Märkte am Morgen: Ölsaaten

Soja in Hülle und Fülle


Während in den USA die Aussichten für die Ernte weiter sehr gut sind, wird in Brasilien mit einer Ausdehnung der Anbaufläche gerechnet. Die Börsen reagieren auf das große Angebot.

Sojakomplex: Der brasilianische Branchenverband Abiove hat seine Ernteschätzung für die Saison 2017/18 leicht angehoben. Jetzt werden 118,8 Mio. t Sojabohnen erwartet, das sind 300.000 t mehr als in der Mai-Schätzung. Deutlicher korrigiert wurde die Exportmenge, die von 72,1 auf 73,5 Mio. t angehoben wird. Abiove liegt damit bei der Produktion und beim Export knapp unterhalb der USDA-Erwartungen von 119,5 Mio. t und 74,65 Mio. t.

Im kommenden Jahr könnte die Sojabohnenernte in Brasilien einen neuen Rekord erreichen. Analysten erwarten einen Anstieg der Anbaufläche um 3 bis 5 Prozent auf bis zu 37 Mio. ha. Trotz der niedrigen Kurse in Chicago ist die Sojaproduktion in Brasilien attraktiv, denn die Kassamarktprämien sind seit dem Beginn des Handelsstreits zwischen den USA und China stark gestiegen. Das USDA erwartet derzeit für das kommende Jahr eine brasilianische Sojaernte von 120,5 Mio. t.


In Chicago gaben die Notierungen gestern leicht nach. Der August schloss mit einem Minus von 2 Cent bei 8,48 US-$/bushel und steht heute Morgen bei 8,44 US-$/bushel (265,50 €/t) erneut im Minus. Sojaschrot legte um 1,10 US-$ auf 328,00 US-$/short ton zu und gibt heute Morgen auf 327,10 US-$/short ton (308 €/t) nach. Sojaöl verlor am Montag knapp 1 Prozent auf 27,97 Cent/pound (528 €/t) und notiert heute Morgen leicht schwächer.

Nach dem gestrigen Börsenschluss veröffentlichte das USDA Daten zur Bestandsentwicklung in den USA. Die Pflanzen wachsen in diesem Jahr schneller und besser als 2017. Die Menge der "exzellenten" Flächen stieg im Vergleich zur Vorwoche von 16 auf 18 Prozent (Vorjahr: 10 Prozent). Mit "gut" werden 52 Prozent bewertet, das ist ein Prozent weniger als vor einer Woche und das sind 5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Mit "poor" und "very poor" werden unverändert 8 Prozent bewertet, das sind 6 Prozent weniger als 2017.

Raps: Trotz schlechter Ertragsaussichten in der EU kommt der Rapsmarkt nicht in Schwung. Der Frontmonat August kann am Montag noch mit einem Plus von 1,00 € bei 361,00 €/t schließen, die späteren Termine geben aber nach. Der umsatzstärkste November-Termin verliert 1,25 € auf 365,75 €/t. Für Canola in Winnipeg war der Montag noch unerfreulicher. Der November verlor 3,60 Can-$ auf 486,70 Can-$/t. Die schwachen Pflanzenöl- und Sojamärkte belasteten die Stimmung in Kanada. 

Palmöl: Ein festerer Ringgit, steigende Produktionsmengen und schwache Pflanzenölmärkte zogen Palmöl am Montag ins Minus. An der Börse in Kuala Lumpur gab der meistgehandelte Oktober-Kontrakt um 25 Ringgit auf 2.169 MYR/t nach. Heute Morgen stehen weitere Verluste von 7 Rinngit auf der Kurstafel.

Rohöl: Die verbale Eskalation im Streit zwischen den USA und Iran sorgten am Montag für steigende Rohölnotierungen. Drohungen aus Teheran, die Straße von Hormus im Persischen Golf für Tanker zu sperren, verunsichern den Markt. Brent stieg zwischenzeitlich bis auf 74,43 US-$/barrel. Heute Morgen gibt Brent auf 72,90 US-$/barrel nach. Das Fass WTI wird mit 67,70 US-$ ebenfalls schwächer gehandelt.

Euro/US-Dollar: Nach den Gewinnen vom Freitagnachmittag gab der Euro am Montag wieder nach und fiel unter die Marke von 1,17 US-$. Heute Morgen wird der Euro mit 1,1687 US-$ gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Euro-Referenzkurs am Montag auf 1,1716 (Freitag: 1,1670) US-$ fest.

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  1. EU-BAUER Klaus1618
    Erstellt 24. Juli 2018 12:27 | Permanent-Link

    „Wenn deine Hasser Hunger haben, gib ihnen Brot zu essen, wenn sie dürstet, gib ihnen Wasser.“ (Bibelzitat)

    Das leidenschaftliche Herzblut eines jeden Bauern zum Tagwerk auf dem eigenen Hofe schenkt diesem mitsamt dessen Familien immer wieder unermessliche Kräfte, über sich selbst hinauswachsen zu können, selbst unter widrigsten Umständen enthusiastisch, regelrecht geübt, seine Dienste am Nächsten verrichten zu wollen; vornehmlich auch immer wieder geprägt von dem unerschöpflich tiefen Glauben an das Gute im Menschen, was eine solche nur schwer zu erschütternde Grundhaltung maßgeblich beeinflusste, und dies, Gott sei es tausendfach gedankt, noch immer tut. - Wohin, in welche betriebswirtschaftliche Engen, gedenkt ihr also nun das erbärmlich zusammengeschrumpfte Restvölkchen an noch ackernden Bauern zu treiben!?

    Unsere Getreide- und die Brot-/Brötchenpreise korrelieren längstens überhaupt nicht mehr miteinander. Die moderne zukunftsweisende Landwirtschaft wird nur noch in Shareholder-Value-Taktraten gedacht. Only money makes the world go round.

    Solange noch Brot/Brötchen in den Ladentheken der Bäckereien, unserer Discounter, innerhalb einer dekadenten Wohlstandswelt liegen und durchgängig abrufbar sind, lässt man zwischenzeitlich schon erheblich pervers anmutend, nach zwei unverkennbar verheerenden Wirtschaftsjahren in Folge, in dieser Not nicht nur die Köpfe unserer Tiere rollen, denen es aufgrund der wetterbedingt katastrophalen Umstände an Futter mangelt, man opfert in Zeiten wie diesen in einer bewusst gelebten, hartnäckig vorherrschenden Ekpathie in weiten Bereichen unseres bäuerlichen Lebensumfeldes auch gnadenlos sukzessive die Existenzen vieler Bauernfamilien auf dem Land.

    Geradezu ordinär hallt es in den Ohren der Bauern, wenn man jüngst ein solches Tun und Treiben auch noch unter einer Gesundung der ohnedies „wachstumsbedingt“ aus den Fugen geratenden Ökonomien zu rechtfertigen sucht. - Nimmt man realiter wirklich nicht war, dass damit das reiche Deutschland seine eigenen Bauern brutalst auf‘s Schafott zerrt!? NEIN, richtig erkannt, nicht nur in Deutschland, vielmehr europa-, weltweit! Und das in einer Zeit, wo die Welt ohnedies zunehmend aus den Fugen gerät!

    „Nichts auf dieser Welt ist gefährlicher als aufrichtige Ignoranz gepaart mit gewissentlicher Dummheit“. ( Martin Luther King) - Und eben genau diesen erbarmungslosen Spiegel muss man nicht nur Ich-Donald vor Augen halten!!!

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