Ölsaatenmarkt

Sojamarkt feiert Einigung im Handelsstreit


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China und die USA sollen sich auf eine schrittweise Reduzierung ihrer Strafzölle geeinigt haben. Die offizielle Bestätigung steht aus dem Weißen Haus noch aus.

Sojakomplex: Nach langem Bangen über den Ausgang der Handelgespräche zwischen beiden Staaten ist der Knoten an der Chicago Board of Trade (CBoT) am Donnerstag geplatzt. Die Sojabohnen für Dezember klettern um 10 US-Cent auf 9,25 US-$/bushel (umgerechnet 307,60 €/t) nach oben. Das Sojaschrot gewinnt um 6,70 auf 305,60 US-$/short tons (umgerechnet 304,90 €/t). Die Hoffnungen, dass sich die Blockaden zwischen den Streithähnen lösen überwiegen mehr, als dass sich wie in dieser Woche bekannt wurde, die Unterzeichnung auf Dezember verschieben könnte und nicht wie geplant Ende November stattfinden soll. Völlig vergessen ist die Lethargie, die sich in dieser Woche einstellte, weil am heutigen Freitag das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) die globale Bilanz für Getreide und Ölsaaten im Wasde-Report für November vorstellt. Mittlerweile wird nicht ausgeschlossen, dass das USDA die Sojabohnenproduktion in den USA etwas nach unten korrigieren könnte. Auch die Sorgen über die schwachen US-Sojaexporte sind am Donnerstag angesichts guter wöchentlicher Zahlen kurzfristig vorbei. Am Donnerstag berichtete das USDA über ein privates Exportgeschäft zu den Philippinen in Höhe von 133.000 t Sojabohnen aus den USA.

Für die letzte Oktoberwoche zum 1. November veröffentlicht das USDA US-Sojabohnenexporte von insgesamt 1,8 Mio. t, das entspricht einem Anstieg um 92 Prozent gegenüber der Woche zum 25. Oktober sowie um 42 Prozent gegenüber dem Vier-Wochen-Durchschnitt. Die Hälfte der US-Exporte gingen nach China. Zudem kauften die Philippinen, Mexiko und Kolumbien US-Sojaschrot und –kuchen. Nur die US-Sojaölverkäufe ins Ausland blieben mit 4.000 t unter den Erwartungen.

Raps: An der kanadischen Intercontinental Exchange (ICE) Futures schließen die Canola- Kontrakte schwächer am Donnerstag.  Der Januar-Termin gibt um 1,20 auf 461,20 kan.-$/t nach. Die Kurse erholen sich von dem Höhenflug der Vortage. Zudem fehlen neue Kaufabsichten. Die Ankündigung, dass China wieder Schweine- und Rinder in Kanada einkaufen will, findet auf dem Canola-Markt wenig Anklang. Denn es scheint nicht danach auszusehen, dass China auch wieder Canola importieren wird. Damit fehlt es weiter an einer belebenden Nachfrage von kanadischem Raps. Die Verarbeitung zu Rapsschrot hat sich seit dem Bann mehr als verdoppelt in Kanada.

Nach einer ersten Einschätzung ist die Herbstaussaat von Raps in den vergangenen Monaten sowohl in Deutschland als auch in Frankreich sehr unterschiedlich verlaufen sein. Die EU-Kommission hat in dieser Woche die Rapserzeugung in der EU für 2019/20 auf 16,8 Mio. t leicht gesenkt. Die Knappheit von Raps in der EU könnte auch im kommenden Wirtschaftsjahr 2020/21 anhalten. Die Einfuhren könnten auf 6 Mio. t Raps in die EU steigen. An der Euronext schließt der Rapskontrakt für Februar schwächer am Donnerstag mit 388 €/t. Für große Beachtung an der Börse in Paris sorgt eine Vereinbarung des dänischen Fleischerzeugers Danish Crown mit chinesischen Behörden über die Einfuhr von Schweinefleisch aus der EU über 100 Mio. €.
Palmöl:

Palmöl: An der Börse in Kuala Lumpur gab Palmöl aus Malaysia am Donnerstag nach. Auch an der chinesischen Börse in Dalian und in Chicago gab es Abstriche beim Sojaöl. Am Freitag morgen legt der meistgehandelte Januar-Kontrakt in Malaysia um 12 Ringgit auf 2.524 Ringgit/t zu.

Rohöl: Die Ölpreise sind am Donnerstag angesichts von Fortschritten im Handelsstreit zwischen den USA und China gestiegen. Zuletzt kostete die Nordseesorte 62,50 US-$/Barrel. Das waren 76 US-Cent mehr als am Mittwoch. West Texas Intermediate (WTI) stieg um 87 US-Cent auf 57,22 US-$.

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