Märkte am Morgen: Ölsaaten

Hohe Sojaerträge in der Ukraine


Die Ukraine erlebt eine hervorragende Ölsaatenernte. In Argentinien erleichtern Regenfälle den Start in die Sojasaison. Am Rohölmarkt geht es weiter bergab.

Sojakomplex: Die Sojanotierungen konnten sich in Chicago am Mittwoch erholen, geben die Gewinne über Nacht aber wieder ab. Die Novemberbohne legte um 5,50 auf 839,00 Cent/bushel zu. Sojaschrot gewinnt 1,30 auf 306,40 US-$/short tons, Sojaöl notiert mit 28,02 Cent/pound knapp im Plus. Nach Börsenschluss steht der gesamte Sojakomplex wieder im Minus. Die Bohne notiert bei 833,75 Cent/bushel (270 €/t), Schrot bei 305,10 US-$/short tons (295,50 €/t) und Öl bei 27,91 Cent/pound (542,50 €/t). Vom heutigen wöchentlichen Exportbericht des USDA erwarten Händler eine Menge von 400.000 bis 760.000 t Sojabohnen und 150.000 bis 300.000 t Sojaschrot.

Heute wartet der Markt auf den Bericht des USDA zur Sojabohnenverarbeitung im Oktober. Laut einer Reuters-Umfrage rechnen Analysten im Durchschnitt mit einer Verarbeitung von 175,4 Mio. bushel, das wäre deutlich mehr als im September (138,3 Mio. bushel). Bei den Sojaölbeständen wird gegenüber dem September mit einem leichten Abbau auf 1,709 Mrd. pound gerechnet. Die Branchenorganisation Nopa schätzt, dass ihre Mitglieder im Oktober 164,6 Mio. bushel verarbeitet haben, nach 129,4 Mio. bushel im September. Die Sojaölbestände verringerten sich laut Nopa von 1,38 auf 1,33 Mrd. pound.

In Südamerika läuft die Aussaat weiter ohne Probleme. In den vergangenen Tagen fielen in Argentinien endlich die seit Wochen erhofften Niederschläge. Davon profitierten auch der Norden und die Mitte des Landes, die seit Monaten mit einem Regendefizit zu kämpfen hatten. Die Aussaatbedingungen für Sojabohnen haben sich nun deutlich verbessert, weil die Wasserreserven im Boden vor dem Sommer aufgefüllt wurden.

Die Sojabohnenerträge in der Ukraine sind in diesem Jahr deutlich besser als 2017. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums werden je Hektar im Durchschnitt 2,54 t geerntet, das ist gut ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Mit 93 Prozent steht die Ernte kurz vor dem Abschluss. Bisher wurden 4 Mio. t geerntet. Damit wird das Ergebnis aus dem Vorjahr von 3,19 Mio. t bereits jetzt deutlich übertroffen. Die Anbaufläche wurde leicht von 1,69 auf 1,71 Mio. ha ausgedehnt.

Raps: Ein schwacher Euro verhalf den Rapsnotierungen in Paris zu einem kleinen Gewinn von 75 Cent auf 368,00 €/t. In Winnipeg fielen die Notierungen auf neue Jahrestiefs. Der November gab um 6,20 auf 475,00 kan-$/t nach, der Januar verlor 2,60 auf 486,00 kan-$.

In der Ukraine wird die Winterrapsfläche gegenüber dem Vorjahr um rund ein Fünftel ausgedehnt. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums wurden bis zum 29. Oktober bereits 1,02 Mio ha. gesät, das ist deutlich mehr als die 888.000 ha, die erwartet worden waren. Im Vorjahr betrug die Winterrapsfläche 849.000 ha.

Sonnenblumen: Die Sonnenblumenernte ist in der Ukraine zu 96 Prozent beendet. Die Erntemenge von 13,04 Mio. t übertrifft schon jetzt das Vorjahresergebnis von 10,98 Mio. t deutlich. Die Anbaufläche war von 6,6 auf 6,06 Mio. ha ausgedehnt worden. Die Erträge liegen mit 2,24 t/ha bisher um 14 Prozent höher als 2017.

Palmöl: Die Palmölnotierungen in Malaysia gaben am Mittwoch um knapp 1 Prozent auf 2.150 MAR/t nach. Heute Morgen notiert der meistgehandelte Januar-Kontrakt mit 7 Ringgit leicht im Minus. Schwächere Exportzahlen belasten weiter den Markt.

Unterdessen erwägt der größte Palmölproduzent Indonesien eine Absenkung der Ausfuhrzölle. Entsprechende Andeutungen machte ein Minister auf einer Branchenkonferenz, berichtet Reuters. Derzeit werden auf Palmölprodukte Abgaben von bis zu 50 US-$/t erhoben. Der Palmölverband des Landes hatte in der vergangenen Woche gefordert, den Exportzoll um 20 US-$ zu senken.

Rohöl: Erneut steigende Rohölbestände in den USA halten den Ölpreis im Zaum. Die Notierungen gaben gestern erneut nach. Heute Morgen notiert das Fass Brent bei 74,75 US-$ erstmals seit mehr als zwei Monaten wieder unter 75 US-$. WTI wird mit 64,98 US-$ gehandelt. Beide Leitsorten verbilligten sich im Oktober deutlich und verzeichneten damit die größten monatlichen Verluste seit Juli 2016. Brent verlor 8,8 Prozent, WTI 10,9 Prozent.

Euro/US-Dollar: Gute Konjunkturdaten aus den USA zogen den Euro am Mittwoch weiter nach unten. Zwischenzeitlich notierte der Euro bei 1,1311 US-$ auf dem tiefsten Stand seit zwei Jahren. Heute Morgen erholt sich die Gemeinschaftswährung auf 1,1342 US-$.

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