Märkte am Morgen: Ölsaaten

Sojabohnen brechen weiter ein


Der Handelsstreit zwischen den USA und China belastet den Sojamarkt. Die Talfahrt für Bohne und Öl bleibt rasant. Erzeuger in Brasilien hoffen auf höhere Prämien.

Sojakomplex: Mit Verlusten von 20 Cent setzte sich der Absturz der Sojanotierungen in Chicago den 10. Handelstag in Folge fort. Die Juli-Bohne gab um 19,75 Cent auf 8,94 US-$/bushel (288,48 €/t) nach und hat damit seit dem 28. Mai 15 Prozent verloren. Sojaschrot konnte sich mit einem Minus von 1,00 auf 334,50 US-$/short tons (318,59 €/t) noch einigermaßen halten. Sojaöl brach dagegen regelrecht ein und schloss nach Verlusten von 0,72 Cent bei 28,85 Cent/pound (563,36 €/t). Die Bohne hatte zwischenzeitlich bis auf 8,41 US-$/bushel nachgegeben, das war die niedrigste Notierung eines Frontmonats seit Dezember 2008.

Der Markt wird weiter durch den von US-Präsident Donald Trump neu angefachten Handelsstreit zwischen den USA und China belastet. Die Ankündigung von Regenfällen und die überdurchschnittlich gute Bestandsentwicklung in den USA verschärfen den Druck. Profiteur des Handelsstreits ist Brasilien, das nach einer eigenen Rekordernte und einer Missernte in Argentinien seine Ausfuhren nach China deutlich steigern wird. Die zuletzt gesunkenen Notierungen in Chicago strahlen jedoch auch nach Südamerika aus. Brasilianische Erzeuger fordern nun höhere Prämien und halten ihre Ware zurück.

Raps: Auch beim Raps waren die Vorzeichen erneut rot. Der August gab in Paris um 1,25 auf 347,50 €/t nach, der November um 1,75 auf 355,50 €/t. Ähnlich verhielt sich Canola in Kanada, der mit einem Minus von 1,70 bei 518,30 kan-$/t aus dem Handelstag ging.

Palmöl: Die schwachen Sojaölnotierungen in Chicago zogen die Palmölkurse in Kuala Lumpur nach unten. Der September-Future verlor 45 Ringgit auf 2.263 MYR/t und steht heute Morgen mit weiteren 13 Ringgit im Minus.

Rohöl: Auch die Rohölnotierungen gaben gestern nach. Heute Morgen wird das Fass Brent mit 75,27 US-$ etwas fester gehandelt. Auch WTI steht bei 65,30 US-$/Barrel leicht im Plus.

Euro/US-Dollar: EZB-Chef Mario Draghi machte gestern noch einmal deutlich, dass Zinsanhebungen für ihn derzeit kein Thema sind. Bei einer Tagung in Portugal verwies er auf die aktuellen Risiken für die Wirtschaft, zu denen er auch den wachsenden Protektionismus zählte. Der Euro gab gestern nach und fiel unter 1,16 US-$. Heute Morgen notiert er bei 1,1575 US-$.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats