Märkte am Morgen: Ölsaaten

US-Sojabohnen über Umwege nach China


Die Unsicherheiten im internationalen Handelsgeschäft trüben die Stimmung am Ölsaatenmarkt. Die Kurse steckten zum Wochenende Verluste ein. US-Banker rechnen mit einem weiteren Anstieg der Rohölpreise.

Sojakomplex: Im Verlauf der vergangenen Woche ging es für die Bohne leicht aufwärts. Die Stärke des US-Dollars dämpfte die Kurse allerdings zum Wochenende. Die November-Bohne sank am vergangenen Freitag an der Börse in Chicago auf 8,4975 US-$/bushel (umgerechnet 264,50 €/t). Am heutigen Montag geht es weiter leicht abwärts. Die Sojabohne notiert 8,415 US-$/bushel. Das Schrot blieb am Freitag ebenfalls im Minus stecken und fiel um 5,50 auf 305,90 US-$/short tons (umgerechnet 286,50 €/t). Das Schrot konnte heute Morgen leicht zulegen und steht bei 306,40 US-$/short tons.

Argentinien hat in den vergangenen Monaten mehr US-Sojabohnen gekauft. Die Ware nimmt dann den Weg von den Vereinigten Staaten über Argentinien in Richtung China. Alternativ wird die Bohne in den argentinischen Ölmühlen zu Sojaschrot verarbeitet und dann verschifft. So können die Chinesen die US-Strafzölle auf Sojabohnen umgehen. Auch über Indonesien sollen die US-Bohnen nach China gelangen.

Die Verarbeiter in Brasilien erwarten, dass im laufenden Vermarktungsjahr, das in Brasilien im Februar 2019 endet, die Importe von US-Sojabohnen auf 1 Mio. t steigen werden - trotz der Preisspanne zwischen brasilianischen Bohnen und US-Soja.

Raps: Die Canola-Futures an der ICE-Plattform in New York taten sich schwer am Freitag, bevor sie sich mit kleinen Gewinnen ins Wochenende verabschiedeten. Zuvor bereinigten Händler ihre Positionen. Der November-Kontrakt des kanadischen Canolas stieß jedoch bei 490 can-$/t auf technischen Widerstand und schloss am Freitag bei 489,70 can-$/t. An der Euronext machten Befürchtungen über Frost in australischen Rapsanbaugebieten sowie eine kleine europäische Rapsernte 2019 von geschätzten 3,2 bis 3,5 Mio. t die Runde. Die Rapsbestände in der EU sind niedrig, anders hingegen die hohen Canola-Bestände in Australien und Kanada. Der Novemberkontrakt an der Euronext gibt am Freitag um 2,50 auf 362,50 €/t nach.

Die Regenfälle am Wochenende haben in Deutschland für ein wenig Entspannung bei den Bauern gesorgt. Sie waren für das Auflaufen der Neuausaat dringend notwendig. 

Palmöl: Die Palmöl-Futures an der Börse in Kuala Lumpur beenden konsequent auch am fünften Tag in Folge die Vorwoche mit Verlusten. Die Prognosen von einem weltweiten Produktionsanstieg führen zu dieser Abwärtsentwicklung. Zuvor hatte Malaysia - weltweit hinter Indonesien der zweitgrößte Palmölproduzent - mitgeteilt, die Exportsteuer für Palmöl auch im Oktober bei null Prozent zu belassen - wie schon im September. Zuletzt wurde im August eine Steuer in Höhe von 4,5 Prozent erhoben. Die Benchmarke für Palmöl zur Dezemberlieferung an der Börse Malaysia Derivatives Exchange endete am Freitag schwächer bei 2.143 Ringgit/t (umgerechnet 519,14 US-$/t).

Rohöl: Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im November sank am Freitag um 9 Cent auf 78,60 US-$/Barrel (159 Liter). Die Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur November-Lieferung stieg hingegen um 13 Cent auf 70,45 US-$/Barrel. Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) diskutierten am Wochenende in Algier über eine Förderkürzung. Zuvor hatte die US-Investmentbank JP Morgan ihre Preisprognosen für das 4. Quartal bei Brentöl auf 85 US-$/Barrel und bei WTI auf 75,83 US-$/Barrel gesetzt.
JP Morgan erklärte den starken Anstieg der Prognose mit "signifikanten Risiken auf der Angebotsseite". Zuletzt hatten die US-Sanktionen gegen Iran, die im November in Kraft treten, die Ölpreise steigen lassen.

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