfällen im Iran und Venezuela. Sollten andere wichtige Förderländer wie Saudi-Arabien die Ausfälle nicht ausgleichen, könnte laut IEA der Rohölpreis die Marke von 80 US-$/Barrel brechen.

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