Märkte am Morgen: Ölsaaten

Sojabohnen und Palmöl geben nach


Der Wasde schickt die Sojanotierungen nach unten. Raps kann dank eines schwächeren Euros zulegen. Argentinien bleibt ein Risikofaktor.

Sojakomplex: Direkt nach der Veröffentlichung des neuen Wasde konnten sich die die Sojanotierungen in Chicago noch halten, über Nacht gaben sie dann aber doch deutlich nach. Der März schloss am Donnerstag mit einem Minus von 1,25 Cent bei 10,54 US-$/bushel (314,43 €/t) und steht heute Morgen mit weiteren 4 Cent im roten Bereich. Die Mai- und Juni-Futures verlieren nach Vortagsverlusten von 1 bis 1,25 Cent über Nacht noch einmal 10 Cent.

Im Blickpunkt des Sojamarktes bleiben Brasilien und Argentinien. Nachdem das USDA die Erntemenge in Argentinien gegenüber dem Februar-Wasde um 7 auf 47 Mio. t gekürzt hatte, veröffentlichte die Getreidebörse Buenos Aires ihre neue Prognose. Gegenüber der vergangenen Woche wurde die Menge noch einmal um 2 auf 42 Mio. t gesenkt. Sollte es zu trocken bleiben, könnten weitere Abschläge folgen.

Für Brasilien hob das USDA seine Schätzung um 1 auf 113 Mio. t an. Auch die brasilianische Lebensmittelbehörde Conab veröffentlichte gestern ihre neue Einschätzung und bewegte sich im gleichen Rahmen wie das USDA. Am oberen Ende der Prognosen bewegt sich weiter die Beratungsorganisation AG Rural, die in Brasilien 117,9 Mio.t Sojabohnen erwartet.

Im Schatten des neuen Wasde gingen die wöchentlichen Exportzahlen der USA etwas unter. In der Woche zum 1. März wurden 2,51 Mio. t ins Ausland verkauft, das war drei Mal mehr als in der Vorwoche und lag deutlich über den Erwartungen von Analysten von 1 bis 1,7 Mio. t. Die gesamten Sojabohnen-Ausfuhren in diesem Wirtschaftsjahr liegen mit 38,8 Mio. t aber weiter deutlich hinter dem Zwischenergebnis aus dem Vorjahr (44,4 Mio. t).

Raps: An der Matif profitierte Raps vom schwächeren Euro und schloss mit einem Plus von 1,50 € bei der psychologisch wichtigen Marke von 350 €/t. Canola gab in Winnipeg um 40 Cent auf 516,20 Can-$/t (327,88 €/t).

Das USDA hob in seinem Ölsaaten-Bericht die globale Rapsproduktion im Jahr 2017/18 um 850.000 t auf 73,95 Mio. t an. Die Verarbeitung soll um 600.000 t auf 70,2 Mio. t steigen. Die Endbestände wachsen um 500.000 t auf 6,2 Mio. t. Gegenüber dem Februar-Bericht wurde die chinesische Produktion um 1,3 auf 14,4 Mio. t angehoben. Die indische Rapserzeugung kürzte das USDA dagegen um 800.000 t auf 5,7 Mio. t.

Palmöl: Die Palmölnotierungen gaben am Donnerstag in Malaysia deutlich nach. Der Benchmark-Future Mai 2018 verlor 34 Ringgit auf 2.410 MYR/t und steht heute Morgen mit weiteren 28 Ringgit im Minus. Innerhalb einer Woche sind die Notierungen damit um fast 5 Prozent auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Monaten gefallen. Die wichtigsten Produzenten Malaysia und Indonesien leiden weiter unter den höheren indischen Importsteuern, die zu einem Rückgang der Lieferungen geführt haben. Die sinkende Nachfrage trifft auf eine steigende Produktion.

Rohöl: Der stärkere Dollar und die hohe US-Produktion drücken den Ölpreis nach unten. Heute Morgen notiert Brent bei 63,65 US-$/barrel und WTI bei 60,27 US-$/barrel.

Euro/US-Dollar: Der Euro notierte gestern deutlich schwächer, verlor rund 1 Cent und ging bei 1,2313 US-$ aus dem Handelstag. Heute Morgen steht der Euro fast unverändert bei 1,2314 US-$.
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