Märkte am Morgen: Ölsaaten

Proteste in Frankreich gegen Palmöl


Landwirte in Frankreich blockieren Raffinerien, die Palmöl zu Biodiesel verarbeiten. Sojabohnen geben in Chicago weiter nach.

Sojakomplex: Die Bohne kann den Abwärtstrend der vergangenen Tage nicht stoppen. Nach dem gescheiterten G7-Gipfel in Kanada geben die Notierungen am Montag erneut deutlich nach. Die Juli-Bohne verliert 15,5 Cent auf 9,54 US-$/bushel (392,59 €/t) und steht heute Morgen mit 6,25 Cent im Plus. Sojaschrot schloss mit einem Minus von 6,60 US-$ bei 351,20 US-$/short tons (334,03 €/t). Sojaöl gab leicht auf 30,58 Cent/pound (571,52 €/t) nach.

Die Sojaaussaat ist in den USA kurz vor dem Abschluss. Am Sonntag waren 93 Prozent der Flächen bestellt, das sind 2 Prozent mehr als vor einem Jahr und 8 Prozent mehr als im Fünfjahresdurchschnitt. Auf 83 Prozent der Flächen sind die Pflanzen aufgelaufen, auch das ist deutlich schneller als in den Vorjahren (69 Prozent). 74 Prozent der Bestände werden mit gut und sehr gut bewertet. Das ist zwar 1 Prozent weniger als vor einer Woche, liegt aber um 8 Prozent über dem Vorjahreswert. „Das Ertragspotenzial von Sojabohnen hat ebenfalls etwas abgenommen, bleibt aber stark", sagt Brick Knorr, Marktanalyst bei Farm Futures. Die Ertragserwartungen sieht Knorr derzeit bei 3,47 t/ha, das wäre mehr als im Vorjahr (3,30 t/ha). Vom Wasde, den das US-Agrarministerium heute veröffentlicht, erwarten Analysten im Durchschnitt eine Verringerung der Bohnen-Endbestände 2017/18 um 163.000 t auf 14,26 Mio. t.


China bemüht sich weiter, seine Sojaimporte auf eine breitere Basis zu stellen. So sollen die Einfuhren aus Kasachstan gesteigert werden. Von September 2017 bis März 2018 wurden bereits doppelt so viele Bohnen nach China geliefert wie im gesamten vorherigen Wirtschaftsjahr. Mit 8.400 t bleiben die Lieferungen aber sehr klein. Insgesamt sollen im laufenden Jahr 150.000 t Ölsaaten nach China geliefert werden. Eine chinesische Delegation hatte in Kasachstan Gespräche geführt, um die Importmenge weiter zu steigern, berichtet UkrAgroConsult. Im Norden Kasachstans haben die Agrarunternehmen bereits auf die neuen Absatzchancen reagiert. Die Anbaufläche von Ölsaaten wurde um 40 Prozent auf 1 Mio. ha ausgedehnt.

Raps: An der Matif geben die Rapsnotierungen gestern weiter nach. Der August verlor 2,50 € auf 351,25 €/t und liegt damit nur noch knapp über dem gleitenden 90-Tage-Durchschnitt. Canola konnte sich mit einem Minus von 80 Cent auf 516,70 kan-$/t etwas besser halten. Schlechtere Aussichten für die europäische Rapsernte konnten der Matif keine Unterstützung geben.

Palmöl: In Frankreich haben Landwirte am Montag mit Blockaden vor Raffinerien gegen die Verwendung von Palmöl zur Biodieselproduktion protestiert. Regierungsmitglieder sagten den Demonstranten ihre Unterstützung zu. Sie wollen sich auf europäischer Ebene dafür einsetzen, die Importmenge auf dem Niveau von 2017 einzufrieren und in den kommenden Jahren schrittweise zu reduzieren. Außerdem solle bei der Biodieselproduktion die Palm- und Sojaölmenge auf dem aktuellen Stand begrenzt werden.

In  Malaysia wurden diese Forderungen scharf kritisiert. „Dieser Vorschlag ist ein Verrat an den Versprechungen, die die französische Regierung den Menschen in Malaysia gemacht hat", heißt es in einer Erklärung der Organisation  Faces of Palm Oil, die die Interessen kleinbäuerlicher Palmölproduzenten vertritt. Bei Verhandlungen über Rüstungsexporte hatte die französische Verteidigungsministerin Florence Parly im Januar versichert, dass sich ihr Land gegen die Diskriminierung von Palmöl einsetzten werde.

Die Palmölnotierungen gaben in Malaysia am Montag nach. Der umsatzstärkste August-Kontrakt verlor 8 Ringgit auf 2.360 MYR/t und steht heute Morgen mit 10 Ringgit im Minus.

Rohöl: Auf dem Ölmarkt gaben die Notierungen für Brent gestern zunächst nach, konnten sich dann aber wieder erholen. WTI konnte nach anfänglichen Verlusten mit einem leichten Plus schließen. Heute Morgen werden Brent mit 76,48 US-$/Barrel und WTI mit 66,22 US-$/Barrel etwas fester gehandelt.

Euro/US-Dollar: Nachdem der italienische Finanzminister Giovanni Tria den Ausstritt seines Landes aus dem Euro ausgeschlossen hat, konnte sich die Gemeinschaftswährung am Montag leicht erholen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1790 (Freitag: 1,1754) US-$ fest. Heute Morgen notiert der Euro bei 1,1767 US-$.

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