Märkte am Morgen: Getreide

EU-Maiskontingent für die Ukraine ausgeschöpft


Eine durchweg gedämpfte Stimmung zieht am Donnerstag durch die Agrarbörsen. Die Enttäuschung der US-Exporteure, wieder leer ausgegangen zu sein, wirkt weiter nach.

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Weizen: Die Weizen-Futures können am Donnerstag an der Börse in Chicago (CBoT) den negativen Einflüssen nichts entgegensetzen. Zudem belasten die Verluste bei Mais und Sojabohnen auch den Weizenmarkt. Der März-Weizen sinkt auf 5,13 US-$/bushel (umgerechnet 164,20 €/t). US-Weizen versagte regelrecht nach Ansicht von Marktteilnehmern bei der jüngsten ägyptischen Ausschreibung von 415.000 t Weizen in dieser Woche. Stattdessen meldete sich Russland als Lieferant eindrucksvoll nach der Weihnachtspause zurück.

An der Euronext erzielten die Weizenkurse mit einem Schlusskurs des Frontmonats März am Donnerstag von 203,50 €/t (minus 1,75 €/t) ein vorläufiges Wochentief. Die Gründe sind identisch mit denen in Chicago, beim Ägpyten-Tender auch leer ausgegangen zu sein. Ein starker Euro wird mit ins Feld geführt, der die Exportchancen zusätzlich schmälert.

In der Analyse bezeichnen es Marktteilnehmer gegenüber Reuters als erstaunlich, dass Russland innerhalb eines Tages die Menge von 415.000 t Weizen bieten kann, denn der Tender war wenige Stunden nur kurz bis Mittwoch geöffnet. Das klingt nicht nach Ausverkauf in Russland, wie in den vergangenen Wochen der russische Weizenmarkt bezeichnet wurde, sagte ein Händler. Mittlerweile liegen die EU-Weizenexporte um 25 Prozent niedriger als im Vorjahr. Einzig Frankreich kann derzeit mit Lieferungen nach Algerien, die 80 Prozent der französischen Exporte ausmachen, im laufenden Wirtschaftsjahr 2018/19 mithalten. Die Mengen und die Preise für russischen Weizen zeigen, dass sich keine signifikante Verbesserung in der 2. Hälfte der Vermarktungssaison 2018/19 andeutet.

Mais:
Fallende Maiskurse runden das Bild von einem enttäuschenden Börsentag am Donnerstag in Chicago ab. Vor allem höhere Produktionsschätzungen für südamerikanischen Mais dürften hinter der Schwäche stehen. Der Märzkontrakt gibt um 5,75 Cent auf 376,25 US-$/bushel (umgerechnet 129 €/t) nach. Die brasilianische Agrarbehörde Conab erwartet in ihrer Prognose am Donnerstag eine brasilianische Maisernte von 91,2 Mio. t. Hingegen schätzt das private Handelshaus Agroconsult eine Maisernte von 95,6 Mio. t. In Argentinien erhöhte die Börse in Buenos Aires - Rosario Grain Exchange - die Schätzung der anstehenden Maisernte auf 44 Mio. t und liegt damit deutlich höher als im enttäuschenden Vorjahr 2017/18 mit 32 Mio. t.

Die Folgen der Dürre und die damit fehlenden Maismengen in der EU schlagen sich in den höheren Importmengen nieder. Die Menge von 1,175 Mio. t zollfreien Maises aus der Ukraine, der für 2019 im Rahmen der EU-Quotenregelung zur Verfügung steht, ist bereits ausgeschöpft. An der Euronext schließt der März-Termin für Mais um 1,25 auf 180,50 €/t niedriger.

Euro/Dollar: Für etwas Bewegung an den Börsen sorgte eine Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell. Trotz des Booms am US-Jobmarkt sieht der Fed-Chef keinen Grund zur Eile auf dem Weg zu höheren Zinsen. Der US-Dollar geriet kurz unter Druck. Der Euro stieg in der Spitze um 0,3 Prozent auf 1,1570 US-$, der höchste Stand seit fast drei Monaten. Im Laufe des donnerstags gab der Euro seine Gewinne wieder ab. Am Abend rang die Gemeinschaftswährung mit der Marke von 1,1500 US-$.

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