Märkte am Morgen: Ölsaaten

Trump droht China mit höheren Zöllen


Statt versöhnlicher Töne vor dem Treffen der beiden Präsidenten aus den USA und China am Freitag in Buenos Aires verschärft die US-Seite ihre Drohungen von weiteren Strafzöllen. Der Sojakomplex rauscht am Montag in den Keller.

Kurz vor dem Treffen von US-Präsident Donald Trump mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Freitag spricht Trump in einem Zeitungsinterview davon, wie angekündigt die Strafzölle gegen Waren aus China zu erhöhen. Mittlerweile ist die Hälfte der Importe aus China betroffen. Die US-Zölle betragen bislang 10 Prozent, ab 1. Januar 2019 sollen sie auf 25 Prozent steigen. Kommt es zu keiner Einigung der beiden Staatschefs beim G-20-Gipfel in Buenos Aires, dürfte auch China seine Zölle unter anderem auf US-Sojabohnen erhöhen.

Sojakomplex: Die Unsicherheit über den Fortgang des Handelsstreits zwischen den USA und China sowie Vorhersagen über eine Rekordernte von Sojabohnen in Brasilien versetzte den Sojabohnenkursen am Montag nach dem langen Feiertagswochenende Thanksgiving einen gewaltigen Dämpfer. Die Januar-Sojabohnen geben 18,75 Cent auf 8,62 US-$/bushel (umgerechnet 280 €/t) ab. Sojaschrot verliert weniger und schließt am Montag bei 303 US-$/short/tons (umgerechnet 295 €/t).  Viele Händler zweifeln an einem Durchbruch der Verhandlungen über ein Ende der Strafzölle von beiden Seiten.

Nach offziellen Zahlen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) importierte China 6,5 Mio. t Sojabohnen aus Brasilien im Oktober, was 94 Prozent der gesamten Einfuhren ausmacht. Aus den USA kommen lediglich bescheidene 67.000 t. In Brasilien reift bei optimalen Wetterbedingungen eine große Ernte heran. AgroConsult schätzt die Sojabohnenproduktion in Brasilien für 2019 auf rekordverdächtige 129 Mio. t.

Raps: An der kanadischen ICE-Plattform gerät Canola am Montag im Handel ins Straucheln. Zu heftig ist der Sog vom Sojakomplex an der Chicago Board of Trade (CBoT). Der Frontmonat sinkt am Montag um 4,30 auf 471,80 kan.-$/t. Hohe Bestände von Canola in Kanada belasten den Markt. Die Verarbeitungsmengen in den Ölmühlen und die wöchentlichen Exporte liegen unter den sonst üblichen Umfängen. Die Rapspreise an der Euronext in Paris entwickeln sich nur spärlich. An der Euronext startet der Februar erneut schwach bei 366,75 €/t.

Palmöl: Die Palmölnotierungen an der Bursa Malaysia Derivatives Exchange in Kuala Lumpur taumeln am Montag um 4 Prozent auf 1.965 Ringgit/t (umgerechnet 469,42 US-$/t) abwärts. Das war der niedrigste Stand seit Februar 2016 vor 21 Monaten. Auslöser war, dass Indonesien als größter Palmölproduzent weltweit ankündigte, seine Auslieferungen trotz eines gesättigten Weltmarkts zu erhöhen.

Rohöl: Die Ölpreise haben ihre rasante Talfahrt während der vergangenen Handelstage vorerst gestoppt. Die Nordseesorte Brent kostete am Morgen 60,12 US-$. Das waren 1,32 US-$ mehr als am vorigen Freitag. Der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 71 Cent auf 51,13 US-$. Seit Anfang Oktober sind die Notierungen für US-Öl und für Brent-Öl um jeweils etwa 30 Prozent eingebrochen. Als eine Ursache für den  Preisverfall wird die Ölförderung in Saudi-Arabien angeführt. Anfang Dezember treffen sich die die Opec-Länder, um über die weitere Förderpolitik zu beraten.


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