Märkte am Morgen: Ölsaaten

Soja zieht Raps mit nach unten


In Argentinien fehlt weiter Regen. Die Getreidebörse in Buenos Aires reduziert ihre Sojaerwartungen. Chicago notiert dennoch schwächer, weil US-Exportzahlen enttäuschen.

Sojakomplex: Schwache Exportzahlen drückten die Sojabohne am Donnerstag in Chicago ins Minus. Die März-Bohne gab um fast 11 Cent auf 9,85 US-$/Bushel nach. Sojaschrot zog es um 3,80 US-$ auf 334 US-$/short ton nach unten. Sojaöl verlor 0,17 Cent auf 32,90 Cent/pound.

Hauptgrund für die fallenden Kurse waren enttäuschende Exportzahlen. Die für die Woche bis zum 25. Januar gemeldeten 359.000 t lagen deutlich unter den Markterwartungen von 0,6 bis 1 Mio. t. Gegenüber der Vorwoche betrug der Rückgang knapp 50 Prozent, gegenüber dem Vorjahr gut ein Drittel. Auch gute Exportzahlen beim Sojaschrot und Sojaöl konnten die Stimmung nicht aufhellen, denn sie wurden durch eher schwache Zahlen aus dem USDA Oilseed crush-Report mehr als neutralisiert. Die Menge der verarbeiteten Sojabohnen ist im Dezember im Jahresvergleich zwar angestiegen, lag aber unter den Erwartungen. Gleichzeitig stiegen die Sojaölbestände stärker an als Analysten vorhergesagt hatten.


Aufgrund der aktuellen Statistiken aus den USA traten die südamerikanischen Wettermärkte trotz neuer Nachrichten gestern in den Hintergrund. Die Analysten von INTL FCStone hoben ihre Schätzung für die brasilianische Ernte um 1 Mio. t auf 111 Mio. t an. Die Getreidebörse in Buenos Aires senkte dagegen ihre Prognose für Argentinien um 3 Mio. t auf 51 Mio. t und reagierte damit auf Ertragsrisiken wegen der anhaltenden Trockenheit. Aktuelle Prognosen sagen allerdings für die kommenden Tage Regenfälle voraus. An der CBoT wurde die Summe der Nachrichten aus Südamerika neutral bewertet. Das USDA erwartet derzeit eine Sojaernte von 110 Mio. t in Brasilien und von 56 Mio. t in Argentinien.

Raps: Die Rapsnotierungen gaben in Paris erneut nach und schlossen mit einem Minus von 3,50 €/t bei 346,25 €/t. Auch Canola wurde vom Rückschlag auf dem Sojamarkt nach unten gezogen und gab um 2,40 Can-$ auf 494.30 Can-$ nach.

Palmöl: In Malaysia sind die Palmölexporte im Januar im Vergleich zum Dezember um knapp 9 Prozent kleiner ausgefallen. Die Börse in Kuala Lumpur reagierte auf die Nachricht mit Kursverlusten. Der umsatzstärkste Mai-Future steht heute Morgen bei 2471 MYR/t mit 26 Ringgit im Minus.

Rohöl: Nach den jüngsten Verlusten konnte sich Erdöl gestern wieder erholen. Das Fass Brent verteuerte sich um 60 Cent auf 69,65 US-$. WTI legte um 1,07 US-$ auf 65,80 US-$/barrel zu. Gestützt wurde der Ölmarkt durch eine Preisprognose der Investmentbank Goldman Sachs. Danach erwarten die Analysten in diesem Jahr steigende Notierungen, die durch ein globales Angebotsdefizit von 200.000 Barrel pro Tag hervorgerufen werden.

Euro/US-Dollar: Diskussionen um mögliche Zinserhöhungen in den USA beeindrucken die Devisenmärkte nicht. Der Euro überspringt gestern erstmals seit Mitte September 2014 die Marke von 1,25 US-$. Heute Morgen notiert er bei 1,2490 US-$ nur knapp darunter.

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