Märkte am Morgen: Ölsaaten

Proteste in Venezuela befeuern Rohöl


Nach dem Ausfall des USDA-Reports Wasde zum globalen Ölsaatenmarkt im Januar rücken die am Donnerstag veröffentlichen Zahlen des Internationalen Getreiderates IGC aus London in den Blickpunkt. An den US-Börsen geben die Sojakurse nach.

Die Furcht vor einer Hängepartie im Handelsstreit zwischen den USA und China lähmen die Börsianer. Laut US-Handelsminister Wilbur Ross sei man "meilenweit" von einer Lösung in dem seit Monaten schwelenden Konflikt entfernt. Es gebe aber Hoffnung, ein Abkommen zu erzielen. In der kommenden Woche wird eine Delegation aus China zu Verhandlungen in Washington erwartet. Belastet werden die Börsen auch von dem seit 5 Wochen dauernden Shut down. Der US-Senat hat die Vorschläge von Demokraten und Republikaner zum US-Haushalt abgelehnt. US-Präsident Donald Trump fordert nun eine „Anzahlung“ für den Bau der Mauer zu Mexiko.

Sojabohnen: Der International Getreiderat (IGC) hat in seiner viel beachteten Januar-Schätzung am Donnerstag die globalen Sojabohnenendbestände für 2018/19 um 10 auf 54 Mio. t gegenüber Vorjahr angehoben. Wegen der Trockenheit in Brasilien senkt der IGC die globalen Produktionszahlen 2018/19 für Sojabohnen um 4 auf 363 Mio. t gegenüber seiner letzten Schätzung im November 2018. Dennoch wird 2018/19 die Vorjahresmenge um 22 Mio. t Sojabohnen übertroffen. Die Unsicherheit über die weitere Nachfrage aus China ist groß. Die US-Sojabohnenexporte dürften nach Einschätzung der Londoner Experten so lange niedrig bleiben, bis ein Handelsabkommen zwischen den USA und China zustande kommt . Die brasilianische Sojabohnenernte geht zügig voran, die neue Ernte gelangt zu den Exporthäfen. Für einige von Trockenheit geplagten Regionen ist etwas Regen vorhergesagt.

An der Chicagoer Börse können die Sojabohnen am Donnerstag nicht wirklich überzeugen. Knapp behauptet schließt der am meisten gehandelte Sojabohnen-Kontrakt für März bei 9,16 US-$/bushel (umgerechnet 297,70 €/t). Das Sojaschrot ermäßigt sich etwas auf 312,30 US-$/short tons (umgerechnet 304,50 €/t).

Raps: Die kanadischen Canola- Futures an der ICE-Plattform laufen zum dritten Tag in Folge in den Plusbereich. Spekulative Käufe sowie ein schwacher kanadischer Dollar tragen zur Stabilität bei. Hinzu kommt eine solide Nachfrage der Endverbraucher. Der Märzkontrakt für Canola schließt am Donnerstag um 1,10 auf 487 can.-$/t fester. Störende Einflüsse kommen hingegen von politischer Seite. Der diplomtaische Diskurs zwischen Kanada und China schwelt weiter und belastet den Handel.

Palmöl: Die Palmölnotierungen in Kuala Lumpur erreichen am Donnerstag ihren höchsten Stand der vergangenen fünf Monate. Der Handel rechnet mit sinkenden Beständen und es kommt zu spekulativen Käufen. Die Benchmarke für die Auslieferung im April an der Bursa Malaysia Derivatives Exchange steigt um 0,6 Prozent auf 2.297 Ringgit (umgerechnet 554,94 US-$/t). Die Palmölproduktion dürfte im Januar um 2 Prozent auf 1,8 Mio. t gegenüber Dezember jahreszeitlich bedingt sinken.

Rohöl: Die Ölpreise sind am Donnerstag gestiegen. Die Nordseesorte Brent koste 61,34 US-$/Barrel (159 Liter). Das waren 20 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) stieg um 64 Cent auf 53,26 US-$/Barrel.

Die schwere politische Krise im wichtigen Förderland und Opec-Mitglied Venezuela stützt zunehmend die Ölpreise. Im Machtkampf in Venezuela hat das Militär vor einem Bürgerkrieg gewarnt. Am Mittwoch hatte sich Parlamentschef Juan Guaidó zum Übergangspräsidenten erklärt. Uruguay und Mexiko haben sich als Vermittlungspartner eingeschaltet.

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