Märkte am Morgen: Ölsaaten

EU-Rapsernte zielt auf Drei-Jahres-Hoch


Neue Schätzungen versprechen eine Rapsernte, die über dem Vorjahr liegen könnte. An der Pariser Börse geht die Talfahrt bei Raps weiter.

 

Sojakomplex: Am Montag kommt es an der CBoT zu spekulativen Gewinnmitnahmen. Die Händler rechnen in diesem Jahr mit einer größeren Anbaufläche von Sojabohnen in den USA. Aus den USA werden in dieser Woche wieder etwas mehr Sojabohnen exportiert. Die Mai-Bohne quittiert diese Meldungen mit Kursverlusten und endet am Montag bei 10,42 US-$/bushel erneut nachgebend. Die Verarbeitungsmenge von US-Sojabohnen beziffert die nationale Vereinigung der Ölsaatenverarbeiter in den USA auf 172 Mio. bushel. Das sind  12 Prozent mehr als im Februar.

Wegen der Trockenheit in Argentinien dürften die  Verarbeitungsaktivitäten in den USA zulegen. Dadurch bauen sich aber auch Bestände von Sojaöl auf, das am Montag bei 31,18 US-Cent/pound schließt.

Raps: Die ICE-Futures für Canola an der kanadischen Börse ICE in Winnipeg legen nun auch den Rückwärtsgang wie beim Sojakomplex in Chicago ein. Der starke Kurs des kanadischen Dollars trägt seinen Teil zu den Molltönen bei. Einen weiteren Kursrückgang verhinderte das Winterwetter in Westkanada. Doch wer wegen des Wetters auf höhere Kurse setzte, wurde enttäuscht. Der Mai-Termin endet am Montag bei 520,80 kan.-$/t um 2,90 kan.$/t niedriger als am vergangenen Montag.

Gute Aussichten zur EU-Rapsernte hält das Hamburger Analystenhaus Oil World bereit. In diesem Jahr könnten in der EU 22,2 Mio. t Raps geerntet werden. Es wäre ein Drei-Jahres-Hoch. Vor allem in der Ukraine wird ein hohes Ergebnis erwartet; vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Für Deutschland schätzt Oil World die diesjährige Ernte auf 4,55 Mio. t. Ertragsverluste dürften sich auf den Norden und Nordosten Deutschlands beschränken.

An der Euronext hat Raps keine fundamentalen Faktoren entgegenzusetzen. Die Dumping-Importe von Biodiesel aus Argentinien deprimieren. Der Mai-Kurs startet in die neue Woche mit einem Absturz um 4,00 auf 342,50 €/t.

Palmöl: Die malaysischen Palmöl-Futures sind am Montag aufgrund von Befürchtungen einer nachlassenden  Nachfrage und wegen Verlusten bei anderen Pflanzenölen stark zurückgegangen. Gebremst wurde der Rückgang von einem Anstieg der malaysischen Palmölproduktion in der Zeit vom 1. bis zum 15. April um knapp 6 Prozent auf 638.000 t. Zusätzlich zu der negativen Stimmung kündigte die Regierung in Malaysia an, wieder Exportzölle auf Palmöl aufzunehmen. Das Land ist der zweitgrößte Produzent von Palmöl.

Rohöl: Ein Anstieg in Reaktion auf den Militärangriff von Frankreich, Großbritannien und den USA auf Ziele in Syrien vom Wochenende ist ausgeblieben. Händler wollen jedoch eine Preiserhöhung nicht ausschließen, sollte es noch zu Reaktionen von Russland oder einem erneuten Schlag kommen. Die  Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Juni kostete am Montag 71,69 US-$/barrel, das waren 90 Cent weniger als am vorigen Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Mai fiel um 91 Cent auf 66,48 US-$/barrel.


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  1. EU-Bauer Klaus1618
    Erstellt 17. April 2018 09:44 | Permanent-Link

    The same procedure as every year...!

    Nun, das Zielen ist natürlich erlaubt, stellt sich allerdings noch immer die Gretchenfrage schlechthin, wie‘s um die jeweilige Treffsicherheit/ -genauigkeit bestellt ist.

    Hat man bereits unseren unkalkulierbaren Wettergott als Präzisions-Pfeil im eigenen Köcher!?

    Wenn ja, ist es natürlich gestattet, dass Europa die eigenen Bauern geknebelt nach und nach ans Schafott liefert. - Die ganze Welt wartet nur darauf, unseren heimischen Binnenmarkt spottbillig überreich bestücken zu dürfen!

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