Märkte am Morgen: Ölsaaten

Saudi-Arabien fördert weniger Öl


Steigende Rohölpreise und ein schwächerer Euro stützen den Rapsmarkt. Chinas Pläne für eine Reduzierung der Sojaimporte wirken sich auf die Kurse in Chicago aus.

Sojakomplex: Die Bohne gab gestern deutlich nach, kann sich über Nacht aber wieder erholen. Der September schloss gestern mit einem Minus von 8,75 Cent bei 8,83 US-$/bushel und notiert heute Morgen bei 8,89 US-$/bushel (283 €/t). Sojaschrot gab um 2,50 auf 330,00 US-$/short tons nach und steht heute Morgen bei 331,20 US-$/short tons (315 €/t). Sojaöl gab leicht auf 28,29 Cent/pound nach und kann über Nacht auf 28,35 Cent/pound (541 €/t) zulegen.

Bemühungen Chinas, die Importmenge von Sojabohnen zu reduzieren, trüben die Stimmung. Trotz der Strafzölle und der fehlenden Absatzmöglichkeiten in der Volksrepublik stiegen die Sojaexporte in der Woche bis zum 2. August an. 893.000 t bedeuteten gegenüber der Vorwoche ein Plus von 16,2 Prozent und gegenüber dem Vorjahr sogar einen Zuwachs von 30 Prozent. Die kompletten Exportverladungen im aktuellen Marketingjahr liegen mit 53,4 Mio. t trotz des Handelsstreits nur um 3,2 Prozent unterhalb der Vorjahreslinie.


Die Sojabestände in den USA entwickeln sich weiterhin etwas schneller als in den vergangenen Jahren. Der Zustand der Pflanzen hat sich laut des gestern Nachmittag veröffentlichten Nass-Reports nur geringfügig verschlechtert. 16 Prozent der Flächen werden mit „excellent“ bewertet, das sind 1 Prozent weniger als in der Vorwoche, aber 6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Anteil der mit „good“ bewerteten Flächen sank gegenüber der Vorwoche um 2 auf 51 Prozent (Vorjahr: 50 Prozent). Als „fair“ werden nun23 Prozent (Vorwoche: 22, Vorjahr: 28 Prozent) der Flächen angesehen. Der Anteil der mit „very poor“ und „poor“ bewerteten Flächen stieg um 2 auf 10 Prozent (Vorjahr: 12 Prozent).

Raps: Am der Matif ging es für den Raps weiter nach oben. Der November legte um 3,00 auf 382,75 €/t zu. Neben dem kleinen Rapsangebot in der EU leistete auch ein schwächerer Euro und ein festerer Ölmarkt Unterstützung. In Winnipeg war die Börse gestern wegen eines Feiertags geschlossen. Im vorbörslichen Handel klettert Canola heute Morgen um 5,20 auf 499,20 kan-$/t.

Palmöl: In Malaysia zogen die Palmölnotierungen am Montag weiter leicht an. Der meistgehandelte November-Future schloss mit einem Plus von 12 Ringgit bei 2.236 MYR/t. Heute Morgen notiert der Kontrakt mit 4 Ringgit im Plus. Unterstützung kommt vom festeren Mineralölmarkt. Der Anstieg der Palmölbestände drückte dagegen die Stimmung. In Malaysia kann der Export nicht mit der steigenden Produktion mithalten. Eine Reuters-Umfrage ergab, dass die Lagerbestände Ende Juli auf ein Fünf-Monats-Hoch von 2,34 Mio. t gestiegen sind.

Rohöl: Die Ölnotierungen waren gestern zunächst kräftig gestiegen, gaben aber im Tagesverlauf wieder etwas nach. Die neuen Sanktionen der USA gegen den Iran belasten die Markt. Überraschend wurde zudem gemeldet, dass die Ölproduktion Saudi-Arabiens im Juli gesunken ist, obwohl das Land zugesagt hatte, die Förderung anzukurbeln, um einen weiteren Preisanstieg zu vermeiden. Tatsächlich verringerte sich die tägliche Fördermenge um 200.000 auf 10,29 Mio. Barrel. Heute Morgen notiert Brent bei 73,99 US-$/Barrel. Das Fass WTI wird mit 69,19 US-$ ebenfalls fester gehandelt.

Euro/US-Dollar: Ein geringeres Auftragsvolumen für die Industrie in Deutschland setzt den Euro unter Druck. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1543 (Freitag: 1,1588) US-$ fest. Heute Morgen notiert der Euro bei 1,1556 US-$. Seit Monatsbeginn hat der Euro damit um 1,5 Cent nachgegeben.

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