Märkte am Morgen: Ölsaaten

USDA meldet hohe Sojabohnenvorräte


Die neuen Quartalszahlen zu den Beständen von Sojabohnen in den USA schicken den Sojakomplex am vergangenen Freitag an der Chicagoer Börse in den Keller. In Kanada unterbrechen Schnee und Kälte die Canola-Ernte.

Sojakomplex: Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) legte am Freitag seinen Quartalsbericht (Grain Stock Report) zu den Beständen vor. Demnach steigen die Sojabohnenvorräte in den USA zum 1. September 2018 auf 438 Mio. bushel. Das ist mehr als die Händler zuvor geschätzt hatten und das USDA in seinem September-Report.
Der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China übt zusätzlichen Druck auf die Notierungen aus, den ein Abfluss von Soja nach China ist nicht in Sicht und damit auch kein Bestandsabbau. Die November-Bohne gibt am Freitag um 9,50 auf 8,45 US-$/bushel (umgerechnet 267,30 €/t) nach.  Schrot verliert um 2,80 auf 305 US-$/short tons (umgerechnet 290 €/t). Kühles, nasses Wetter in einigen Regionen des Mittleren Westens beeinflusst die Erntearbeiten. Diese Nachrichten geben den Kursen einen gewissen Halt. Am frühen Montagmorgen neigen die Sojabohnen erneut zur Schwache.

 

Raps: Die ICE-Futures für kanadisches Canola gingen mit Verlusten am Freitag ins Wochenende. Es kam zu Übertragungseffekten des Sojakomplexes an der Chicago Board of Trade (CBoT). Die hohen Sojabohnenbestände in den USA, die das USDA am Freitag bekannt gab, schwächten auch die Canola-Futures. Hinzu kommt eine gewisse Festigkeit des kanadischen Dollars.

Der November-Kontrakt für kanadisches Canola fällt am Freitag an der ICE-Plattform um 1,10 auf 497,30 kan.-$/t. Schnee und Kälte in den kanadischen Prärien unterbrechen immer wieder die Ernte. In der Region Alberta zeigt ein Bericht über den Erntefortschritt, dass bisher nur 16 Prozent der Ernte eingefahren wurden, im Vergleich dazu waren es vor einem Jahr 41 Prozent. Der Rapskontrakt an der Euronext geht am vergangenen Freitag leicht geschwächt mit 372,50 €/t aus dem Handel. Der schwache Euro stützt die Notierungen.

Palmöl: Die Palmöl-Futures in Malaysia erholten sich im Laufe des Freitags von ihren anfänglichen Verlusten. Der deutsche Analyst Thomas Mielke von Oilworld Hamburg gab auf einer Konferenz in Mombasa eine positive Preisprognose für Palmöl ab. Diese Aussagen gaben den Kursen Auftrieb. Die Benchmarke für Palmöl zur Lieferung im Dezember an der Börse in Kuala Lumpur stieg um 0,2 Prozent auf 2.170 Ringgit/t (umgerechnet 524,53 US-$/t). Insgesamt verzeichnete der Markt einen Anstieg um 1,3 Prozent im Wochenverlauf. Experten schätzten die Palmölendbestände in Malaysia auf 3,0 bis 3,3 Mio. t und in Indonesien auf 5 Mio. t, Tendenz: steigend.

Rohöl: Die Ölpreise sind am Freitag gestiegen. Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im November kostete 82,79 US-$/Barrel (159 Liter) und damit 1,07 US-$/Barrel mehr als am Vortag. Der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Oktober-Lieferung stieg um 1,18 auf 73,30 US-$/Barrel. Das Hauptthema am Ölmarkt bleibt die Sorge vor einem zu niedrigen Angebot wegen der US-Sanktionen gegen das Opec-Mitglied Iran. Zuletzt hatten wichtige Handelsunternehmen der Ölbranche und US-Banken einen Anstieg der Ölpreise bis an die Marke von 100 US-$ für möglich gehalten.

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