Märkte am Morgen: Ölsaaten

Handelsgespräche hängen am seidenen Faden


Die erhoffte Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China lässt weiter auf sich warten. Ein Abkommen zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften ist noch noch nicht in trockenen Tüchern. Auch von dem Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatten sich Marktteilnehmer vor allem Südostasien mehr erwartet. Der überraschende Abbruch der Gespräche schwächt die Ölsaatenmärkte.

Sojabohnen: Die Sojabohnen-Notierungen an der Chicago Board of Trade (CBot) sind auch am Donnerstag weiter auf Talfahrt. Kurz vor dem Auslaufen des Märzkontraktes kommt es zu Positionsverschiebungen. Der neue Frontmonat Mai gibt am Donnerstag um 6,50 auf 9,10 US-$/bushel (umgerechnet 294 €/t) nach. Auf Linie liegen die wöchentlichen Ausfuhren von US-Sojabohnen mit rund 2,2 Mio. t. Wieder ist China der größte Einkäufer, was kurzfristig eine gewisse Erleichterung im Handel auslöst. Beunruhigende Nachrichten kommen von Agricensus aus China. Demnach hatte eine chinesische Regierungsbehörde am Donnerstag eingestanden, dass die Situation über den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASF) schwerwiegender ist als zunächst angenommen. Die Nachfrage nach Sojaschrot dürfte um 5 Prozent zurückgehen, da die Aufstockung der Schweinebestände „sehr niedrig“ sei.

Das Sojaschrot hat der angespannten Stimmung nichts entgegenzusetzen und verliert auf den Maitermin um 3,20 auf 306, US-$/short tons (umgerechnet 296,50 €/).

Immer noch kein Durchbruch im Handelsstreit. Denn jeder Marktteilnehmer weiß, wie zart der Gesprächsfaden gespannt ist zwischen den Delegationen aus den USA und China während ihrer Gespräche in dieser Woche. Hinzu kommt der gescheiterte Nordkorea-Gipfel in Hanoi über eine Denuklearisation. Und trotzdem am Freitag morgen stehen die Vorzeichen in Chicago an der Börse auf grün.

Raps: Die Canola-Futures an der kanadischen ICE-Plattform geben am Donnerstag deutlich nach um 2,30 auf 469,20 can.-$/t für den Mai-Kontrakt. Sie verbuchen damit am vierten Tag in Folge Niedrigsstände. Bei den bearish, technischen Signalen bleiben Spekulanten weiter Verkäufer. Vor allem in den Hauptanbaugebieten von kanadischem Canola türmen sich hohe unverkaufte Bestände. Die Konsumenten sind gut versorgt und warten weitere Preisrücknahmen ab.

Allerdings können leichte Gewinne beim Sojaöl sowie ein schwacher kanadischer Dollarkurses etwas an Unterstützung geben und die Crush-Margen verbessern. An der Euronext hat Raps den allgemeinen Abwärtstrend bei Ölsaaten nichts entgegenzusetzen. Der Mai-Termin schließt um 1 auf 358,25 €/t niedriger.

Palmöl: Die Palmöl-Futures an der Malaysia Derivatives Exchange bleiben auch am fünften Tag in Folge im Minusbereich stecken. Die Bestände sind hoch, die Ausfuhren schwach. Die Benchmarke zur Lieferung im Mai schließt um 0,5 Prozent niedriger bei 2.121 Ringgit/t (umgerechnet 522,02 US-$/t) und kommt damit dem Tiefstand Ende Dezember von 2.115 Ringgit/t verdächtig nahe.

Befrachter wie Intertek Testing Services, AmSpec Agri Malaysia und Societe Generale de Surveillance berichten am Donnerstag übereinstimmend von einem Rückgang der Palmölexporte aus Malaysia im Februar in Höhe von 14,5-15,3 Prozent. Die Bestände in Malaysia, weltweit der zweitgrößte Exporteur von Palmöl, sind zwar im Februar gegenüber Januar um knapp 7 Prozent auf 3 Mio. t gesunken, aber immer noch nahe an den Höchstständen vor einem Jahr. Am 11. März will die Börse in Kuala Lumpur die aktuellen Exportdaten für Februar mitteilen.

Rohöl: Die Ölpreise haben am Donnerstag einen Teil ihrer kräftigen Gewinne vom Vortag wieder abgegeben. Die Nordseesorte Brent kostete 65,78 US-$/Barrel (159 Liter) Das waren 61 Cent weniger als am Vortag. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fällt um 37 Cent auf 56,57 US-$.
Marktbeobachter erklärten den Rückgang der Ölpreise mit schwächer als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten aus China. China ist einer der größten Ölimporteure der Welt.

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