Märkte am Morgen: Ölsaaten

Soja fällt auf Zehnjahrestief


Der Handelsstreit zwischen den USA und China bestimmt weiter den Sojamarkt. Die Farmer in den USA ändern ihre Anbaustrategie.

Sojakomplex: Die Notierungen für Sojabohnen gaben am Dienstag in Chicago weiter nach. Der November verlor 9,5 Cent auf 8,18 US-$/bushel und notiert heute Morgen bei 8,16 US-$/bushel (257 €/t) nur knapp darüber. Zwischenzeitlich waren die Sojanotierungen auf 8,12 US-$/bushel gefallen, den tiefsten Stand seit dem Dezember 2008. Sojaschrot gab gestern um 2,40 auf 300,50 US-$/short tons (285 €/t) nach. Auch Sojaöl muss mit Verlusten von mehr als 1Prozent Federn lassen und schließt bei 27,12 US-$/pound.

Nachdem sich der Handelsstreit zwischen den USA und China wieder verschärfte, bewegen sich die Sojabohnen-Notierungen in der Nähe eines Zehn-Jahres-Tiefs. Neben den politischen Einflüssen belasten die große US-Ernte und günstige Aussaatbedingungen in Brasilien den Markt. Nach Regenfällen starten die Arbeiten in Paraná so früh und so schnell wie zuletzt vor fünf Jahren. Am Wochenende begann die Aussaat auch im für den Sojaanbau wichtigsten Bundesstaat Mato Grosso.


Die Landwirte in den USA reagieren auf die niedrigen Preise. Informa rechnet damit, dass die Sojafläche im kommenden Jahr um 7,5 Prozent auf 82,3 Mio. Acre (33,32 Mio. ha) eingeschränkt wird. Bei Erträgen von 51 bpa könnten so 4,16 Mrd. bushel (113,25 Mio. t) geerntet werden, das wären 11,5 Mio. t weniger als das USDA für dieses Jahr vorhersagt.

Auf die neuen Strafzölle der USA für chinesische Waren im Wert von 200 Mrd. US-$ reagierte nun die Regierung in Peking. Importe aus den USA im Wert von 60 Mrd. US-$ sollen nun mit zusätzlichen Abgaben von 5 bis 10 Prozent belastet werden. Eine Liste der Waren liegt noch nicht vor.

Raps: Raps kann sich dem schwachen Sojamarkt nicht entziehen. Der schwächere Euro gab am Nachmittag zwar etwas Auftrieb, konnte die vorherigen Verluste aber nicht wettmachen. Der November schloss mit einem Minus von 2,25 bei 365,75 €/t. In Winnipeg gab Canola um 2,40 auf 486,40 kan-$ nach. In Teilen von Saskatchewan und Alberta erschweren die kalten und feuchten Wetterbedingungen immer noch die Ernte. Die Rapsernte in Manitoba war gestern zu 85 Prozent abgeschlossen.

Palmöl: Sinkende Sojaöl-Notierungen und eine steigende Produktionserwartung zogen die Palmölnotierungen in Malaysia am Dienstag ins Minus. Der meistgehandelte November-Kontrakt gab um 45 Ringgit auf 2.178 MYR/t nach.

Rohöl: Die Ölpreise zogen gestern an. Derzeit rechnen die Händler nicht damit, dass sich die großen Förderländer zu einer Ausweitung der Produktion durchringen können. Aus Saudi-Arabien kamen Signale, dass man auch mit einem Ölpreis jenseits der 80 US-$/Barrel leben könnte. Steigende Lagerbestände in den USA, von denen das API berichtete, sorgten für keinen Preisdruck. Das Fass Brent notiert heute Morgen bei 79,04 US-$, WTI bei 69,93 US-$.

Euro/US-Dollar: Die Verschärfung des Handelsstreits zwischen den USA und China hat den US-Dollar nur kurz belastet. Nachdem der Euro gestern auf bis zu 1,1718 US-$ gestiegen war, gab er am Nachmittag wieder deutlich nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1697 (Montag: 1,1671) US-$ fest. Heute Morgen notiert der Euro bei 1,1672 US-$.

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