Märkte am Morgen: Ölsaaten

Farmer in Argentinien setzen auf Sojabohnen


Immer noch wirken die hohen Produktionszahlen für US-Sojabohnen, die der September-Wasde veröffentlichte, an der Chicagoer Börse nach. Ferner droht US-Präsident Donald Trump mit weiteren Zöllen.

Das Zentrum des Tropensturms "Florence" entlädt sich mit extremen Regenfällen in den US-Bundesstaaten North und South Carolina. Der Schiffsverkehr ruht. Experten warnen vor tagelangen heftigen Regenfällen.

Trump hat einem Bericht der Agentur Bloomberg zufolge seine Mitarbeiter angewiesen, im Handelsstreit mit China trotz Gesprächen neue Strafzölle auf Importe aus der Volksrepublik im Volumen von insgesamt 200 Mrd. US-$  einzuleiten. Mit einer Vergeltungsmaßnahme der chinesischen Führung in ähnlichem Umfang wird gerechnet.

Sojakomplex: Die Sojabohnen reagierten prompt auf diese negativen Nachrichten. Denn im Laufe der Woche hatten sich doch Hoffnungen verbreitet, Trump würde im Handelsstreit einlenken. Weit gefehlt. Die Sojabohnen-Futures an der Chicago Board of Trade (CBoT) enden im technischen Handel leicht schwächer am vorigen Freitag. Um 2,75 Cent auf 8,30 US-$/bushel (umgerechnet 262,25 €/t) verliert die November-Bohne gegenüber der Wochenmitte, als die Kurse nach der Veröffentlichung des September-Wasde regelrecht eingebrochen sind. Angesichts der hohen Produktion und Bestände, waren die Verluste am Freitag überschaubar. Sojaschrot zur Lieferung im Oktober geht mit 305 US-$/short tons (umgerechnet 289,60 €/t) aus dem Handel. Sojaöl an der CBoT schließt am Freitag schwächer bei 27,49 US-Cent/Pound (umgerechnet 52 Eurocent/kg). Im vorbörslichen Handel fängt die Woche beim Sojakomplex wieder im Minusbereich an.

Die Landwirte in Argentinien haben die Aussaat von Sojabohnen für die Anbausaison 2018/19 größtenteils abgeschlossen. Regenfälle sorgten für ausreichend Feuchtigkeit zur Aussaat. Nach der Einführung einer Exportsteuer auf Getreide werden die Landwirte in Argentinien wahrscheinlich den Maisanbau einschränken und dafür mehr Sojabohnen pflanzen. Zu dieser Einschätzung kommen die Experten der Börse Bolsa de Comercio de Rosario (BCR) in ihrer monatlichen Analyse. Der Anbau von Sojabohnen könnte um 1,3 Prozent auf 18 Mio. ha zunehmen. Die Börse erwartet einen Anstieg der Sojabohnenernte in Argentinien auf 50 Mio. t, das USDA hatte zuletzt eine Erntemente von 57 Mio. t für das südamerikanische Land geschätzt.

Raps: Die kanadischen Canola-Futures an der ICE-Plattform in New York bewegen sich am Freitag in einer engen Handelsspanne, zum Börsenschluss gelingt ein kleiner Gewinn von 1 auf 490,90 kan-$/t. Die Wettermärkte mit ersten Frösten und Regen in den Anbaugebieten bieten eine breite Unterstützung. Dadurch verzögern sich die Erntearbeiten in den Prärien. Immer noch herrscht große Unsicherheit darüber, wie die Ernte ausfallen wird. Am kommenden Mittwoch wird Statistics Canada einen aktuellen Erntebericht, basierend auf Satellitendaten, veröffentlichen. Händler stellen davor Positionen glatt. Die Schwäche des kanadischen Dollars war ferner kurstreibend, da kanadischer Canola-Raps für internationale Käufer attraktiver wurde.

Die Rapsnotierungen an der Euronext in Paris schließen die aufregende Woche im Plus ab. Der Kontrakt für November verbessert sich um 1,75 auf 370 €/t.

Palmöl:
Die Palmöl-Futuren an der Börse in Kuala Lumpur fallen am vergangenen Freitag auf ein Zwei-Wochen-Tiefstand. Zu sehr belasten hohe Palmölbestände sowie schwache internationale Ölmärkte die Kurse in Malaysia. Ein erstarkter Riniggitkurs macht Palmöl aus Malaysia zudem teurer gegenüber anderen Herkünften. Die Benchmarke für Palmöl an der Bursa Malaysia Derivatives Exchange zur Lieferung im November sank um 0,9 Prozent auf 2.222 Ringgit/t (umgerechnet 537,10 US-$/t), so niedrig wie Ende August nicht mehr. Wegen eines Feiertags sind die Börsen in Malaysia am heutigen Montag geschlossen und öffnen wieder am 18. September.

Rohöl: Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im November fällt am Freitag um 24 Cent auf 77,95 US-$/Barrel (159 Liter). Der Preis für die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Oktober-Lieferung stieg dagegen um 10 Cent auf 68,69 US-$/Barrel. Das Hin und Her im Handelsstreit zwischen den USA und China belastet den Ölmarkt. Anzeichen auf eine Annäherung wurden durch Äußerungen von Trump, weitere Zölle zu erlassen, zerstreut. Rohstoffexperten der Commerzbank rechnen damit, dass Brent-Öl seinen jüngsten Höhenflug vorerst beendet hat. Im Wochenverlauf sprang die Notierungen zeitweise knapp über 80 US-$.

 

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