Märkte am Morgen: Ölsaaten

Sojakomplex gerät massiv unter Druck


Erneute Besorgnis über den Stand der Handelsbeziehungen zwischen den USA und China löste einen Ausverkauf von Sojabohnen in Chicago aus. Palmöl verbucht Gewinne.

Sojakomplex: Die Sojabohnen an der Chicago Board of Trade (CBoT) verbuchten am Montag kräftige Verluste. Hegde-Fondsgesellschaften geben Short-Positionen auf. Händler rauften sich die Haare, als sie die Kommentare von US-Vizepräsident Mike Pence auf dem Handelsgipfel der asiatisch-pazifischen Wirtschaftskooperation (Apec) in Papua-Neuguinea am Wochenende hörten. Er zeigte keinerlei Einsicht, mit den Chinesen zu kooperieren.

Die Haltung von Pence auf dem Apec-Gipfel hat damit den seit Tagen herrschenden Optimismus auf dem Sojabohnenmarkt gedämpft, der sich vor dem G20-Treffen nächste Woche in Buenos Aires aufgebaut hatte. US-Präsident Donald Trump hatte in der Vorwoche angekündigt, mit den Chinesen am Rande des Gipfeltreffens zu sprechen. Er behauptete sogar vor Kurzem, ein Deal sei bereits geschlossen. Nach den Aussagen von Pence sieht es danach wohl nicht aus. Entsprechend gab es für die Futures im Sojakomplex am Montag kein Halten mehr. Der Frontmonat Januar von Sojabohnen sackte um 18,50 Cent auf 8,73 US-$/bushel (umgerechnet 280 €/t) ab. Sojaschrot verliert 5,40 Cent auf 305,50 US-$/bushel (umgerechnet 294 €/t).

Weitere Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in China gab den Bären an der CBoT Futter. Denn eine Reduzierung der chinesischen Schweinebestände könnte alles verändern und die Nachfrage nach Futtermitteln weltweit einschränken. Dies sei unabhängig davon, ob die USA Sojabohnen an China verkaufen oder nicht, sagte ein Händler. In den USA ist die Sojabohnenernte immer noch nicht beendet. Die witterungsbedingten Verzögerungen im Mittleren Westen verhinderten Schlimmeres bei den Sojabohnenkursen. Rund 10 Prozent der Ernte dürften noch draußen stehen. Diese Unterstützung ist also nur noch minimal.

Raps: Die Raps-Kontrakte an der kanadischen ICE-Plattform wurden am Montag von den Verlusten in Chicago mitgezogen. Der Januar-Future für Canola endete mit 473,20 um 3,70 kan.-$/t knapp an der charttechnischen Unterstützungslinie. Spekulanten waren Verkäufer auf dem Rapsmarkt. Ein Mangel an Verkäufen aus der Landwirtschaft bot jedoch nach Ansicht eines Maklers einige Unterstützung. Die überverkaufte Preisstimmung sowie ein schwächer gestimmter kanadischer Dollar trugen ebenfalls dazu bei, den Rückgang zu dämpfen.

An der Euronext bekommt Raps kein Eigenleben. Denn mit den Frösten derzeit könnten einige schwache Pflanzen Schaden erleiden. Der Rapskontrakt für Februar an der Euronext gerät in den Sog von Chicago und gibt am Montagabend um 3 auf 370 €/t nach.

Rohöl: Die Ölpreise haben am Montag die Gewinne aus dem frühen Handel nicht halten können. Am Nachmittag drehten die Notierungen in die Verlustzone. Zuletzt kostete die Nordseesorte Brent 66,28 US-$/Barrel (159 Liter). Das waren 48 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel hingegen leicht auf 56,31 US-$/Barrel.

Mit Russland hat sich ein wichtiges Förderland zuletzt zurückhaltend zur Frage von Produktionskürzungen geäußert. Anfang Dezember trifft sich das Ölkartell Opec in Wien, um über seine Produktion im kommenden Jahr zu beraten. Anders als Russland hat sich das größte Förderland Saudi-Arabien zuletzt für eine Kürzung der Tagesproduktion um 1 Mio. Barrel ausgesprochen.

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