Märkte am Morgen: Ölsaaten

Verhaltener Optimismus


An den Ölsaatenmärkten ist Konsolidierung angesagt. US-Sojabohnen holen ihre Verluste vom Vortag wieder auf. Ein Anstieg der Produktion belastet Palmöl.

Sojakomplex: In Chicago können die Sojabohnen am Donnerstag ordentliche Gewinne verbuchen. Die geopolitische Unsicherheit ist Ankündigungen der US-Regierung etwas gewichen, wonach der Beschluss eines militärischen Eingreifens in Syrien noch nicht bestätigt sei.

Ferner stützen Erntemeldungen aus Südamerika die Kurse. So bestätigt sich immer mehr die Missernte von Sojabohnen in Argentinien. Dafür wird die Ernteschätzung in Brasilien mittlerweile auf 117,4 Mio. t nach oben gehievt. Im Wasde-Report vom Dienstag hatte das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) 115 Mio. t Sojabohnen für die laufende Ernte in Brasilien geschätzt.

Die Mai-Bohne gewinnt an der CBoT am Donnerstag 13 Cent auf 10,60 US-$/bushel (umgerechnet 317 €/t). Die wöchentlichen Exportzahlen von US-Sojabohnen fallen sogar mit 1,5 Mio. t höher aus als erwartet. Die niederländische Rabobank hat die Auswirkungen von Strafzöllen untersucht. Würde China seine Ankündigung umsetzen und einen Einfuhrzoll von 25 Prozent auf US-Sojabohnen erheben, hätte dies "schwerwiegende" Auswirkungen auf den Welthandel, schreibt die Bank. China würde dann mehr Sojabohnen in Südamerika einkaufen statt in den USA. Das Schrot legt am Donnerstag ebenfalls auf 383,40 US-$/short tons zu (umgerechnet 343,60 €/t). Auch Sojaöl ist stabil dabei mit 31,40 US-Cent/pound.

Raps: Die Canola-Futures an der ICE-Börse in Winnipeg schließen uneinheitlich. Am Ende des Handelstages unterstützt ein schwächerer kanadischer Dollar sowie die bullishe Stimmung in Chicago die Notierungen. Der Mai-Termin schließt mit 524,90 kann.-$/t etwas über Vortag.

Das kalte Wetter in West-Kanada lässt Farmer immer mehr Flächen mit anderen Kulturen bestellen, da es für ein rechtzeitige Aussaat zu spät wird. Ein Großteil des Handelsgeschehens bestimmen Spreads. Investoren wollen aus ihren Engagements kurz vor Auslaufen des Frontmonats aussteigen.

An der Euronext kann sich Raps aus eigener Kraft wieder berappeln und schafft am Ende des Handelstages 348 €/t.


Palmöl:
Die Palmölnotierungen in Kuala Lumpur erreichen am Donnerstag nach vier Minustagen in Folge ein weiteres Wochentief. Zu sehr lastet die Hypothek einer steigenden Produktion in den kommenden Monaten. Die Benchmarke zur Lieferung im Juni geht mit 2.423 Ringgit/t (umgerechnet 625,29 US-$/t) aus dem Handel. Zuvor rutschte das Palmöl auf 2.403 Ringgit/t.

Rohöl: Die Ölpreise haben am Donnerstag den Rückwärtsgang nach den hohen Gewinnen am Mittwoch eingelegt. Die Nordseesorte Brent kostet 71,68 US-$/barrel (159 Liter), ein Rückgang um 0,6 Prozent. Die US-Sorte WTI sinkt auf 66,64 US-$/barrel. Marktbeobachter sprachen von einer leichten Gegenbewegung am Ölmarkt. Die US-Regierung hat ihre Androhung eines militärischen Eingreifens in Syrien gegenüber Russland etwas zurückgenommen. Der Ölmarkt wird weiterhin empfindlich auf die politischen Spannungen reagieren.

 

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