Märkte am Morgen: Ölsaaten

China blockiert Canola aus Kanada


Der neue März-Wasde vom vorigen Freitag kann den Sojabohnenmarkt nicht aus seinem Tief holen. Malaysia exportiert weniger Palmöl.

Sojakomplex: Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) stufte in seinem März-Wasde vom vorigen Freitag die Sojabohnenbestände in den USA minimal herunter, aber im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Vorräte auf 24,5 Mio. t mehr als verdoppelt. Die globalen Vorräte gibt das USDA mit 107 Mio. t an und damit auch mehr als im Vorjahr. Der Mai-Futures fällt an der Chicagoer Börse nach der Veröffentlichung des Wasde am Freitag um 6,75 auf 8,95 US-$/bushel (umgerechnet 293 €/t). Auch Sojaschrot findet keinen Halt und gibt 2,60 auf 303,70 US-$/short tons nach.

Die Trockenheit in Brasilien hat den Sojabohnen schwer zugesetzt. Das US-Ministerium hat die brasilianische Ernte um 500.000 auf 116,5 Mio. t herabgestuft. Das sind knapp 4 Mio. t weniger als im Vorjahr. Das USDA berichtete am Freitag  über private Exportverkäufe von 664.000 t US-Sojabohnen nach China. Damit haben sich die Gerüchte vom Donnerstag bestätigt. Überhaupt gibt das USDA im März-Wasde eine insgesamt positive Stellungnahme zu weiteren Lieferungen  von US-Sojabohnen nach China ab.

Die jüngsten Geschäfte belebten auf der einen Seite den Handel, auf der anderen Seite lähmt der immer noch nicht vollbrachte Durchbruch der Gespräche zwischen China und USA die Börse.

Raps: Die ICE-Futures für kanadischen Canola schließen am Freitag um 1,10 auf 457,30 kan.-$/t fester. Spekulative Short-Abdeckungen und Schnäppchenkäufe machen den insgesamt auf niedrigem Niveau verlaufenden Handel aus. Der politische Druck zwischen den Regierungen in China und Kanada hemmen die Geschäfte. Der chinesische Zoll hat in dieser Woche die Canola-Ausfuhren des größten Canola-Exporteurs in Kanada, Richardson International, ausgesetzt. Es wurden "gefährliche Schädlinge" in den  Ladungen gefunden, heißt es in der offiziellen Mitteilung. Eine Behauptung, die Richardson bestreitet. An der Euronext findet Raps etwas Halt und verbessert sich um 0,75 auf 358,25 €/t. In Deutschland decken sich die Ölmühlen mit Importen ein.  

Palmöl: Die Palmölfutures geben am Freitag am dritten Tag in Folge nach. Für die kommende Woche sieht es nicht rosig aus. Die Benchmarke für Palmöl zur Lieferung im Mai an der Malaysia Derivatives Exchange in Kuala Lumpur sinkt um 0,4 Prozent auf 2.126 Ringgit/t (umgerechnet 519,93 €/t). Für Februar werden rückläufige Exporte von Palmöl in Malaysia zwischen 14,5 bis 15,3 Prozent erwartet.

Rohöl: Die Nordseesorte Brent kostete am Freitag 64,74 US-$/Barrel (159 Liter).  Das waren 1,56 US-$/Barrel weniger als am Donnerstag. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,30 auf 55,26 US-$/Barrel. Experten führen auch beim Öl die gestiegenen Konjunktursorgen der Marktteilnehmer als Begründung an. In der Vorwoche hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ihre Konjunkturprognosen für die 20 größten Industriestaaten gesenkt.

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