Märkte am Morgen: Ölsaaten

Raps verliert in der EU an Bedeutung


Raps wird im nächsten Jahrzehnt in der EU an Bedeutung verlieren. Die Nachfrage nach Biokraftstoffen lässt nach. Die Ölmühle in Straubing meldet einen Produktionsausfall.

Sojakomplex: In Chicago erreichtet der Januar-Future nach herben Verlusten, ausgelöst durch spekulative Verkäufe, ein Drei-Monats-Tief von 9,61 US-$/bushel. Schrot notiert mit 318,50 US-$/short ton (minus 2,10 ) ebenfalls niedriger gegenüber Freitag.

Übers Wochenende hat es in Argentinien zwar in einigen Anbaugebieten geregnet. Allerdings seien immer noch 20 Prozent der Sojabohnenflächen trocken und brauchen dringend Wasser.

Raps: An der Pariser Börse Euronext geben die Notierungen nach. Der Frontmonat Februar verliert 1,25 auf 358,50 €/t. Die Ölmühle in Straubing meldet am Montag einen Produktionsstopp. Grund ist eine präventive Maßnahme wegen eines möglichen Salmonellenbefalls. Es kann zu Lieferverzögerungen kommen. ADM plant, die Produktion am Ende dieser Woche wieder aufzunehmen und Auslieferungen nach den Weihnachtsfeiertage vorzunehmen.

Ein Rückgang der Raps-Anbaufläche von durchschnittlich (fünf Jahre) derzeit 6,5 auf 6,0 Mio. ha im Wirtschaftsjahr 2030/31 prognostiziert die EU-Kommission auf der bis heute andauernden Outlook-Konferenz in Brüssel. Der Trend von Rapssaat zu Sojabohnen werde immer sichtbarer, heißt es im Outlook-Bericht, den die Kommission am Montag veröffentlichte.

Rapsöl geht zu 60 Prozent in die Verarbeitung von Biodiesel. Hier dürfte sich ein Rückgang abzeichnen, weil weniger Biodiesel benötigt werde. Die Nachfrage nach Pflanzenölen für Biodiesel dürfte um rund 600.000 t auf 9,1 Mio. t in der kommenden Dekade bis 2030/31 sinken.

Die Rapserzeugung in der EU geht nach der Vorhersage der EU-Analysten auf 20,7 Mio. t im Ausblick bis 2030/31 zurück. Im laufenden Wirtschaftsjahr 2017/18 wird eine Rapsernte von 22,3 Mio. t in der EU erwartet. Noch rechnet die EU-Kommission auf Basis der EU-28, da die Vereinbarungen über den Austritt von Großbritannien aus der EU noch nicht feststehen, teilt die EU-Kommission mit.

Die Sojabohnenproduktion in der EU dürfte bis zum Berichtsjahr 2030/31 auf 3 Mio. t steigen, gegenüber 2,7 Mio. t in der laufenden Saison. Insgesamt nehme die Attraktivität von Sojaprotein zu, was zu steigenden Importen von Sojabohnen und -schrot in die EU führen wird.

Zu spekulativen Verkäufen kam es am Montag in Winnipeg an der ICE Börse. Raps steckt in einem technischen Abwärtstrend fest und endet bei 491,20 can.$/t. Es kam zu einigen Spreads, wobei sich das Handelsinteresse auf den Frontmonat Januar konzentrierte, von dem sich einige Händler vorzeitig verabschiedeten.

Rohöl: Das Leck an einer Nordseepipline ist immer noch nicht repariert. In Nigeria streiken die Arbeiter in den Raffinerien der Energiekonzerne für bessere Arbeitsbedingungen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar kostete am Montagnachmittag 63,62 US-$. Das waren 38 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US- Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Januar-Lieferung stieg um 22 Cent auf 57,52 US-$/Barrel.



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