Märkte am Morgen: Ölsaaten

Schrot legt trotz schwacher Bohne zu

Gewinnmitnahmen ziehen die Bohne ins Minus. Sojaschrot profitiert von der Angst vor Ertragsausfällen in Argentinien. Raps macht Boden gut.

Sojakomplex: Nach den starken Kursgewinnen der vergangenen Tage ging der Bohne gestern nach Gewinnmitnahmen die Luft aus. In Chicago gab der März um 3,25 Cent auf 9,83 US-$/Bushel (294,21 €/t) nach. Sojaschrot konnte noch einmal zulegen. Grund dafür war die Trockenheit in Argentinien. Das Land verarbeitet einen großen Teil der Bohnen selbst und ist der größte Sojaschrotexporteur der Welt. Der März-Future schloss mit einem Plus von 3,79 US-$ bei 335,40 US-$/short ton (300,23 €/t) Sojaöl verlor 0,6 Cent auf 32,56 Cent/pound (584,98 €/t).

Nach dem enttäuschenden Exportbericht der vergangenen Woche (359.000 t) erwarten Analysten in der neuen Wochenbilanz, die heute veröffentlicht wird, Ausfuhren von 400.000 bis 700.000 t Sojabohnen. Der Verkauf von US-Sojaschrot wird bei 150.000 bis 450.000 t gesehen. Im Dezember summierten sich die Bohnen-Exporte auf 6,45 Mio. t, das waren 17,2 Prozent weniger als im Dezember 2017 und 28,6 Prozent weniger als im November.

Eine Reuters-Umfrage sieht die aktuelle brasilianische Sojaproduktion bei 112,6 Mio. t. Im Januar hatten die Befragten 110,2 Mio. t erwartet. Durch die verzögerte Ernte könnte sich aber das Exporttempo Brasiliens im Februar verlangsamen. Nach 3,5 Mio. t im vergangenen Jahr erwarten Experten vor Ort aktuell knapp 2 Mio. t. Im März soll sich das Tempo wieder deutlich erhöhen. Ein schwächerer Real und höhere Kurse in Chicago haben die Fob-Preise in Brasilien auf ein Sechs-Wochen-Hoch gehoben.  Das dürfte die Verkaufsbereitschaft der Sojaanbauer beleben. Bisher wurde erst eine unterdurchschnittliche Menge der neuen Ernte vermarktet.

In der Ukraine rechnet UkrAgroConsult in diesem Jahr mit einer um 200.000 bis 300.000 ha kleineren Sojafläche. Als Grund nennt das Beratungsunternehmen Änderungen im Steuerrecht, die den Anbau unattraktiver machen.

Raps: Im Paris konnte Raps gestern den zweiten Tag in Folge zulegen. Nach Gewinnen von 2 € schloss der Mai bei 350 €/t. In Winnipeg rutschte Canola wieder unter die 500-Dollar-Linie. Der März schloss mit einem Minus von 1,60 Can-$ bei 498,20 Can-$/t (323,97 €/t).

Palmöl: Die Palmölnotierungen in Malaysia konnten sich am Mittwoch leicht erholen. Der meistgehandelte April-Kontrakt schloss mit einem Plus von 15 Ringgit 2.485 MYR/T. Laut einer Reuters-Umfrage sind die malaysischen Palmöl-Exporte im Januar um 8 Prozent auf 1,31 Mio. t gesunken, während die Endbestände um 0,6 Prozent auf 2,75 Mio. t wuchsen. Bei der Produktion sieht die Umfrage einen Rückgang von 14,9 Prozent auf 1,56 Mio. t.

Rohöl: Beim Rohöl ist der Abwärtstrend weiter intakt. Brent notiert heute Morgen bei 65,69 US-$/barrel und hat damit im Vergleich zum Montag fast 2 US-$ verloren. Dass Fass WTI wird mit 61,93 US-$ gehandelt, das ist der niedrigste Stand seit einem Monat.

Euro/US-Dollar: Die Börsenkurse konnten sich gestern erholen und für den Euro ging es weiter bergab. Auch die Einigung auf eine große Koalition in Berlin half dem Euro nicht. Heute Morgen notiert er bei 1,228 US-$.
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