Märkte am Morgen: Ölsaaten

Subventionen ziehen die Bohne nach unten


Ein neues Hilfspaket für die US-Farmer setzt den Sojamarkt unter Druck. Die Furcht vor den Folgen des Handelsstreits sorgt für stark fallende Rohölpreise.

Sojakomplex: Die US-Regierung hat gestern ein 16 Mrd. US-$ schweres Hilfsprogramm für die unter dem Handelskrieg leidende Agrarbranche angekündigt. 14,5 Mrd. US-$ sollen als Direktzahlungen an die Farmer ausgeschüttet werden, die für US-Präsident Donald Trump eine wichtige Wählergruppe sind. Anders als beim ersten Hilfspaket vom Ende des vergangenen Jahres werde es nun keine festen Zahlungen für bestimmte Kulturarten geben, teilte das Landwirtschaftsministerium (USDA) mit. Die Subventionen sollen in drei Raten an die Farmer ausgezahlt werden. Die erste Tranche sei für Ende Juli geplant, hieß es gestern bei einer Pressekonferenz im USDA. Wie hoch die zweite und dritte Rate ausfallen, hänge von den Fortschritten der Handelsgespräche mit China ab, sagte Landwirtschaftsminister Sonny Perdue.

Anders als im ersten Paket sind keine landesweit einheitlichen, auf die Kulturart und die Produktionsmenge bezogenen Zahlungen vorgesehen. Stattdessen soll das Geld auf die Landkreise verteilt und dann an die Farmer weitergereicht werden. In ersten Bewertungen rechnen Analysten damit, dass die zusätzlichen Mittel den Anreiz steigern könnten, in eigentlich zu nassen Böden zu drillen, um sich so die Subventionen zu sichern. Denn die Hilfsgelder werden nur für bestellte Flächen berechnet. Welche Kulturen davon letztendlich am meisten profitieren werden, lässt sich heute noch nicht absehen.


Der Chicagoer Sojamarkt reagierte auf die Ankündigung aus dem USDA mit deutlichen Kursverlusten. Die Bohne verlor7 Cent auf 821,5 Cent/bushel und notiert heute Morgen bei 821 Cent/bushel (269,73 €/t) nahezu unverändert. Sojaschrot gab 1,10 US-$ auf 297,20 US-$/short tons (291,86 €/t) nach und Sojaöl verlor 0,53 Cent auf 26,78 Cent/pound (529,65 €/t).

Raps: Der Handel an der Matif schloss am Donnerstag uneinheitlich. Der Frontmonat August verlor 50 Cent auf 365,25 €/t. Spätere Termine konnten bei allerding kleinen Umsätzen leicht zulegen.

Die niedrigeren Sojabohnenpreise in Chicago belasteten Canola in Winnipeg. Der Juli-Kontrakt fiel um 4,00 auf 441,80 kan-$/t. Stützend wirkt weiter die Trockenheit im Westen Kanadas.

Palmöl: Ein schwacher Sojaölmarkt und die Furcht vor einem sinkenden Absatz in der EU zogen die Palmölnotierungen in Malaysia weiter nach unten. Der umsatzstärkste August-Kontrakt fiel um knapp 2 Prozent auf 2.016 MYR/t und notiert heute Morgen bei 2.009 MYR/t erneut schwächer.

Rohöl: Die fehlende Hoffnung auf ein Ende des Handelsstreits zwischen den USA und China belastet weiter den Ölmarkt. Auch der bärische EIA-Report vom Mittwoch wirkte gestern noch nach und sorgte an den Börsen für Verluste von mehr als 5 Prozent. Heute Morgen wird Brent mit 68,60 und WTI mit 58,63 US-$/Barrel leicht fester gehandelt.

Euro/US-Dollar: Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Mai auf den tiefsten Stand seit Ende 2014 gesunken. Die Nachricht setzte den Euro am Donnerstag zunächst unter Druck. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs auf 1,1139 (Mittwoch: 1,1171) US-$ fest. Bis heute Morgen erholt sich der Euro wieder bis auf 1,1181 US-$.

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