Märkte am Morgen: Ölsaaten

Neue Zölle drücken den Ölpreis


Die USA verhängen gegen China weitere Strafzölle. Die Notierungen für Sojabohnen und Rohöl geben nach. Brasilien profitiert vom Handelsstreit.

Sojakomplex: Die weitere Eskalation im Handelsstreit und eine riesige US-Ernte ziehen den Sojamarkt in Chicago weiter nach unten. In der Nähe der Kontrakttiefs halten sich die Verluste für die Bohne aber in Grenzen. Noch bevor US-Präsident Donald Trump neue Strafzölle verkündete und der NASS-Report zur Bestandsentwicklung veröffentlicht wurde, schloss die Bohne mit einem Minus von 7 Cent bei 8,23 US-$/bushel nahe beim Tiefststand von 8,19 US-$/bushel am 13. Juli 2018. Sojaschrot verlor 2,90 auf 302,90 US-$/short tons, Sojaöl 0,06 Cent auf 27,43 Cent/pound.

Nach Börsenschluss hatte Trump wie erwartet weitere Strafzölle über chinesische Importe im Wert von 200 Mrd. US-$ bekannt gegeben, die ab dem 24. September gelten sollen. Mit den bisher verhängten Strafzöllen über 50 Mrd. US-$ ist damit nun rund die Hälfte aller chinesischen Exporte in die USA mit zusätzlichen Abgaben belegt. Als zusätzlicher Zollsatz wurden zunächst 10 Prozent festgesetzt. Ab 2019 soll der Wert auf 25 Prozent steigen. China hatte für den Fall neuer Zölle bereits mit Gegenmaßnahmen gedroht. Die Verschärfung im Handelsstreit scheint in den Kursen bereits eingepreist zu sein. Im elektronischen Handel gab die Bohne nicht weiter nach.


Die National Oilseed Processors Association berichtet, dass ihre Mitglieder im August 4,32 Mio. t Sojabohnen verarbeiteten. Das war zwar eine neue Rekordmenge für den August und übertraf das Vorjahresergebnis um 11,6 Prozent, lag aber unterhalb der Markterwartungen. Mit einem Fortschritt von 6 Prozent startet die Sojaernte in den USA etwas schneller als erwartet. Bei der Bewertung der Pflanzen ergaben sich keine wesentlichen Veränderungen.

Die brasilianischen Sojaexporte stiegen im August gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 36,5 Prozent auf 8,1 Mio. t. Zusätzlich wurden 1,46 Mio. t Sojaschrot (plus 19,2 Prozent) ins Ausland geliefert. Von Januar bis August exportierte Brasilien 64,6 Mio. t Sojabohnen, 13,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. 79 Prozent davon seien nach China geliefert worden, so AgroStat Brasil. Der Exportwert von Bohnen, Schrot und Öl stieg um 21,2 Prozent auf 31,25 Mrd. US-$.

Raps: Raps verlor an der Matif 2,00 auf 368,00 €/t. Canola in Winnipeg gab im 2,10 auf 488,80 kan-$/t nach.

Palmöl: In Kuala Lumpur war die Börse am Montag geschlossen. Heute Morgen startet der Palmölmarkt mit Verlusten. Der November-Future verliert 28 Ringgit auf 2.194 MYR/t.

Rohöl: Die Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China setzt den Ölmarkt unter Druck. Dass Fass Brent wird heute Morgen mit 77,56 US-$ gehandelt. WTI notiert bei 68,56 US-$/Barrel ebenfalls schwächer.

Euro/US-Dollar: Obwohl der Markt erwartet, dass in der kommenden Woche die Leitzinsen in den USA erneut angehoben werden, konnte der Euro am Montag die Verluste vom Freitagnachmittag fast vollständig wettmachen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1671 (Freitag: 1,1689) US-$ fest. Heute Morgen notiert der Euro bei 1,1695 US-$.

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