Märkte am Morgen: Ölsaaten

Wintereinbruch in den USA bremst Aussaat


Die chinesische Regierung plant ein Investitionsgesetz, ausgerichtet auf ausländische Unternehmen und Investoren für mehr fairen Wettbewerb. Die Kurse in Chicago erholen sich vor dem Wochenende.

Sojakomplex: Fest gestimmt verabschieden sich am Freitag die Sojabohnenkurse ins Wochenende. Die Mai-Bohnen verbessern sich um beachtliche 10,75 US-Cent auf 9,09 US-$/bushel (umgerechnet 294,54 €/t). Der Sojaschrot-Frontmonat Mai steigt um 4,90 auf 310,80 US-$/short tons (umgerechnet 302 €/t). Damit ließ die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, ein Treffen mit der chinesischen Führung bis April zu verschieben, den Handel unberührt. Denn im Hintergrund sollen die Verhandlungen zwischen den Delegationen Fortschritte machen und es könnte sein, dass bis zum 8. April eine Einigung gezielt wird. Heftige Schneefälle und Regen verhindern derzeit eine planmäßige Aussaat von Sommerkulturen wie Sojabohnen, Weizen und Mais in den US-Anbaugebieten. Die Analysten von Allendale Marketing haben eine neue Prognose über die Anbauflächen in den USA für Sojabohnen veröffentlicht. Demnach dürften die Farmer auf 84,3 Mio. acres Sojabohnen auspflanzen.

Laut US-Agrarministerium (USDA) haben die USA in der Woche zum 7. März rund 1,9 Mio. t Sojabohnen exportiert. Die Zahlen werden von der Börse positiv aufgenommen. Sie sind ein Gradmesser, wie hoch am Ende des Wirtschaftsjahres die Bestände von US-Sojabohnen ausfallen werden. Für die USA könnte es angesichts des hohen Angebots von Sojabohnen aus Argentinien eng werden. Die Börse in Buenos Aires (Rosario Stock Exchange) hat ihre Produktionsprognose um 2 auf 54 Mio. t Sojabohnen für 2019 nach oben geschraubt. Damit liegt die Börse fast auf dem Niveau des März-Wasde.

Raps: Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hatte in der Vorwoche die Rapsernte in Deutschland um 13 Prozent niedriger als im Vorjahr geschätzt. Den Flächenrückgang von 25 Prozent gegenüber 2017 führt der DRV auf die trockenen Aussaatbedingungen im Spätsommer 2018 und den sich anschließenden Umbrüchen zurück. Diese Situation zeigt keine Auswirkungen auf den Kursverlauf an der Euronext einen Tag nach der Veröffentlichung. Die Preise fallen um 1,25 auf 355,50 €/t auf das Niveau vor einer Woche zurück.

An der ICE-Plattform notierte Canola aus Kanada fester am Freitag. Der Mai-Kontrakt schloss mit einem Plus von 3,60 auf 464,80 kan.-$/t. Die kanadischen Farmer halten Ware zurück in der Hoffnung auf höhere Preise. Die politischen Spannungen zwischen Kanada und China halten an. China hat noch keine Beweise vorgelegt, die seine Vorwürfe stützen, dass eine Canola-Lieferung des kanadischen Handelshauses Richardson International mit Bakterien verseucht ist. Die kanadische Agrarministerin Marie-Claude Bibeau sagte, dass die Proben in Kanada erneut getestet und keine Schädlinge gefunden wurden. Richardson lehnt eine Stellungnahme ab, heißt es bei Western Producer. Die kanadische Getreidekommission meldet Canola-Exporte seit Beginn des laufenden Wirtschaftsjahres im Juli 2018 bis Anfang März 2019 in Höhe von knapp 6,0 Mio. t, vor einem Jahr waren es  6,4 Mio. t.

Palmöl: Die Palmöl-Futures verbuchen am Freitag Gewinne. Die Benchmarke  an der Börse Malaysia Derivatives Exchange in Kuala Lumpur stieg um 0,15 Prozent auf 2.066 Ringgit/t (umgerechnet 505,26 US-$/t).

Rohöl: Die Ölpreise sind am Freitag gesunken. Die Nordseesorte Brent kostete 66,89 US-$/Barrel (159 Liter). Das waren 35 Cent weniger als am Donnerstag. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 16 Cent auf 58,45 US-$/Barrel.

Dennoch sind die Rohölpreise vergleichsweise hoch und die Strategie der Opec gehe bislang auf, mittels einer Reduktion des Angebots den Ölmarkt zu verknappen und höhere Preise zu erzielen, schrieben die Rohstoffexperten der Commerzbank. Am Wochenende trafen sich Vertreter der Opec in Aserbaidschan, um die Umsetzung ihrer Kürzungsstrategie zu überprüfen.

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