Märkte am Morgen: Ölsaaten

Die Bären fürchten La Niña nicht

In Teilen Argentiniens und Brasiliens warten die Landwirte weiter auf Regen. Trotz möglicher Ertragseinbußen fallen in Chicago erneut die Kurse.

Sojakomplex: Die Bohne schloss am vorigen Freitag in Chicago zum dritten Mal hintereinander im roten Bereich. Der Januar rutschte um 2,25 Cent auf 9,90 US-$/bushel ab. Sojaschrot gab um 3,50 US-$ auf 330 US-$/short ton nach. Sojaöl kletterte um 0,87 Prozent auf 33,54 Cent/pound.

Vom Dezember-Wasde, den das USDA am Dienstag veröffentlicht, erwarten Analysten eine leichte Anhebung der Endbestände. Bei den Ernten und Brasilien und Argentinien wird trotz des La Niña-Risikos mit keinen großen Veränderungen gerechnet. In Argentinien ist die Aussaat nun auf 53,2 Prozent der geplanten Fläche beendet, das ist gegenüber der Vorwoche ein Plus von 10,7 Prozent. Im mehrjährigen Vergleich beträgt der Rückstand nur noch 4,4 Prozent. Vor allem im Norden des Landes sorgt Trockenheit für eine verzögerte Aussaat.

Das australische Bureau of Meteorology geht weiter davon aus, dass es in diesem Winter La Niña kommen wird. Allerdings werde das Wetterphänomen kürzer und schwächer ausfallen als 2010 bis 2012. La Niña sorgte in der Vergangenheit in Südamerika für Trockenheit und in Südostasien für mehr Regen.

Die institutionellen Anleger sind in Chicago bei der Bohne bullisch gestimmt. Sie bauten in der Woche bis zum 5. Dezember ihre Long-Positionen deutlich um 20.000 auf 106.000 Kontrakte aus, während sie die Short-Positionen um 5.000 auf 51.500 Kontrakte verkleinerten. Beim Sojaöl sinkt die Hoffnung der institutionellen Anleger auf steigende Kurse. Die Short-Positionen stiegen um 7.000 auf 56.500 Kontrakte. Die Long-Postitionen wurden dagegen um 6.000 auf 71.000 Kontrakte gekürzt. Klar bullisch bleiben die Ansichten dagegen beim Sojaschrot. Die institutionellen Anleger bauten ihre Long-Positionen um 17.000 auf 80.000 Kontrakte aus, während die Short-Positionen um 8.000 auf 16.000 Kontrakte reduziert wurden.

Raps: Raps hat am Freitag an der Matif noch einmal leicht nachgegeben. Der fiel um 75 Cent auf 364,75 €/t und verlor damit seit Montag 4,25 €/t. Auch in Winnipeg waren die Vorzeichen rot. Der Januar schloss mit einem Minus von 80 Cent bei 505,10 Can-$/t. Wie der Matif-Raps vom schwächeren Euro profitierte Canola vom weicheren Kanadischen Dollar.

Die Canola-Exporte steigen im aktuellen Wirtschaftsjahr um 12,5 Prozent über die Vorjahreslinie. Die inländische Verarbeitung liegt dagegen auf dem Vorjahresniveau. Analysten rechnen damit, dass das hohe Exporttempo nicht gehalten werden kann. Am Ende könnte ein Plus von 10 Prozent auf 12,1 Mio. t stehen. Bei der einheimischen Verarbeitung rechnen Analysten für das Gesamtjahr mit einem leichten Plus von 100.000 t. Stats Canada hatte die Rapsernte in der vergangenen Woche überraschend deutlich angehoben. Die größere Menge wirkt sich auf die erwarteten Endbestände aus, die gegenüber früheren Schätzungen um 700.000 t auf 1,7 Mio. t ansteigen sollen. Diese Menge würde nur noch knapp unter dem Fünfjahresschnitt von 1,9 Mio. t liegen und keinen Druck auf die Preise ausüben, so die Meinung von Analysten.

Palmöl: Die Kurse in Malaysia gaben auch am Freitag nach. Der Frontmonat Dezember verlor 24 Ringgit auf 2.379 MYR/t. Der am meisten gehandelte Februar-Future gab um 25 Ringgit auf 2.479 MYR/t nach, verlor damit innerhalb einer Woche knapp 5 Prozent und markierte ein Fünfmonatstief. Die Händler reagieren auf Befürchtungen, dass die Palmölbestände zum Jahresende weiter steigen könnten.

Rohöl: Eine steigende Nachfrage in China und die Angst vor Streiks in der nigerianischen Ölindustrie sorgten am Freitag für steigende Rohölpreise. Das Fass Brent verteuerte sich um 1,20 US-$ auf 63,40 US-$. WTI schloss mit einem Plus von 67 Cent bei 57,36 US/$/barrel.

Euro/US-Dollar: Der Euro hat am Freitag weiter nachgegeben und verabschiedete sich mit 1,1765 US-$ aus der Woche.

 

stats