Märkte am Morgen: Ölsaaten

Sojaboom in Brasilien ungebremst

In Südamerika wird die Sojaproduktion weiter steigen. China senkt den Importzoll für indische Sojabohnen. Ob diese Nachrichten die Kurse in Chicago weiter unter Druck setzten, lesen sie hier.

Sojakomplex: Im Handelsstreit mit den USA setzt China erneut ein Zeichen. Um die Importe von Proteinen und Pflanzenölen auf eine breitere Basis zu stellen, werden für einige asiatische Länder die Importzölle abgeschafft. Indien, Südkorea, Bangladesch, Laos und Sri Lanka können ab dem 1. Juli Sojabohnen und verwandte Produkte wie Sojaschrot, Raps und Fischmehl zollfrei nach China liefern, berichtet The New Indian Express. Der Tarif für Sojabohnen lag bisher bei 3 Prozent. Die Zollsenkungen betreffen auch Industriegüter wie Chemikalien, Stahl und Aluminium.

In Chicago ist für die Bohne nach wie vor kein Ende des Absturzes in Sicht. Der Juli verlor 7,5 Cent auf 8,67 US-$/bushel und steht heute Morgen mit 2 Cent im Plus. Sojaschrot konnte sich besser halten. Der Juli-Kontrakt legte leicht zu, spätere Kontrakte gaben um bis zu 2,20 US-$ nach. Der Juli notiert heute Morgen bei 333,60 US-$/short tons (314,60 €/t). Sojaöl gab gestern leicht nach und steht heute Morgen bei 28,90 Cent/pound (546,34 €/t).

Bevor am Freitag offizielle Zahlen zur Sojafläche in den USA veröffentlicht werden, geben Analysten ihre Schätzungen ab. Im Durchschnitt rechnen sie mit 89,7 Mio. arce; das wären zwar 451.000 arce weniger als im Vorjahr, aber 709.000 arce mehr als in der Regierungsprognose vom März.

Das brasilianische Beratungsunternehmen Agroconsult erwartet, dass die Sojafläche im Herbst um 1 Mio. ha ausgeweitet werden könnte. Bereits im vergangenen Jahr hatten die brasilianischen Farmer die Fläche auf einen Rekordwert von knapp 35 Mio. ha ausgedehnt. Beeinflusst werde die Anbauentscheidung aber von der Frage, ob sich die Zustände im Transportsektor normalisieren. Seit Wochen streite Händler und Lkw-Fahrer über die Höhe der Frachtraten. Zwar konnten die Trucker in Verhandlungen mit der Regierung eine Anhebung durchsetzen, im Markt werden die höheren Kosten aber nicht akzeptiert. 

Raps: Der schwache Euro half Matif-Raps, sich besser zu schlagen als die Bohne. Der August legte um 2,00 auf 351,50 €/t zu. Canola in Winnipeg verlor dagegen 1,80 auf 521,50 kan-$/t.

Palmöl: Für Palmöl in Malaysia bleiben die Vorzeichen rot. Der meistgehandelte September-Kontrakt verlor am Dienstag 13 Ringgit auf 2.277 MYR/t und notiert heute Morgen bei 2.285 MYR/t. Die Notierungen bewegen sich damit weiter auf einem Zweijahrestief.

Rohöl: Die großen Ölförderländer haben zwar vereinbart, die tägliche Produktion um rund 1 Mio. Barrel zu erhöhen. Unklar ist jedoch, ob die Länder technisch in der Lage sind, die Förderung so schnell hochzufahren. Die Zweifel stützen den Ölpreis. Brent legte bis gestern Abend um 1,67 auf 76,42 US-$/Barrel, WIT kletterte um 2,27 auf 70,46 US-$/Barrel. Heute Morgen wir das Fass Brent mit 76,72 US-$ und WTI mit 70,83 US-$ gehandelt.

Euro/US-Dollar: Der Euro gab gestern zwischenzeitlich bis auf 1,1635 US-$ nach. Heute Morgen notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,1660 US-$.

 

 

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