Märkte am Morgen: Ölsaaten

Regen und Trump bewegen die Bohne

Der für den August typische Wettermarkt für Sojabohnen wird weiter von der Politik beeinflusst. US-Präsident Donald Trump sorgte am Montag mal wieder für Turbulenzen.

Sojakomplex: Die Hoffnung auf ein schnelles Ende des Handelsstreits zwischen den USA und China wurde von US-Präsident Donald Trump am Montag gedämpft. Am späten Montagnachmittag sagte Trump, dass er von den Gesprächen in dieser Woche nicht viel erwarte und er „keinen Zeitrahmen“ für eine Einigung mit China habe.

Die Stimmung für die Bohne war ohnehin nicht gut, weil Regenfälle die Aussichten auf hohe Erträge weiter verbessert haben. Der Zustand der Sojabestände hat sich laut NASS-Report vom Montag leicht verschlechtert. Mit gut und exzellent werden 65 Prozent der Flächen bewertet, 1 Prozent weniger als vor einer Woche und 5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auch die aktuellen Exportzahlen lösten keine Emotionen aus. In der Woche bis zum 16. August wurden 639.000 t verladen, das waren 10 Prozent mehr als in der Vorwoche und 4,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Zwei Wochen vor dem Ende des Vermarktungsjahres 2017/18 liegen die Sojaausfuhren um 3,2 Prozent unter der Vorjahreslinie.


Die Bohne hatte m Montag zunächst um gut 15 Cent zugelegt und war bis auf 8,96 US-$/bushel gestiegen. Zum Börsenschluss blieben davon ein winziges Plus von 0,25 Cent und ein Schlusskurs von 8,82 US-$/bushel übrig. Heute Morgen steht die Bohne bei 8,77 US-$/bushel (280 €/t) deutlich im Minus. Sojaschrot gab gestern um 1,90 auf 328,20 US-$/short tons nach und notiert heute Morgen bei 327,40 US-$/short tons (312 €/t). Sojaöl legte am Montag um mehr als 1 Prozent auf 28,54 Cent/pound zu und wird heute Morgen mit 28,45 Cent/pound (544 €/t) etwas schwächer gehandelt.

Raps: Für Raps an der Matif kam der Einbruch in Chicago zu spät. Der November konnte noch mit einem Plus von 50 Cent bei 384,25 €/t aus den Handel gehen. Der festere Euro und die Sojaschwäche in Chicago lassen für heute nichts Gutes erwarten. Canola in Winnipeg legte gestern um 1,00 auf 511,90 kan-$/t zu und notiert heute Morgen bei 510,30 kan-$/t.

Palmöl: Die Palmölnotierungen in Malaysia schlossen gestern mit 11 bis 20 Ringgit im Plus. Der meistgehandelte November-Kontrakt legte um 16 Ringgit auf 2.255 MYR/t zu und notiert heute Morgen bei 2.247 MYR/t im Minus. Das festere Sojaöl hatte gestern die Notierungen in Malaysia gestützt. Über Nacht wirkte der Einfluss der fallenden Sojakurse.

Rohöl: Die Ölnotierungen zogen am Montag wieder leicht an. Brent notiert heute Morgen bei 72.30 US-$/Barrel. Das Fass WTI wird mit 66,67 US-$ gehandelt. Der Handelsstreit und die Iran-Sanktionen bleiben die wichtigsten Themen. China könnte die US-Bemühungen unterlaufen, indem es Öl aus dem Iran importiert. Trotzdem bleiben Befürchtungen, dass das Rohölangebot nach dem In-Kraft-Treten der Sanktionen im November sinken könnte.

Euro/US-Dollar: Die türkische Lira verlor am Montag noch einmal mehr als 2 Prozent. Der Euro konnte sich gegenüber dem US-Dollar dennoch behaupten und hielt sich über 1,1400 US-$. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1420 (Freitag: 1,1391) US-$ fest. Heute Morgen notiert der Euro bei 1,1523 US-$ fester. Der US-Dollar gab in der Nacht auch gegenüber dem Yen und anderen Währungen nach, nachdem US-Präsident Donald Trump den Chef der Notenbank FED Jerome Powell öffentlich kritisiert hatte: „Ich bin nicht davon begeistert, dass er die Zinsen erhöht. Nein, ich bin nicht begeistert."

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